Seite:Die Sophienkirche in Dresden (1912).pdf/98
Es ist das der Wahlspruch, der auf mehreren Medaillen und den Sterbemünzen des jüngsten Bruders des Kurfürsten, des Herzogs August, vorkommt.
Die Umrahmung des Kleinods wird durch eine grüne Raute, die mit vier Vergißmeinnichtblüten besetzt ist, gebildet und trägt als oberes Mittelstück, an dem die kleine Anhängekette befestigt ist, den Kurhut. Die Perlen, die am unteren Ende des Kleinods an einem Stifte angebracht waren, sind verwittert.
Christian II. hatte dieses Abzeichen seiner Gesellschaft nach erlangter Volljährigkeit und der Übernahme der für ihn bis zum 23. Septbr. 1601 von Herzog Friedrich Wilhelm als Administrator geführten Regierung gestiftet. Dargestellt ist diese Gesellschaftskette u. a. auf dem Bildnisse Christians II. in ganzer Figur von H. Göding im Kgl. Grünen Gewölbe, sowie auf einem Brustbilde des Kurfürsten im Kgl. Historischen Museum zu Dresden.
Als äußeres Zeichen seiner unwandelbaren Treue zum Kaiser stiftete Kurfürst Christian II. 1611 eine Kette. (Taf. LX.)
Nach dem am 25. März 1609 erfolgten Tode des letzten Herzogs von Jülich, Cleve und Berg machte Kurfürst Christian II. in dem sich entspinnenden jülich-clevischen Erbstreit seine Ansprüche beim Kaiser geltend. Am 7. Juli 1610 wurde das Gesamthaus Sachsen mit den Herzogtümern Jülich, Cleve und Berg, den Grafschaften Mark und Ravensberg, der Herrlichkeit zu Genep, und allen anderen zugehörigen Herrschaften feierlich belehnt. Für Sachsen hatte jedoch diese Belehnung nur eine Vermehrung des Titels und des Wappens zur Folge, denn die betreffenden Lande waren bereits von dem Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg und dem Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neuburg in Besitz genommen worden, und spätere Verhandlungen, wie die kaiserliche Kommission in Köln 1610 und die Beratung zu Jüterbog 1611, hatten keinen Erfolg. Johann Sigismund von Brandenburg und Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg konnten die mit bewaffneter Hand vollzogene Besitzergreifung der Länder nur dadurch bewerkstelligen, daß sie der im Jahre 1608 zu Ahausen begründeten Union beigetreten waren. Dieser Bund war gegen die wachsende katholische Reaktion von mehreren protestantischen Fürsten im Einvernehmen mit Frankreich gegründet worden. Als Gegenbund zur Erhaltung und Verteidigung der katholischen Religion war 1610 unter Führung des Herzogs Maximilian von Bayern die Liga entstanden. Kurfürst Christian II., der einer Verbindung mit Frankreich von Herzen aus abgeneigt und dem Führer der Union, dem calvinistischen Kurfürsten von der Pfalz, nicht wohlgeneigt war, trat weder der Liga noch der Union bei und bewies damit seine treue Anhängerschaft an den ihm befreundeten Kaiser.
Die gestiftete Kette enthält zwanzig einzelne Glieder, die durch drei, einen etwas größeren gewundenen Mittelring und zwei kleineren glatten Ringen zusammengefaßt werden. Zehn dieser Glieder sind oval gebildet und beiderseits mit den kursächsischen Wappen in buntem Email geschmückt, die anderen mit diesen abwechselnden zehn Glieder stellen grüne mit blauen Vergißmeinnichtblüten besetzte
Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 86. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/98&oldid=- (Version vom 16.3.2026)