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sich jetzt im Stadtmuseum. Der mittlere Teil und die bei Oettrich S. 112 erwähnten acht Wappen fehlen. Nur die schöne Umrahmung mit der unteren, in reichgeschwungenen Formen, mit Puttenhermen geschmückten Inschriftkartusche hat sich erhalten. Der Rahmen besteht aus zwei jonischen Säulen mit seitlichen Volutenranken, die oben in Frauenbüsten enden. Auf den Säulen liegt ein vorgekröpftes Gebälk, über dessen Mitte sich ein Volutengiebel mit dem Wappen der Regensperg erhebt und dessen Ecken von zwei Stundengläser haltenden Putten bekrönt werden. Am unteren Rande der Inschriftkartusche liest man: „Hans Reis allhier goss mich.“ – Der Grabstein des Vespasian von Regensperg ist verloren gegangen, nur die ebenfalls im Stadtmuseum befindliche Bronzerelieftafel mit zwei Reihen von je acht Ahnenwappen ist davon übrig geblieben. Form und Technik der Wappentafel deuten auf dieselbe Gießhütte hin wie das Epitaph. Die obere Reihe zeigt die Wappen von Reinsberg, von Gelbhorn, von Gelbhorn, von Schliebitz, von Schliebitz, von Schenk, von Borschnitz, von Nimitz, die untere Reihe: von Asshelm (?), von Reideburg, von Krohmayer (?), von Nimitz, von Miltitz, von Pannewitz, von Mühlheim, von Rödern.

Der Metallschmuck einiger anderer Grabplatten der Sophienkirche ist von Georg Biener gegossen. Von ihm bezeichnet mit: „Georg Biener alhier goß mich“ ist die Schrifttafel auf dem Grabstein des 1611 verstorbenen kurfürstlichen Rates Georg Gödelmann. Die Inschrifttafel wird von einem Blattstabrahmen eingefaßt, dessen Seiten mit Engelkonsolen verziert sind. Die obere Mitte schmückt ein Frauenkopf, von dem nach den Seiten Blattvoluten ausgehen, den unteren Rand ein geflügelter Engelskopf mit gleichem Ornament. Am unteren Teile des Grabsteines ist ein Wappen von einem Kranze spitzer Blätter eingeschlossen.

Genau die gleiche Umrahmung der Inschrifttafel, die demnach aus denselben Formen wie die Gödelmannsche von Georg Biener gegossen ist, gewahrt man auf dem Grabstein der 1612 verstorbenen Barbara Goldstein geb. Klinger. (Taf. XXXIV, Abb. 4.) Der Tatkraft des Gatten der Verstorbenen, des Obersten Goldstein, hatte Sachsen im Jahre 1620 die schnelle Anwerbung von 6000 hochdeutschen Landsknechten zu verdanken, wozu dieser zugleich mit dem Oberst von Schlieben vom Kurfürsten beauftragt worden war. Die Mitte der Tafel wird hier von einem hohen Kruzifix, das bis zum oberen Rande der Grabplatte reicht, bekrönt. Zu beiden Seiten am unteren Ende des Kreuzes sind die Metallwappen der Goldstein und Klinger angebracht.

Das Gleiche ist der Fall bei dem Grabstein des 1609 verstorbenen kurfürstlich sächsischen Hofpredigers Conrad Blat. Der beschriftete Grabstein trägt als Mittelstück die bereits bekannte Inschrifttafel aus Bronze, bei der aber hier die Seitenhermen fehlen. Die einfache, schön gerahmte Tafel macht deshalb einen bescheidenen, aber sehr vornehmen und ernsten Eindruck.

Nach der verhältnismäßig fetten Gießtechnik, der Art der Buchstaben, der dickwulstigen und eigenartigen Form der Helmdecken bei den Wappen, die der

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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 58. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/70&oldid=- (Version vom 27.2.2026)