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Grabstein des Siegmund von Schlichting, † 1625, kurfürstl. sächs. Kammerjunker. Die Sandsteinplatte zeigt dieselbe Ausführung wie die der von Taubeschen Eheleute. Es befinden sich auf dem Steine die Wappen der Familien:
| von Schlichting | von Gesen | |
| von Lockowen | von Wesznig | |
| von Trosykaw | von Witzleben | |
| von Kittlitz | von Hönen. |
Oettrich führt auf S. 10 bei dem Todesjahr des Verstorbenen als besonders bemerkenswert an: „Herr Siegmund von Schlichtigk, Churfl. Sächs. Cammer-Juncker, welcher von einer solchen Dicke und Schwere gewesen, daß selbigen den 9. Octobr. da er beerdiget worden, man an einer Hebe, von zwölff Männern, in das Grab hinunter lassen müssen.“
Grabstein der Gertraud Helfferich geb. Doerer, † 1629, dreiundzwanzig Jahre alt, Gattin des kurfürstl. sächs. Rates Nicolaus Helfferich. Schwarze beschriftete Marmorplatte mit einem Alabasterwappen.
Grabstein des Wenzel Herzan Freiherrn von Harras auf Lübben, † 1631. Beschriftete Marmorplatte. In der Mitte im Vierpaß das zerstörte Familienwappen. Der obere Teil des Steines fehlt.
Grabstein des Moritz Christian Graf von Brandenstein, Freiherr zu Oppurg, † 1632. (Taf. LII.) Sandsteinplatte mit schmalem Rande. Im oberen Teile nimmt das von Brandensteinsche Wappen auf gemustertem Grunde die Breite des Steines ein, den übrigen Raum füllt die Inschrift.
Nach Oettrich sind sechs Mitglieder dieser Familie in der Sophienkirche bestattet worden, die zum Teil als Räte und Offiziere hervorragende Stellungen am kurfürstlich sächsischen Hofe einnahmen. Besonders traurig war das Schicksal des Grafen Karl von Brandenstein, das die wechselvollen und unsicheren Verhältnisse der Zeit des 30jährigen Krieges kennzeichnet. Nach dem am 30. Mai 1635 zu Prag abgeschlossenen Frieden zwischen Österreich und Sachsen hatte der Kurfürst von den Schweden die Räumung Magdeburgs verlangt. Zu diesen Verhandlungen hatte der schwedische Kanzler den ehemaligen kurfürstlichen Geheimrat Grafen Karl von Brandenstein, der in schwedische Dienste übergetreten war, mit einigen anderen Abgesandten nach Leipzig geschickt. Die Verhandlungen blieben jedoch ohne Erfolg. Zwei Jahre darauf, am 15. Mai 1637, wurde der Graf, der angeblich von seiten der Schweden mit Friedensvorschlägen nach Wien abgeordnet worden war, ohne Paẞ und ohne freies Geleit spät abends in der Festung Dresden angetroffen und gefangen genommen. Erschwerend für seine Lage war die Anklage, er habe sich an den Erpressungen und furchtbaren Plünderungen und Gewalttaten der schwedischen Armee unter Banér (Februar 1637), die ganz Sachsen in Schrecken gesetzt und mit Abscheu erfüllt hatten, beteiligt. Der Kurfürst berichtete über die Gefangennahme des Grafen an den Kaiser, der die Vollmacht erteilte, ihn zu vernehmen. Er wurde auf dem Dresdner Goldhause gefangen
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 73. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/85&oldid=- (Version vom 4.3.2026)