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seinem nach dreitägiger Krankheit 1620 erfolgten Tode anfertigen ließ. Früher, wie berichtet, am fünften Pfeiler der Kirche, nach dem Arnoldschen Umbaue in verstümmeltem Zustande in der Busmannkapelle untergebracht, steht es heute am ersten Pfeiler, dem Altare Nossenis benachbart. (Taf. XXV.)

Oettrich berichtet S. 117 darüber: „Am fünfften Pfeiler stehet das durch die berühmten Bildhauer / Walthern / und Hegewalden / dem unvergleichlichen Architecto, Joan Mariae Nosseno, über Mannesgröße / vortrefflich aufgerichtete / Ecce Homo; über welchem das jüngste Gerichte / darunter der Spruch Lucae am 21. Denn auch der Himmel Kräffte sich bewegen werden etc. Und weil der gebundene JESVS auf einem viereckten Postiment stehet / ist auf dreyen Seiten / so frey blieben / folgendes zu lesen:

Act. X.
Von diesem Jesu zeu
gen alle Prophe
ten das durch
seinen Nahmen al
le die an ihn gleu
ben Vergebung der
Sunden empfahen
sollen.
Jes. LIII.
Christus ist umb un
ser Missetat willen
verwundet, und
umb unser Sunde
willen zerschlagen
Die Straffe ligt auf
ihm auf das wir fri
de hetten und durch
seine wunden sind
wir geheilet.
Luc. XXIV.
Also ist geschrieben
und also muste Chri
stus leiden und auf
erstehen von den
Toden an dritten
Tag und predigen las
sen in seinem Nahmen
Buss und Vergebung
der Sunden, unter
allen Volckern.

Zu seiten des in der Mitte befindlichen Ecce homo sind zwei Alabasterreliefs angebracht, die den auf einem Kissen knieenden Meister und auf der Gegenseite die Gestalten seiner drei Frauen zeigen. (Taf. XXVI.)

Seine erste Frau war Elisabeth Unruh, die Tochter eines Syndikus zu Liegnitz, die am 13. Februar 1579 starb, seine zweite, Christiane Hanitsch, Tochter des kurfürstlichen Rentmeisters Matthias Hanitsch, starb nach kurzer Ehe am 29. Nov. 1606, seine dritte Gattin Anna Maria von Rehen, die Tochter des kurfürstlichen Münzmeisters, mit der er sich 1609 verheiratete, überlebte ihn.

Das Epitaph trägt eine Inschrift mit folgendem Wortlaut:

„Johannes Maria Nossenius, Luganensis, Italus, natus Ao MDXLV Mense Maii, Serenissimorum: Augusti, Christiani primi, Christiani secundi et Johannis Georgii, Electorum Saxoniae Architectus. Fragilitatis humanae memor in spem beatae resurrectionis vivens, sibi et tribus uxoribus: Elisabethae, natae XVII. Julii Ao. Christi MDLVII, defunctae XIIII. Februarii Ao. Chr. MDXCI; Christianae natae XXV Decembris Ao. Chr. MDLXXV, denatae XXX Novembris Ao. Chr. MDCVI; Annae Mariae superstitinae III. Februarii Ao. Chr. MDLXXXIX hoc monumentum poni curavit mense Septembris Ao. Chr. MDCXVI.“

Für die Beurteilung der Kunsttätigkeit Nossenis ist es höchst beachtenswert, daß er auf seinem eigenen Epitaph inschriftlich nur Architekt und nicht auch Bildhauer genannt wird.

Der Aufbau des Epitaphs ist nur noch verstümmelt erhalten. Der früher vorhandene obere Teil mit dem jüngsten Gericht ist verloren gegangen und heute

Empfohlene Zitierweise:
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 50. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/62&oldid=- (Version vom 24.2.2026)