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Übereinstimmungen kenntlich machen, wie z. B. die des linken Beines Christi vom Epitaph mit dem des rechten bei dem links am weitesten vorne knieenden Jüngers auf der Himmelfahrt in Kötzschenbroda, doch dürfte das Angegebene für unsere Zwecke genügen, um den Nachweis zu führen, daß der Verfertiger des Ecce homo am Nosseniepitaph der 1639 verstorbene Zacharias Hegewald war.
Nach dem Vorhergehenden zeigt sich somit in den beiden von dem Ecce homo Hegewalds stilistisch gänzlich verschiedenen Alabasterreliefs des knieenden Meisters und seiner Frauen die Kunstart Sebastian Walthers. Er ist wahrscheinlich 1576 geboren, wurde 1605 als Bürgerssohn Bürger und starb 1645. Im Jahre 1608 lieferte er für den Altar der Schloßkapelle ein Kruzifix aus Marmor, das nicht mehr nachweisbar ist. Nach Nossenis Tode vollendete er als „kurfürstlicher Architektus und Statuarius“ das Lusthaus auf der Jungfernbastei, an der Stelle des jetzigen Belvedere auf der Brühlschen Terrasse, und arbeitete an einem fürstlichen Brautwagen. Für das Grabmal der Kurfürstin-Witwe Sophie in Freiberg hat er 1626 vierzehn Wappenschilde in Alabaster hergestellt und das Wachsmodell des später im Guß verunglückten Standbildes der Kurfürstin geschaffen. Anstelle des verstorbenen Nosseni wurde ihm die Aufsicht über alle Marmor-, Alabaster- und Serpentinbrüche, sowie über die Perlenfischerei übertragen. Was sonst noch an erhaltenen Werken mit dem Namen Sebastian Walther in Verbindung gebracht wird, beruht auf Mutmaßungen. Da man sich über seine Kunstart nicht klar war und in ihm nur den nachweislich bedeutendsten Gehilfen Nossenis kannte, schrieb man ihm die besten, obgleich stilistisch untereinander ganz verschiedenen Arbeiten zu. Ein Versuch, die Werke Sebastian Walthers zusammenzustellen, müßte nun von den beiden Alabasterreliefs des Nosseniepitaphs ausgehen. Diese weisen eine ausgeprägte Eigenart, insbesondere in der Faltengebung der Gewänder auf, nach der man Arbeiten derselben Hand unschwer erkennen kann. Die Gewänder sind in knittrige brüchige kleinflächige Falten gelegt. Auch die Haarbehandlung unterscheidet sich scharf von der Hegewalds, Haupthaar und Bärte sind in Massen, nicht in abstehenden Locken oder Strähnen geformt. Die Figuren sind in ihrer Haltung gemäßigter, nicht so theatralisch bewegt wie die Hegewalds, und zeigen ernste charakteristische Gesichter mit tiefem seelischen Ausdruck. Während bei Hegewald das Formgefühl der italienischen Spätrenaissance überwiegt, tritt bei Sebastian Walther das deutsche Empfinden stärker hervor, das in dem etwas Zuviel der knitterigen Gewandbehandlung zur äußeren Gestaltung kommt und ihn auch am meisten dazu befähigte, ein so treffliches Bildnis seines Meisters auszuführen, bei dem er mit echt deutscher Gründlichkeit selbst die Medaille des Ordens so genau ausarbeitete, daß das wohlgetroffene Bildnis des Kurfürsten vortrefflich zu erkennen ist. Sebastian Walther erweist sich als ein vornehmer Künstler mit reicher Phantasie und selbständiger Erfindung.
Eine eingehende Prüfung des Reliefs der Grablegung am Hauptaltar (Taf. XXIX) und eine Vergleichung der Figuren desselben mit den Reliefs am
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 52. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/64&oldid=- (Version vom 25.2.2026)