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verfertigt. (Taf. XXXV, Abb. 2.) Das malerische Relief mit Rund- und Kuppelbauten, einer Basilika mit Campanile im Hintergrunde, zeigt links und rechts am bewaldeten Bergabhange die beiden Kreuze mit den Schächern. In der Mitte ragt der Stamm des Kreuzes Christi empor, vor dem Maria, von Frauen und Männern umgeben, zusammengebrochen ist. Im Vordergrunde sind zwei Männer damit beschäftigt, die in ein Tuch gebettete Gestalt des Heilandes, dem Magdalena den Arm küßt, zu Grabe zu tragen. Auffallend ist die eigenartige, wie von einem Wirbelwind aufgebauschte Gewandung. Hervorragend sind die prachtvollen Männerköpfe, besonders fällt die gerüstete Männergestalt am weitesten links im Hintergrunde auf, die ein Löwenfell als Mantel und das Löwenhaupt als Kopfschmuck trägt. Sie erinnert an Darstellungen des Herkules der italienischen Renaissance. Oettrich beschreibt S. 151 als zehnten Schwibbogen den der Erben des Melchior Albhard und sagt: „Zum Haupten stehet die Abbildung der Beerdigung des Herrn Jesu von Joseph und Nicodemo, neben welchen folgende beyde biblische Sprüche.“ Es ist wohl möglich, daß dieses Bronzerelief mit dem von Oettrich erwähnten Schmuck der Albhardschen Begräbnisstätte identisch ist.
Die Bronzedenkmäler der Sophienkirche beweisen, daß tüchtige Gießer im 17. Jahrhundert in Dresden tätig waren.
Reste von zwei aus der Sophienkirche stammenden, im Stadtmuseum aufbewahrten Epitaphien lassen in ihrer Kunstart einen Zusammenhang mit Zacharias Hegewald, dem Werkstattgenossen des Sebastian Walther, vermuten. Eine 48 cm große Alabastergruppe, Sünde, Tod und Teufel, etwa 1620 entstanden, zeigt den Kampf des Todes, in Gestalt eines Gerippes, mit dem Teufel. (Taf. XXXV, Abb. 3.) Dieser mit Faunohren, Bockshörnern, breitem offenen Maule und hervorquellenden Augen, ist vom Tode am Beine gepackt und über diesen zu Boden gestürzt. Hinter diesen beiden erhebt sich der Oberkörper einer Frauengestalt, wahrscheinlich die Verpersönlichung der Sünde. Ihr fehlt der Kopf, doch sind Reste der auf die Schultern fallenden Locken sichtbar. Tod und Teufel ähneln den kleinen Bekrönungsfiguren, ebenfalls Tod und Teufel auf dem Altare der Sophienkirche, und die Gruppe hat in der Behandlung des Nackten und der Faltengebung des Gewandes manches Übereinstimmende mit den Hegewaldschen Arbeiten.
Das andere Werk war das Epitaph der 1632 verstorbenen Agnes von Schwalbach, von dem die in Hochrelief gearbeitete Figur eines auf einem Kissen knieenden Mädchens erhalten ist. (Taf. XXXII, Abb. 2.) Oettrich S. 107 beschreibt das Epitaph als das siebente aus Marmor und Alabaster: „Unter diesem des Herrn Christi Himmelfahrt und dann die Verstorbene auf einem Küssen knieend.“ Agnes von Schwalbach starb neun Jahre alt 1632 als einzige Tochter des Johann Melchior von Schwalbach, dessen Grabstein die Sophienkirche bewahrt. Auch der zum Epitaph gehörige Grabstein der Agnes von Schwalbach hat sich in der Kirche erhalten.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 60. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/72&oldid=- (Version vom 27.2.2026)