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(Taf. XXXIII, Abb. 2.) In einem Mittelfelde erhebt sich in Relief links auf einem Hügel ein von Wolken umgebenes Kruzifix, vor dem, in Vollguß gearbeitet, die Gestalt des Verstorbenen kniet. Über ihm rechts gewahrt man das Wappen der Osterhausen. Diese Mitteltafel wird von zwei vorgekröpften jonischen, Gebälk tragenden Säulen eingerahmt. Als mittlerer oberer Abschluß füllt ein Relief, die Auferstehung Christi, einen Vierpaß mit Kartuschenumrahmung. Zu beiden Seiten sind an den Säulen Anschwünge, die in Engelhermen enden, seitlich unter den Säulen Konsolen mit Frauenköpfen, in der Mitte eine Kartusche mit nachstehender Inschrift angebracht:
„Nach Christi vnsers einigenn
Erlösers vnd Sehligmachers
Geburt im Jahr 1606 den 23. Martij zu
abendt 1. Viertel vf 7. Uhr ist der edle
gestrenge vnd ehrnveste Carl
von Osterhavsen, alhier
zu Dresden in Gott seligk
entschlaffen dem Got gna / de.
Von der Grabplatte des Karl von Osterhausen hat sich die metallene Inschriftkartusche mit hohem Kruzifix (corpus fehlt) erhalten. (Taf. XXXIV, Abb. 2.) Karl von Osterhausen auf Gatterstedt war nach Oettrich S. 41 „unter Herzog Ulrich, von Hollstein-Schleßwig etc Röm. Kayserl. Maj. bestalter Obrist über 1000 Archiebusier-Reuter“. Epitaph und Inschriftkartusche sind in ihren Formen und der Technik des Gusses übereinstimmend. Da ersteres von Hans Reis gegossen wurde, dürfte demnach auch die Inschrifttafel des Grabsteines von diesem herrühren.
Aus der Gießerwerkstatt des Hans Reis gingen noch einige Bronzewerke der Sophienkirche hervor. Für ein anderes Mitglied der Familie von Osterhausen, die Maria von Osterhausen geb. von Carlowitz, Gemahlin des Hofmarschalls Georg von Osterhausen, hat Reis die Grabplatte gegossen. (Taf. XXXIV, Abb. 1.) Es ist eine fein gearbeitete Kartusche mit Rollwerk, von deren beiden Seiten zur Mitte nach unten, die durch einen Frauenkopf mit Kopfputz betont ist, Fruchtgirlanden hängen. Die Platte wird von einer 35 cm hohen, auf einer Konsole knieenden Frauengestalt in Zeittracht bekrönt. Der Name des Gießers steht auf den unteren Voluten.
Die Grabplatte des Werner von Lützelburg, † 1617, trägt als Mittelstück eine einfache ungerahmte Inschrifttafel mit der Bezeichnung: „Hans Reis alhier goss mich Anno 1619“ und vier Bronzewappen der Familien v. Lützelburg, v. Landsberg, Löser, v. Zettritz als Eckverzierungen. Werner von Lützelburg „auf Zechwitz, Sarburg, Zabern, Mörsmünster und Sareg“ war kurfürstlich sächsischer Oberhofjägermeister.
Derselbe Meister verfertigte das Bronzeepitaph des 1619 verstorbenen Kammerjunkers Vespasian von Regensperg (Reinsberg). (Taf. XXXIV, Abb. 3.) Es befindet
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 57. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/69&oldid=- (Version vom 27.2.2026)