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welcher durch Erbvergleich mit seiner Mutter vom 7./14. Dezember 1774 und Konfirmation vom 1. Februar 1775[1] das Eckhaus auf der Seegasse erhielt, später Kaufmann war und am 15. Februar 1784 starb.

Carl Aug. Schmidts Witwe Joh. Sophia, geb. Ostertag, später anderweit verehelicht mit dem Kauf- und Handelsmann Joh. Christian Sauermann[2], erbte 3/9 Anteil und ihr unmündiger Sohn Carl Ferdinand Schmidt, 6/9 Anteil unter dem 16. November 1785[3]. Den Anteil der Schmidtschen Witwe erhielten am 2. November 1791[4] ihr Sohn erster Ehe Carl Ferdinand Schmidt, ihr zweiter Ehemann und der minderjährige Sohn zweiter Ehe Joh. Eduard Ludwig Sauermann zu je 1/9 Anteil in Lehn.

Am 21. September 1801 erstand der Zuckerbäcker Ludwig Theophilus Conradi in freiwilliger Versteigerung der Schmidtschen Erben das auf 3500 Taler gewürdete Haus, es wurde ihm für das höchste Gebot von 3440 Taler zugeschlagen[5].

Mit diesem Besitzwechsel schieden die Erben Bährs und Schmidts von dem Grundstück. Nach Conradis Tode (25. September 1807) ging es zunächst in den Besitz seiner Witwe Johanna Dorothea, geb Meyer, dreier Söhne und einer Tochter[6] über, welche 1808 gemäß dem väterlichen Testamente das auf 5200 Taler gerichtlich taxierte völlig schuldenfreie Haus dem jüngsten, noch unmündigen Sohne Carl Heinrich Conradi, später auch Zuckerbäcker, für 4500 Taler in Anrechnung auf sein vom Vater vorläufig auf 6000 Taler festgesetztes Erbteil überließen[7]. Dieser verkaufte es 1822 für 5000 Taler weiter und erwarb von seiner Mutter am 25. September 1839 das unten genannte Eckhaus am Altmarkt.

Dieselbe bekannte Zuckerbäcker-Familie, wohl aus Waldenburg stammend, besaß seit Dezember 1795 das Haus Schloßstraße Brandkat. Nr. 252, jetzt Abt. A Nr. 675, Große Brüdergasse Nr. 1, bis 1816 und ferner durch die oben genannte Frau Joh. Dor. Conradi seit 30. September 1805 das große Eckhaus an Altmarkt und Seestraße (bis 1839 Brandkat. Nr. 33), jetzt Seestraße Nr. 1, wovon 1884 auf einem Trennstück ein Neubau, jetzt Brandkat. Abt. Nr. 451B, Seestraße Nr. 3 errichtet wurde, in dem bis Juli 1910 die Conradische Konditorei bestand.




Löwen in Dresden 1568.
Von Dr. phil. O. A. Hecker.

Der ehemalige Privatsekretär des Kurfürsten Moritz, Joachim Faust, hat uns in einem umfangreichen Aktenbündel viele wertvolle Zeugnisse über seine Tätigkeit aufbewahrt, die dann später nach seinem Tode wegen ihrer Wichtigkeit vom Staate beschlagnahmt worden sind[8]. Neben dem vielen politisch Wichtigen findet sich in dieser Hinterlassenschaft auch eine große Menge kulturgeschichtlicher Dokumente. Mancher bekannte Name der Zeit taucht da in ganz anderem Zusammenhange auf, als wir ihn zu sehen gewohnt sind – Hieronymus Lotter z. B., der berühmte Erbauer des Leipziger Rathauses, zeigt sich hier in der Eigenschaft als praktischer Weinhändler – aber gelegentlich kann man hier vor allem auch einen Blick tun in das alltägliche Getriebe der großen Menge, von dem uns sonst keine Kunde in Sage und Geschichte klingt. Joachim Faust scheint sich in den fünfziger Jahren des 16. Jahrhunderts in Dresden vielfach – ob des Verdienstes wegen bleibe dahingestellt – mit der Briefstellerei für den kleinen Mann, der des Schreibens selbst unkundig war, befaßt zu haben, und da zieht nun wohl meist dessen Not und Sorge in seinen Episteln an uns vorüber, aber wir begegnen doch auch gelegentlich anderen Äußerungen ihres Empfindens, z. B. einem rührenden Pflichteifer um das übertragene Amt, wenn es andern auch noch so überflüssig scheinen mochte. Im folgenden gebe ich zwei solcher Briefe wieder, die Faust für den Löwenwärter des Kurfürsten August entworfen hat und die dessen Fürsorge um die ihm anvertrauten Tiere gegenüber der Gleichgültigkeit des Kurfürsten treulich widerspiegeln. Sie reden in ihrer Einfachheit eine so selbstverständliche Sprache, daß sie wohl keines weiteren Kommentars bedürfen:

I. An den Kurfürsten; ohne Ort, undatiert. Gnedigster furst und herr.

Nachdeme E. kf. G. einen jungen lowen und eine junge lobin anhero geschick und darbei mir, dieselben anzunemen, gnedigst haben schreiben lassen und begert, daß ich denen, so dieselben anher bracht, um die wartung, was ihnen teglichen zu geben von noten, auch der forigen baider, dem großen lowen und lowin, zur notturft geraichet werden, befragen sollte, darmit ihnen nicht uberfluß vorgeworfen und von dem vorigen lewenwarter vielleicht zu seinem vorteil vergeben sein mochte etc., habe ich in aller untertenigkeit entpfangen, verlesen und dem zu untertenigster folge mich alsbalde mit demselbigen lewenwarter nach aller notturft unterredet und von ihme vernommen, nachdem sein herr der landgraf


  1. Contract-Buch de ao. 1775, Bl. 159.
  2. In „Dresden zur zweckmäßigen Kenntnis seiner Häuser und Bewohner“ 1797 S. 11 und 1799 S. 243 ist er Lauermann genannt.
  3. Contract-Buch de ao. 1785, Bl. 453.
  4. Contract-Buch de ao. 1791 Bl. 327.
  5. Contract-Buch de ao. 1801, Bl. 355.
  6. Contract-Buch de ao. 1808, Bl. 443.
  7. Ebenda Bl. 448.
  8. Hauptstaatsarchiv, Loc. 9667. Etliche Herzog Moritzen zu Sachsen alte gemeine Landhendel Bl. 316 ff.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 126. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/129&oldid=- (Version vom 20.2.2026)