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Arbeiten ausgeführt werden, die weit über die ursprüngliche Planung hinausgingen und schließlich zu einer völligen Instandsetzung des Inneren der Kirche führten. Die sich nötig erweisenden Bauausführungen waren in der Gesamtratssitzung vom 10. Juli 1910 genehmigt worden.[1]
Die beschädigten Fundamente der Kirche wurden nach modernen Baugrundsätzen wiederhergestellt. Bei der Untersuchung der Grüfte fand man, daß fast keine Überreste von Leichnamen mehr vorhanden waren, denn die unter der Elbsohle angelegten Grabstätten waren schon vor langer Zeit durch öfter eingetretenes Hochwasser zerstört worden. Durch das Ineinanderstürzen der Grabanlagen war ein Nachweis, welchem Grabe der oberhalb liegende Grabstein zugehörte und welchem Bestatteten die zahlreich in den Grüften gefundenen Wertgegenstände einstmals beigegeben worden waren, nicht möglich. Die Grabmäler und Wertgegenstände wurden sorgfältig geborgen, die Grüfte ausgefüllt, der Boden eingeebnet und mit einer sich über die ganze Kirche erstreckenden Betonschicht überdeckt. Auf dieser mit Linoleum belegten, etwas erhöhten Betonbühne brachte man das neue Gestühl an, der erweiterte Altarplatz wurde mit grauen Marmorplatten geschmückt.
Vor der Zuschüttung der Grüfte ersetzte man die in den Jahren 1858/59 angelegte Zentralheizung durch eine an das Fernheizwerk angeschlossene neue.[2] Man fand bei der Aufdeckung der alten Kaloriferenheizung, daß die damals mit der Ausführung und Aufsicht der Heizungsanlage Beauftragten in der verantwortungslosesten Weise gewirtschaftet hatten. Wertvolle Grabsteine mit reichem bildhauerischen Schmucke sind zerschlagen und Stücke derselben an weit von einander gelegenen Stellen in den Heizkanal vermauert, Wappen abgespitzt worden, um die Steine besser auf den Heizkanal einzupassen. Die in den Gräbern gefundenen Wertgegenstände verkaufte damals der Rat.
Die Ratsakten (B. II. 101. Bl. 76 u. 91) führen auf:
| Ein Armband | nach Abschätzung des Goldarbeiters | 6 Thlr. | |
| Ein aus 4 Teilen bestehender Ring | " " " " | 4 Thlr. | |
| Summa | 10 Thlr. | ||
| Diese Gegenstände wurden für 14 Thlr. an den Goldarbeiter Albert Richter verkauft; aus dem Erlös erhielten zwei Maurer 3 Thlr. Finderlohn. | |||
| Ferner: | 1. Ein Brautkranz anscheinend von Silberdraht mit guten Perlen. | ||
| 2. Ein Kranz von Silberdraht. | |||
| 3. Zwei goldene Gliederketten mit Emailwappen auf den Schlössern. | |||
| 4. Ein desgleichen mit Edelsteinen auf den Schilden. | |||
| 5. Eine kleine Christusstatue aus Silber. | |||
| 6. Ein Gebetbuch mit anscheinend silberner Decke. | |||
1–4 wurden für 22 Thlr. 20 ngr. verkauft, die Christusstatue für den Taxwert an Stadtrat Dr. Struve abgegeben und das Gebetbuch aufbewahrt (jetzt im Stadtmuseum).
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 37. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/49&oldid=- (Version vom 23.2.2026)