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und Lichtenwalde. Begründer des Vitzthumschen Gymnasiums in Dresden. Ganze Figur in Rüstung. Zu seiten des Hauptes die Wappen der Familien Vitzthum von Apolda und von List. (Taf. XXXII, Abb. 1.) Eine Arbeit von Sebastian Walther.
Einige andere gefundene Grabplatten mit Bildnisdarstellungen waren derart abgetreten, verwittert oder verstümmelt, daß die Feststellung des Namens der Bestatteten aus den Resten der Inschrift oder die der Familie durch das Wappen nicht mehr möglich war. Nur bei einer konnte ich den Namen der 1603 verstorbenen Maria Richter entziffern. Sie war die Gattin des kurfürstl. sächs. Rates Esaias Richter.
In ihrer Gesamtheit sind die Grabsteine mit Bildnisdarstellungen ein getreuer Spiegel ihrer Zeit und bieten, wenn auch einige nicht frei von konventionellen Zügen sind, für die Bildnisdarstellung und Trachtenkunde manchen bemerkenswerten Hinweis. Auf zwei Grabsteinen, dem der im achtzehnten Lebensjahre verstorbenen Clara Elisabeth von Haugwitz und dem der zweiundzwanzig Jahre alt verstorbenen Elisabeth Rötting, sind die Dargestellten mit geschlossenen Augen wiedergegeben. Bei den anderen Bildnissen ist in Antlitz und Haltung der Gestalten das Leben zum Ausdruck gekommen. Bei der Figur der Elisabeth Rötting geht der rechte Ellbogen etwas über den inneren Rand der Platte hinaus. Dadurch hat die Stellung viel von ihrer Starrheit verloren, der Körper scheint eine leichte Wendung nach der Seite gemacht zu haben. Um die altertümliche Frontalität beizubehalten, die bei mehreren der Platten zu gewahren ist, hat der Bildhauer des Grabsteines der Maria Schilling dem sonst sehr künstlerisch gearbeiteten Faltenwurf an beiden Armen Zwang angetan und damit eine fast völlig symmetrische Anordnung erzielt. Der Verfertiger dieses Grabmals muß ein tüchtiger Künstler gewesen sein. Gerade die absichtliche Stilisierung verleiht der Gestalt eine besondere Feierlichkeit von nachhaltigem Eindruck. Gesicht und Hände der Dargestellten sind von charakteristischer Bildung, das Engelsköpfchen, das als Gegenstück zu dem Wappen in die eine obere Ecke gesetzt ist, zeichnet sich durch
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 65. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/77&oldid=- (Version vom 2.3.2026)