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17. Jahrhundert weiter besteht, umsomehr als die oktaëdrische Gestalt des zu immer größerer Verwendung kommenden Diamantes diese Formengebung begünstigte. Den unteren Teil des Steines umfaßt der Kasten, der obere an seiner Spitze tafelförmig abgeflachte Teil ragt über denselben hervor. Im Verlaufe des 17. Jahrhunderts wird der einfachere Tafel- und Fazettenschliff allmählich verlassen und kunstvollere Schliffmethoden werden angewendet, wofür ebenfalls einzelne Beispiele bei den Funden vorhanden sind.

Zwei Kreuze, das eine mit großen oblongen Smaragden auf der vorderen Seite, auf der Rückseite mit weißem Schmelz überzogen, veranschaulichen die im 17. Jahrhundert aufkommende und im 18. Jahrhundert beliebt gewordene Mode, eine Wirkung nur durch die in bestimmten Formen zusammengestellten Edelsteine hervorzubringen, wobei das Metall der Fassung völlig zurücktritt. Stiche Augsburger und anderer Künstler aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts sind als Vorlagen für diese Art von Geschmeide benutzt worden. Bei den meisten Kreuzen, Kleinodien und Anhängern sind Vorder- und Rückseiten künstlerisch und technisch gleichmäßig behandelt. Hervorragend gearbeitet und durch die bunten Steine, Perlen und farbigen Schmelz von prächtiger Wirkung sind ein Anhängekruzifix und ein rosettenartiger Anhänger, der aus zwei Teilen, einem oberen schleifenartigen und dem unteren Hauptstück besteht und mit schwarzem feinen Linienornament auf weißem opaken Schmelz und mit Diamantenbesatz verziert ist.

Unter den gefundenen Ketten sind fast alle Formen vertreten, wie sie die Renaissancezeit bereits ausgebildet hat; einige der Ketten und Armbänder gehören auch dem 16. Jahrhundert an, die meisten aber sind Arbeiten des 17. Jahrhunderts. Die kürzeren Ketten wurden eng um den Hals oder den hochstehenden Kragen gelegt, die längeren, an denen zumeist ein Anhänger, ein Kreuz oder ähnliches hing, ruhten auf den Schultern und man trug sie über die Brust herabfallend. Beispiele von ineinander gefügten einfachen runden bis zu den reichsten bijouartig geformten Kettengliedern sind gefunden worden und auf den Tafeln abgebildet. Von zierlicher Arbeit ist eine lange Kette, die aus dünnen gewundenen und eine andere, die aus eckigen Gliedern gebildet ist. Aus einzelnen flachen, aus gebogenem Draht gearbeiteten Hauptgliedern, die von kleinen runden Ringen zusammengehalten werden, ist eine Kette zusammengesetzt. Eine reiche Halskette besteht aus zweierlei im Wechsel aneinandergereihten kleinen bijouartigen Gebilden, von denen jedes zweite Glied einen Diamanten als Mittelstück trägt; alle Glieder sind reich mit farbigem Schmelz überzogen.

Den Ketten reihen sich die von Männern ebenso wie von Frauen getragenen Armbänder an, deren Schließen reich und kunstvoll verziert sind. Daß nur verhältnismäßig wenige Armbänder zutage kamen, dürfte seinen Grund in der im 17. Jahrhundert üblichen Frauentracht haben, die lange, auf die Hand fallende Ärmel bevorzugte. Besondere Erwähnung verdienen die schönen Armbänder, deren einzelne durch kleine Ringe zusammengehaltene Glieder aus ganz verschiedenfarbigen

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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/94&oldid=- (Version vom 16.3.2026)