Seite:Die Sophienkirche in Dresden (1912).pdf/86

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

gehalten, woselbst er 1640 starb und wie Oettrich S. 20 sagt „am 22. Dezember gantz stille in diese Kirche ist gebracht worden“. Sein Grab schmückte kein Leichenstein.

Grabstein der Euphemia Catharina von Milckau geb. von Günterod, † 1632, einundzwanzig Jahre alt. Sandstein. Gleiche Gestaltung des Steines wie der des von Schlichting und der von Taubeschen Eheleute, mit den Wappen der Familien: von Milckau, von Günderode, von Berbisdorf, von Eckersberg, von Haugwitz, von Haugwitz, von Crostewitz, von Kersenbrock.

Grabstein des Johann Joachim von Wartensleben, † 1633, königlich dänischer Rat. Als Gesandter an den kaiserlichen Hof in Wien und den kursächsischen in Dresden abgeordnet, starb er daselbst. Beschriftete Sandsteinplatte, an den Ecken die Wappen derer von Wartensleben auf Exten, Bock von Wülfingen, von Ilten, von Gestorp (?) und Bock von Northoltzen.

Grabstein des Nicolaus Richter, † 1635. Beschriftete schwarze Marmorplatte mit einer am unteren Teile befestigten Alabasterkartusche mit der Hausmarke. Die poetische Grabinschrift enthält die bemerkenswertesten Lebensdaten des Verstorbenen. Sie ist als eine ernst gemeinte Grabinschrift für die Kenntnis der Zeitkultur nicht ganz ohne Interesse. Sie lautet:

„Hier liegt Herr Nicolaus Richter eingesenckt,
     Den Freiberg hat zur Welt gebracht/ A. 1589, den 5. Aug.
     Leipzig zum Handels-Mann gemacht A. 1611.
Da ihn dann GOTT im Ehestand zwierbeschenckt,
Nach seinem Wunsch mit Tugendreichen Frauen.
     Die erste er aus der Blancken Stamm;
     Nachmals eine Cuvelierin nahm:
Mit beyden pflegt er Lieb’ und recht Vertrauen.
Starb endlich auch als wie ein guter Christ / An. 1635
Der Leib allhier, die Seel’ im Himmel ist.“

Grabstein des Christoph Schneider, † 1636, kurfürstl. sächs. Oberst. Schwarze beschriftete Marmortafel mit Alabasterwappen. Durch eine schmale weiße Leiste, die eine innere Inschriftenplatte umschließt, ist ein breiter Rand abgetrennt, auf dessen Ecken und Seiten ursprünglich sechs geflügelte Engelsköpfe, von denen heute nur noch ein einziges erhalten ist, angebracht waren. Wappen und Kopf sind von hervorragend feiner Arbeit. In der unteren Ecke des inneren Raumes sind die teilweise zerstörten Worte eingemeiẞelt:

„Tumul. hunc sic erigeb.
B . han D . Nanni Ch . sax . Archi..“.

Grabstein der Justina Magdalena Jacobi, † 1636. Beschriftete Sandsteinplatte mit Wappen in Relief.

Grabstein des Ernst Christian von Günterod, † 1639. Sandsteinplatte mit schmalem Rande und Kreuze in der Mitte, in gleicher Gestaltung wie der der Frau

Empfohlene Zitierweise:
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 74. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/86&oldid=- (Version vom 4.3.2026)