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Von holzgeschnitzten Epitaphien aus der Sophienkirche sind nur zwei übrig geblieben. Das eine befindet sich in der Sammlung des Königl. Sächs. Altertumsvereins (No 230, Inventar-No 1027, 1,06 m breit, über 3 m hoch). Es ist das Denkmal des 1688 verstorbenen Andreas von Schönberg, kurfürstlich Geheimen Kriegsrates, Generalwachtmeisters und Oberkommandanten der Festungen Neu- und Alt-Dresden und der Bergfestung Königstein. Zwischen zwei Bündeln aufrechtstehender Lanzen, die von dicken, in Quasten endigenden Schnüren zusammengehalten werden, steht in der Mitte eine Siegesgöttin vor ihrem Schilde, zu ihren Füßen ein sich mit seinen Vorderpranken auf Waffenstücke stützender Löwe mit einer Inschrifttafel. Zu seiten der allegorischen Frauengestalt sind Waffen und Kriegsausrüstungsstücke aller Art, sowie Fahnen und ihr zu Häupten eine große Blattkrone angebracht. Wenn auch die Einzelheiten des Epitaphs die Hand eines sehr geschickten Schnitzers erkennen lassen, so macht doch das Ganze durch seine Überladung mit Einzelheiten keinen künstlerisch sehr bedeutenden Eindruck.
Das zweite Holzepitaph, jetzt im Stadtmuseum, ist eine sehr feine Arbeit. (Taf. XXXVI u. XXXVII.) Um ein Mittelstück in Kreuzesform, das in seinem vergoldeten Inneren ein schwarzes Kreuz mit den Buchstaben C C N S (Crux Christi Nostra Salus) enthält, sind, wiederum in Kreuzesform, sechzehn in Lindenholz geschnitzte kleine rechteckige Tafeln, etwa 130 x 77 mm messend, mit Darstellungen aus der Leidensgeschichte Christi und zu unterst mit den Wappen der Familien Teuffel und Völkersam angeordnet. Ein breiter geschnitzter Rahmen dient als Einfassung. Das Epitaph befand sich ursprünglich neben dem der Herzogin Sophie Hedwig und wurde als Gedächtnisschild von der Witwe des kurfürstlichen Geheimen Rates Otto Christoph Freiherrn von Teuffel, der im Jahre 1704 verstorbenen Polixena Elisabeth geborenen von Völkersam, noch bei Lebzeiten gestiftet.
Der Rest des einzigen erhaltenen gemalten Epitaphs ist ein auf Kupfer gemaltes ovales Schild, das zu dem Epitaph der 1677 verstorbenen Veronica Beyer gehörte, im Stadtmuseum befindlich. (Taf. XXXVIII.) Man sieht im Vordergrunde den Gatten der Veronica Beyer, den kurfürstlich sächsischen Hofkommissar Johann George Beyer in rotem Samtrock, der den rechten Arm auf eine Balustrade gelegt hat. Ihm zur Seite ist seine Gattin und dahinter ein Sohn und eine Tochter, alle in Brustbildern, dargestellt. Über den Bildnissen schweben in Wolken Engelsköpfe. Auf der Balustrade und auf dem Bildrande sind Inschriften angebracht, die sich auf die Lebensdaten der Frau Beyer beziehen.
Achtundzwanzig Wappen von Marmor, Alabaster und bemalter Holzschnitzerei, von denen einige sich durch Feinheit der Arbeit in der Art der Reliefbehandlung, der Form des Schildes und Gestaltung der Helmdecken auszeichnen, sind ebenso wie mehrere der erwähnten Epitaphien gelegentlich der früheren Instandsetzungsarbeiten dem Königl. Sächs. Altertumsverein zur Aufbewahrung überwiesen und von diesem 1890 an das Stadtmuseum abgegeben worden. (Taf. XXXVIII bis XLI.)
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 61. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/73&oldid=- (Version vom 27.2.2026)