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Stücke gehen drei kleine Ketten aus, die das Kleinod halten. Dieses wird aus einer runden, im oberen Teile durchbrochenen Goldplatte gebildet, auf der zwei auf grünem Rasen sitzende, sich umarmende und küssende allegorische Frauengestalten, die des Friedens und der Gerechtigkeit, in Email zur Darstellung gebracht sind. Die eine der beiden Frauen hält einen Palmzweig, die andere eine Wage in der Hand. Diese Mittelgruppe ist von einem schwarz emaillierten ringartigen Bande umgeben, das die von den sechs farbig emaillierten Wappenschilden des sächsischen Kurhauses durchsetzte goldene Inschrift: „Ecce quam bonum et quam jucundum habitare fratres in unum“ trägt. Oben und unten, sowie an den Seiten ist das Schriftband von zierlichen Ornamentstücken, kleine emaillierte Delphine und Ranken aufweisend, geschmückt. Die Perle, die den untersten Abschluß bildete, ist hier, wie auch bei den meisten anderen Anhängern, verwittert. Durch den Tod Christians II. († 1611) und Augusts († 1615) verlor der Orden seine Bedeutung und ging ein.
Das Abzeichen der „Gesellschaft des Kurfürsten Christians II. von Sachsen“, das in drei Exemplaren gefunden worden ist, besteht aus einer goldenen emaillierten Kette von dreißig ovalen durchbrochenen Gliedern mit einer runden emaillierten Schließe und einem an drei kleinen Ketten hängenden ovalen ebenfalls durchbrochenen emaillierten Kleinod. (Taf. LIX.) Von den Kettengliedern, die durch kleine Ringe zusammengehalten werden, sind fünfzehn durch ein von einem Kurhut bedecktes, in seiner Mitte ein weißes C (Christian) enthaltendes, rot emailliertes Herzschild geziert, das von zwei weiß emaillierten Händen gehalten wird. Die fünfzehn mit diesen abwechselnden Glieder zeigen auf beiden Seiten die in den betreffenden Farben emaillierten Wappenschilde des damaligen großen sächsischen Wappens: Kur, Sachsen, Thüringen, Meißen, Pfalzsachsen, Pfalzthüringen, Orlamünde, Pleißen, Landsberg, Brena, Altenburg, Burggraftum Magdeburg, Eisenberg, Regalien, Henneberg. Die beiden Ösen der einzelnen Kettenglieder schmücken blaue Vergißmeinnichtblüten in Email.
Als Mittelstück des Schlosses gewahrt man einen größeren ovalen und gewölbten, einseitig ausgeführten gespaltenen Schild der Kur und von Sachsen, der von einer durchbrochenen grünen Umrahmung, die mit vier Vergißmeinnichtblüten besetzt ist, eingefaßt wird.
Auf der Vorderseite des durchbrochenen Kleinods sieht man, durch feines emailliertes Arabeskenwerk mit der Umrahmung verbunden, unter dem strahlenden Auge Gottes den ovalen gespaltenen Schild der Kur und von Sachsen. Darüber und darunter sind zwei von Rollwerk eingefaßte Schrifttäfelchen befestigt, auf denen in schwarzen Buchstaben die Worte „A . DEO / PRO IMPERIO“ zu lesen sind. An dem unteren Rande der unteren Schrifttafel gewahrt man ebenfalls eine Vergißmeinnichtblüte. Die Rückseite ist gleichartig gestaltet, nur zeigt der Schild auf himmelblauem Grunde eine von sechs Sternen umstellte Sonne und die Inschrifttafeln enthalten die Worte: „TIME . DEVM“ und „HONORA . CÆ SAREM“.
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 85. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/97&oldid=- (Version vom 16.3.2026)