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genaue Kennzeichnung seiner Kunstart zu und ermöglicht es, das ihm bisher vermutungsweise zugeschriebene, S. W. 1640 bezeichnete Alabasterrelief, die Verkündigung an die Hirten, im Grünen Gewölbe in Dresden, mit Sicherheit ihm zuzuweisen. Die Buchstaben und die Jahreszahl sind auf dem Boden des Fasses angebracht, auf das sich der liegende Hirte in der unteren rechten Ecke stützt. Einzelne Engelsköpfe des Verkündigungsreliefs stimmen mit den die Marterwerkzeuge tragenden Engeln und den Engelsköpfchen über dem Gekreuzigten am Altare bis in die kleinsten Einzelheiten so auffallend überein, daß sie wie von diesem in das Verkündigungsrelief herübergenommen scheinen. Die Fülle an Menschen- und Tiergestalten in der unteren, an Engelsdarstellungen und Engelsköpfchen in der oberen himmlischen Sphäre auf dem Relief gibt der ganzen Komposition ein enges zusammengedrängtes Aussehen. Dieses Übermaß, wie auch manche Übertreibung im Ausdruck bei den einzelnen Figuren, ist ein altes Erbteil deutscher Kunst und beweist, daß Sebastian Walther trotz der italienischen Werkstatt in seinem inneren Empfinden echt deutsch geblieben ist.
Ein Alabasterrelief, die Grablegung Christi, das bei der Arnoldschen Instandsetzung in einen neu aufgeführten Altar in der nördlichen Sakristei am Chore eingelassen worden ist, verrät gleichfalls die Hand Sebastian Walthers durch die Übereinstimmung in der Art des landschaftlichen Hintergrundes, in der Auffassung und Behandlung der Gestalten, des Gewandes und der Einzelheiten mit denen der anderen genannten Arbeiten Walthers. (Taf. XXXI, Abb. 1.) Die händefaltende Maria und die Frau zu ihrer Rechten kommen ganz ähnlich auf dem Verkündigungsrelief vor.
Das Relief war wohl ursprünglich ein Teil des Epitaphs des Geheimen Rates Marcus Gerstenberger, das Oettrich a. a. O. S. 103 in seinen einzelnen Teilen beschreibt. Die Worte „Und endlich: Christi Begräbniß / und Balsamirung / so sehr künstlich gemacht ist“ beziehen sich jedenfalls auf dieses Relief. Zu dem Epitaph des Marcus Gerstenberger, † 1613, gehörte die noch erhaltene metallene Tafel, die ursprünglich auf dem Grabstein befestigt, bei der Arnoldschen Instandsetzung von diesem abgerissen und an der Wand hinter dem Altare mit Eisenklammern befestigt worden war. Die Bronzeplatte besteht in einer schlichten Inschrifttafel, die von einem Rollwerkrahmen umgeben ist, dessen obere Mitte ein Kopf ziert. Die Inschrift lautet:
| D. O. S. | ||||||||||
| Marcus Gerstenberg | ||||||||||
| ||||||||||
| J. V. D. | ||||||||||
| Proelectoris Cancellarius | ||||||||||
| & | ||||||||||
| Duorum Electorum Sax: | ||||||||||
| Consiliarius Intimus | ||||||||||
| Nascitur Dominica Laetare . | Ao | 1553. | ||||||||
| Moritur Dominica 12 Trinitatis . | 1613. | |||||||||
| Expectat Resurrectionem | ||||||||||
| Morbuorum | ||||||||||
| F. F. P. | ||||||||||
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 54. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/66&oldid=- (Version vom 26.2.2026)