Seite:Die Sophienkirche in Dresden (1912).pdf/96
Von Kurfürst Christian I. ist im Jahre 1589 der „Orden der goldenen Gesellschaft in Sachsen“ gegründet worden. (Taf. LVIII.) Das Ordenszeichen ist ein von einer langen Halskette herabhängendes kleinodartiges Medaillon, das durch drei kleine Ketten und einen Ring, unter dem der Kurfürstenhut angebracht ist, mit der Hauptkette verbunden wird. Die Kette besteht aus Gliedern von gebogenen Strängen, die von einfachen kleinen Verbindungsringen zusammengehalten werden. Die Kettenschließe wird von einer emaillierten Renaissancerosette gebildet. In ähnlicher Form und Ausstattung ist das Verbindungsglied von Kette und Kleinod hergestellt, das auf beiden Seiten gleichartig verziert und ebenfalls reich emailliert ist. Im Mittelfelde desselben sieht man ein von einem Pfeile und einem Schwerte kreuzweis durchbohrtes rotes Herz, auf dem einerseits eine in weißem Email als Fides bezeichnete Figur mit Kreuz und Gesetzestafeln, zur Seite einen Kelch, auf der anderen Seite eine Frauengestalt, Constantia, mit einem Anker und einem Schleier (?) aufgemalt sind. Auf dem das Herz umgebenden goldenen Bande liest man die auf beiden Seiten gleiche Inschrift in schwarzem Email: „Virtutis Amore 1589.“ Dieses Inschriftenband ist mit einem zweiten äußeren durch einen grünen durchbrochenen Rautenkranz verbunden, auf dem, ebenfalls auf beiden Seiten gleich, die Inschrift „Qui perseveraverit usque ad finem, salvus erit“ steht. Der äußere Rand des Medaillons wird durch eine feingeformte durchbrochene Renaissanceumrahmung gebildet, an der einzelne Teile blau, weiß und rot emailliert sind. Als oberen Abschluß des Rahmens gewahrt man ein von zwei weißen Händen gehaltenes rotes Herz, über dem ein Ornamentschildchen die schwarzen Buchstaben „F S V“ (Fide sed vide) trägt. Der Orden der goldenen Gesellschaft scheint auch nach dem Tode des Kurfürsten wenigstens noch kurze Zeit weiterbestanden zu haben. Es geht das aus einem vom 26. Januar 1592 datierten Berichte Heinrichs von Treben hervor, den Johann Joachim Schwaben in einer 1756 in Leipzig gedruckten kleinen Schrift über die Ritterorden S. 16 anführt. In diesem Berichte meldet Heinrich von Treben der verwitweten Kurfürstin Sophie, „er habe die von dem hochseligen Kurfürsten Christian, dem Herzoge Friedrich Wilhelm zu Altenburg zugedachte Gesellschaft, oder das Ordenszeichen, im Namen und auf Befehl Kurfürst Johann Georgs zu Brandenburg, zu Weimar, nebst dem Inhalte zugestellet; der denn auch solchen zu tragen, mit aller andern Willfährigkeit sich erboten“.
Um das Jahr 1600 wurde von dem damals noch unter Vormundschaft des Herzogs Friedrich Wilhelm zu Sachsen-Weimar stehenden Kurfürsten Christian II. und seinen beiden Brüdern Johann Georg und August der „Orden der brüderlichen Liebe und Einigkeit in Sachsen“ gestiftet. (Taf. LVIII.) Die Kette ist aus emaillierten Gliedern, Schilden mit den kursächsischen Wappen und je zwei ineinander geschlungenen Händen, die durch Ringe mit den Schilden verbunden sind, zusammengesetzt. Die Schließe hat die Form einer emaillierten Renaissancerosette. Von einem knopfartigen, mit einem Ringe an der Kette hängenden
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 84. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/96&oldid=- (Version vom 16.3.2026)