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Neben den Grabsteinen mit Bildnisdarstellungen zeichnen sich mehrere Platten durch reichen bildhauerischen Schmuck aus. Allegorische Figuren und Embleme, Putten als Schildhalter, der gekreuzigte und der auferstehende Heiland oder reiche Umrahmungen, in welche die Wappen eingefügt sind, geben in Verbindung mit teilweiser Bemalung und Vergoldung den Steinen ein höchst reizvolles Aussehen.
Grabstein des Matthäus Braun, † 1653, kurfürstl. sächs. Landrentmeister. (Taf. XLVI.) Das Mittelfeld des Steines ist zweigeteilt, im oberen Teile ist die Grabschrift eingemeißelt, im unteren sind die Reste einer Malerei, ein Kreuz in einem Kranze, zu erkennen. Zu beiden Seiten des Mittelfeldes stehen auf reichen schemelartigen Konsolen je zwei allegorische Frauengestalten, Wahrheit, Weisheit, Hoffnung, Glaube, übereinander. Den obersten Abschluß der Seiten bildet je ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen. Ein ovales Schild in einer Kartuschenumrahmung, die an beiden Seiten von Blumenbüscheln verziert ist, nimmt die obere Mitte des Steines ein, im Mittelschild dieser Kartusche sieht man drei Lilien mit der Umschrift „Deo, Legi et Regi“. Den unteren Abschluß des Steines bildet ein ähnliches Schild mit dem Familienwappen der Witwe des Verstorbenen, einer geborenen Horn. Zu seiten dieser Kartusche liegen Fruchtbündel, Granatapfel, Mohn und anderes. Ursprünglich waren Teile der Verzierungen und die Gewandsäume der Frauengestalten vergoldet. Die allegorischen Figuren erinnern an die Gestalten von Gerechtigkeit, Liebe, Hoffnung und Glaube im Chor der Freiberger Fürstengruft und dürften wohl in letzter Linie auf ähnliche Gestaltungen bei italienischen Grabdenkmälern der Renaissance, unter anderen von Jacopo Sansovino, zurückgehen.
Von derselben Hand und in sehr ähnlicher Ausführung gemeißelt ist der Doppelgrabstein des Caspar Rose, † 1658, kurfürstl. Landrentmeister und seiner Gattin Euphrosina geb. Moser, † 1661. (Taf. XLVII.) Die Mitte des Steines enthält zwei durch die Familienwappen von einander geschiedene Inschrifttafeln, zu deren Seiten je zwei allegorische Frauenfiguren angebracht sind und Blumen in Vasen, Lampen, Totenköpfe, Früchte und ein schlafender Putto den übrigen Schmuck des Steines bilden.
Von diesen beiden Arbeiten beeinflußt, doch von anderer künstlerisch nicht so durchgebildeter Hand, auch in derberer Auffassung, ist der Grabstein der Hedwig Elisabeth von Gersdorff geb. Vitzthum von Eckstädt, † 1661, vierundzwanzig Jahre alt. (Taf. XLVIII.) Wie bei dem Grabstein des Matthäus Braun ist auch hier der obere Teil des Mittelstückes beschriftet, der untere ist bemalt gewesen. Den Rand des Steines nimmt zu unterst ein auf einen Totenkopf sich stützender, eine Fahne haltender liegender Putto ein, zu den Seiten unten stehen auf Konsolen zwei Frauengestalten, Wahrheit und Glaube, darüber auf Konsolen zwei Palmenzweige tragende Knabenengel, die als oberen mittleren Abschluß der Platte in einem Kranze das Familienwappen von Gersdorff und Vitzthum von Eckstädt halten.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 67. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/79&oldid=- (Version vom 2.3.2026)