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Kränze dar, die je von zwei weiß emaillierten Händen gehalten werden. Die runde durchbrochene Schließe weist den kaiserlichen Doppeladler in Email auf, dessen Brust das gespaltene Wappen der Kur und von Sachsen aufgenommen hat. An der Kette hängt eine kleine schleifenartige emaillierte Agraffe mit drei kleinen Ketten, die das ovale durchbrochene Kleinod halten. Dieses zeigt, von einer Rautenumrahmung und einem inneren Schriftbande eingefaßt, in durchbrochener Arbeit und bunter Emaillierung, das Kurwappen auf der Brust des kaiserlichen Doppeladlers. Die Umschrift in schwarzen Buchstaben lautet: „Sub umbra alarum tuarum 1611“ und „Prius mori quam fidem fallere“. Die Perle, die am unteren Ende des Kleinods herabhing, ist verwittert.

Eine hervorragend schön gearbeitete Jagd-Gesellschaftskette scheint ihre Entstehung ebenfalls der Bestellung des prachtliebenden jungen Kurfürsten Christians II. zu verdanken, denn das Schloß der Kette zeigt ein C unter dem Kurhute. (Taf. LXI.) In dem Buchstaben ist ein mit einem Hirschfänger gekreuztes Jagdgewehr angebracht. Aus ähnlichen Jagdsymbolen bestehen die Kettenglieder. Es sind sechsmal sich kreuzende Hirschfänger und Hifthörner, viermal ringartige Pulverhörner mit seitlichen Quasten und zehn grün emaillierte Eichenblätter, bei denen die Innenzeichnung in feinen goldenen Linien stehen gelassen ist. Als unteres Mittelglied dient ein ovaler Ring, der in seinem Inneren in außerordentlich feiner durchbrochener Arbeit links einen grün emaillierten Baum und vor ihm zur rechten Seite einen Jäger zeigt, der einen Hund an einer Leine hält. Ein dickerer gewundener Ring in der Mitte und je zwei kleinere Ringe an den Seiten stellen die Verbindung der Kettenglieder her. An dem unteren Mittelstück hängt an einem Ringe ein Hifthorn und von diesem an drei kleinen Ketten als Kleinod ein ovaler mit Vergißmeinnichtblüten besetzter Reif, der ebenfalls in feinster durchbrochener Arbeit eine Jagdszene – zu beiden Seiten Bäume, in der Mitte ein von einem Hunde verfolgter flüchtender Hirsch – in seinem Inneren umschließt. Das grüne Email der Bäume und des Bodens ist an einigen Stellen verletzt, die Perle als unterster Abschluß des Ganzen nicht mehr erhalten.

Abgesehen von dem Buchstaben C unter dem Kurhute und den bei den anderen Ketten Christians II. ebenfalls vorkommenden Vergißmeinnichtblüten, hat diese Kette mit den anderen auch in der Art der Durcharbeitung, der Emaillierung und der Form der Verbindungsringe die größte Übereinstimmung. Eine Erwähnung dieser Kette in der Literatur konnte ich nicht finden. Das Abzeichen eines Hubertusordens, deren im 17. Jahrhundert mehrere bestanden, ist die Kette nicht, weil das Abzeichen dieses Ordens stets Hubertus oder ein inmitten des Geweihes das Kreuz tragender Hirsch war, hier aber Jagdszenen dargestellt sind.

Zu dieser Jagdkette in Beziehung stehend und vielleicht als ein bescheideneres Abzeichen geltend, gehört wohl das bei der Ausgrabung gefundene, an einer einfachen Halskette hängende grün emaillierte Blatt. (Taf. LVI.)

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Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden. H. von Keller, Dresden, Dresden 1912, Seite 87. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Sophienkirche_in_Dresden_(1912).pdf/99&oldid=- (Version vom 16.3.2026)