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K. S. Stückgießer in Dresden 1868. Cis No 504. In der Mitte der vorderen Seite liest man unter einem Christuskopf die Inschrift: „Wer aber Christus Geist nicht hat, der ist nicht sein.“ Röm. 8, 9., auf der Rückseite unter einem Abendmahlskelch auf offener Bibel die Worte: „Die Liebe höret nimmer auf.“ 1. Cor. V, 13.

Im Jahre 1867 wurde die Umgestaltung der Nordseite, 1868 die der Süd- und Ostseite, sowie das mit einer Galerie versehene Schieferdach anstelle des ursprünglichen Ziegeldaches fertiggestellt.

Arnold ging mit den Denkmälern der Vorzeit ebensowenig schonend um wie seine Vorgänger. Die zwei wertvollsten der an der Südseite angebrachten Wappensteine sind von ihm entfernt worden, obwohl der Kgl. Sächs. Altertumsverein auf ihren Wert und die Gefahr einer Beschädigung hingewiesen hatte. Das Renaissanceportal verwarf Arnold, weil es nicht in seinen Stil paßte. Es wurde nach einem Beschlusse des Plenum vom 19. Oktober 1864 vom Rate dem Kgl. Sächs. Altertumsverein zur Aufbewahrung angeboten. Dieser erklärte sich bereit, das Portal, das wahrscheinlich nur unter Vorbehalt des Eigentumsrechtes von der Schloßkapelle an die Sophienkirche versetzt worden war, nach Einholung der Genehmigung des Hausministeriums aufzunehmen. Das Portal, in einzelne Teile auseinandergenommen, wurde mangels passender Räumlichkeiten zu seiner Aufstellung in dem sogen. Malersaal des Museums und dem angrenzenden Garten untergebracht, der Verein befürchtete deshalb mit Recht nachteilige Folgen für das Kunstwerk. Nachdem er sich vergeblich um dessen Aufstellung im Königlichen Residenzschlosse bemüht hatte, stellte er es nach fünf Jahren wiederum dem Stadtrate zur Verfügung, mit dem Vorschlag, das Portal an einer Kirche, z. B. der Annenkirche, bei der eine Erneuerung geplant war, anzubringen. Der Kirchenvorstand der Annenkirche lehnte das Anerbieten des Rates wegen der hohen Aufstellungskosten und der Verschiedenheit des Stiles mit dem der Annenkirche ab. Auf die Anregung des Altertumsvereins, das Portal an einer anderen Kirche oder auf einem der Kirchhöfe aufzustellen, unter Gewährung einer Beihilfe zu den Aufstellungskosten, wurde es vom Rate dem Kreuzkirchenvorstande zu einer etwaigen Verwendung an der Kreuz- oder Frauenkirche, auf dem Elias- oder Trinitatiskirchhofe angeboten. Auch der Vorstand der Kreuzparochie verweigerte die Verwendung aus gleichen Gründen wie der Vorstand der Annenkirche. Er nahm auf ein Gutachten des Stadtbaudirektors Friedrich Bezug, der die Ansicht vertrat, eine Verschmelzung zweier Bauwerke sei nur dann möglich, wenn beide Kunstwerke annähernd gleichwertig oder mindestens Schöpfungen aus gleicher Zeit seien.

Geraume Zeit später mahnte der Altertumsverein von neuem um Rücknahme des Portales, das an seinem seitherigen Aufbewahrungsplatze einem sicheren Verderben ausgesetzt war. Nach einer abschlägigen Bescheidung des Hofmarschallamtes auf ein Gesuch, das Portal im Schloßhofe, seinem ursprünglichen Aufstellungsorte anzubringen, bot es der Rat am 1. Juli 1872 der Generaldirektion der Königlichen Museen an, von dieser in anbetracht seines unbestrittenen Kunstwertes

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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 34. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/46&oldid=- (Version vom 23.2.2026)