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Georg Bienerschen Gießerwerkstatt eigentümlich sind, könnten auch die beiden Grabplatten der 1604 verstorbenen Sara Pflugk, geborenen von Starschedel, (Taf. XXXV, Abb. 1.) und der ihres Gatten, des kurfürstlich sächsischen Obersten Centurius Pflugk, der im Jahre 1619 starb, dieser Werkstatt angehören. Die Bronzeplatte der Sara Pflugk ist für die Wappenkunde und die Art der Anbringung von Ahnenwappen ein sehr beachtenswertes Beispiel. Das mittlere Rechteck wird ähnlich, wie bei den älteren Grabsteinen, von einem Inschriftenrand umgeben: „Augustinus: Ich werde wohl zagen / aber ich will nicht gar verzagen / denn ich will die Wunden des Herrn Christi in meinem Hertzen tragen.“ Dieses Mittelstück ist in drei fast gleich große Felder geteilt, dessen mittleres in einem Rund das Familienwappen der von Pflugk und von Starschedel, an den vier Ecken geflügelte Engelsköpfe und oben und unten zwei Inschriftbänder mit den Worten: „Sara Pflugin auf Gerßdorff gebohrne von Starschedel, Oberstin“ zeigt. Im oberen Felde sind zwei Sprüche (Hiob am 19. und Joh. am 3.) und im unteren Felde der Leichentext zu lesen. Dieses Mittelfeld wird an seinen vier Seiten von zweiunddreißig kleinen Texttafeln mit darunter befindlichen Ahnenwappen umgeben, die durch breite Metalleisten in eine obere und untere und eine linke und rechte Hälfte geteilt werden. Es sind folgende Wappen.
Linke Hälfte:
von Pflug, von Einsiedel, Schönberg, Schenk von Weydenbach
von Hirschfeld, von Ende
von Schönfeld, von Eichelbach
von Carlowitz, von Pflug
Schönberg, von Heinitz
von Ende, von Ziegelheim, von Würtzburg, von Metzsch
rechte Hälfte:
von Starschedel, Pflug, von Schönberg, Schleinitz
Schönberg, von Heinitz
Schleinitz, Schenk von Tautenburg
von Schleinitz, Haugwitz
Schlieben, von Seebach
von Schön, von Grensigk, von Schönberg, von Brandstein.
Die Grabplatte des Centurius Pflugk auf Gersdorff ist eine einfache Steinplatte, auf deren vier Ecken oben die Wappen der von Pflugk und von Carlowitz, unten von Einsiedel und von Pflugk, sowie in der Mitte eine schlichte Inschrifttafel aus Bronze angebracht sind.
Ein meisterhaft gearbeitetes Bronzeepitaph, das mit keinem bestimmten Künstlernamen in Verbindung zu bringen ist, wird im Stadtmuseum aufbewahrt. Das Relief, die Grablegung darstellend, ist wohl um 1620 entstanden und von einem italienischen oder einem an italienischer Kunst herangebildeten Bildhauer
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 59. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/71&oldid=- (Version vom 27.2.2026)