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Maths Poppe. Der alde Jobstel und Jobst Kothwich sint aber erschynen. Ist ine zur antwurth gegeben, das dem rathe fast beschwerlich, eynen ungehorsamen so bald wider auffzunhemen, doch in ansehung irer bitt wol ein rath gedult tragen und Poppen vorgessenheit uff 5 silbern ß (Schock Groschen) zu vorbussen gelassen. Wan dy geleget, solle er wider zu gnaden komen. – Nach gehaltenem gesprech uff gedachter vorbitt ists im (ihm) gelassen uff 2 ß, Michaelis eyns und weyhnachten das ander, dorvor der alde Jostel burge und Kotwig. Dorneben angezeigt, im Matz Poppen sein ungehorsam und allenthalben dy straff etc. und wirt er wider komen, sol ime eyn straff widerfaren, der er sich nicht vorsehen, und sall es den viermeistern (Obermeistern der Tuchmacher) abebitten. Wirt des handtwergs straffe ins raths straffe gezogen, dyweil dy viermeister dem rathe zugethan und an des raths stadt vorschimpffet. – Ist geschehen, hats ine den viermeistern als Gorg Graupitzen und den andern umb gots willen abgebethen. Dy viermeister sollen ine halden als eynen meister und allenthalben ime pflegen, was eynem andern, des gleichen soll er auch thun etc. Domit alle sachen und irrung uffgehaben.

Michel Uel. Sonabent darnach (20. VII) hat Michel Uel[1] dem burgermeister von des raths wegen angeglobt, an keynem werckeltage zum bier zu gehen, darumb das er den achtbarn hern licentiaten Emser[2] mit worten in trunckenheit beschwert etc.

Der alden Nabelin erben. Freitag nach vincula Petri (2. VIII) ist der burgermeister Byner sampt Franz Schmeissern entwichen (hinausgegangen) und uff Mistbachs sampt der andern erben der alde Nabelin anregen beschlossen, dyweil der burgermeister nach (noch) etlich gelt innehat, so im dy alde Nabelin bey gutten treuen, arme leuthen auszuspenden bevolhen, und sulch gelt dy freundschafft der Nabelin als ir nehsten erben gefordert, welchs doch der burgermeister sunder weysung eyns erbarn raths ader M. g. H. (Meines gnädigen Herrn) ine zu reichen nicht gesonnen, weil er dasselbig in seinen gewissen nicht zu vorantworten, das, wo sye beider seits sich zu vortragen unmugend (unvermögend), der falh nach notturfft aufgezeichent und zu vorsprechen (zum Urteilsprechen) gegen Leiptzk solle vorchickt werden, domit unkost und ferner muhe abgeschnitten. Doruff der schwarze magister von wegen der von Torgaw und anderer freuntschafft geantwurt, er wolle sulchs denselbigen zu Torgaw schreiben, auch ferner mit der freuntschafft underreden etc. und wider dem rathe ein antwurth geben etc.

(Nachschrift:) Dise sache ist dornstags noch Felicis anno im 28. (15. I. 1528) vor U. g. H. rethe vortragen (verglichen), also das burgermeister Byner den erben von dem bescheiden gelde 40 fl. (Gulden) zu seiner gelegenheit reichen sall, doch das sy allesampt wie geburlich vorzicht thun.

Vigilia Laurentii (9. VIII) hat der rath Kunigen dem jarkoch angezeigt, ut supra freitag post visitationis (3. VII) im memorial, nemlich das eyner so vil als der ander soll schlachten. In bencken mag jeder noch seinem gefallen sich erhollen, sunst ane das.

Eodem die ist her Gregor pfarrer zu Leuben mit dem pauer Gotze gnant, der noch (nach) ime mit eynem kenchen (Kännchen) geworffen, vortragen, sollen beider seits fridlich gegen einander halten und nicht bruchig werden etc. Ist dem burgermeister angeglobet, sal der pauer den gerichten zu abtrag 1 ß (Schock Groschen) geben.

Magister Romelts schulde sollen beruhen bis uff Michaelis und alsdan wo Cristman wirt gelt einlegen, wie er zugesagt.

Item ist beschlossen, das man zwue rehmen (zwei Tuchrahmen) zu den andern dreien im quinger (Zwinger) bauen sal.

Vigilia assumptionis (14. VIII) ist des kuchenmeisters hausknecht gefengklich angenohmen, darumb das er Thomas von der Heyden mit blosem wehr uberlauffen, mit zusage, das derselbige hausknecht uff Thomas von der Heyden ansuchen uff gleich und recht solle behalden werden etc.

Wildebald Seler eyn zigelstreichergesell ist außgelassen, vide im memorial.

Den zweien jarkochen ist urlaub gegeben, dyweil keine eynigkeit noch freuntschafft, sunder ewiger zanck und hader etc. zwuschen ine vormarckt etc. Uff Michaelis wirt eyn rath uff andere gedencken, auch soll gleichwol eyner nicht meher dan der ander schlachten schweinen fleisch. (Nachschrift:) Hans Kunigen wider zugesagt den wintter mittwoch post crucis (18. IX).

Sauppe sal dem richter 16 gr. geben, darumb das er in Fabian Fladen hauße mit worten gefrevelt und sunderlich got gelestert. Dovor ist Paul Kolig burge.

Margkmeister und bote. Mittwoch noch Sebaldi (21. VIII) ist im rathe beschlossen, das dem martmeister vorthin dy 2 gr., so dem boten gegeben zu seinen 8 gr., dy man im wochlich gibet, sollen zukomen, domit er sich der statlicher zu erhalten, und ferner nichts auffm


  1. Michel Uhl, ein Tischler, war wol schon damals lutherisch gesinnt; trotzdem bekam er 1528 vom Brückenamte den Auftrag, für die Kreuzkirche die große Tafel anzufertigen, auf die Hans der Maler die noch jetzt im Stadtmuseum aufbewahrten Darstellungen der 10 Gebote malte. Nach Einführung der Reformation kaufte er 1547 das in Holz geschnitzte Erlösergrab aus der Kreuzkirche und machte ein Bett daraus, fand aber dafür begreiflicherweise keinen Abnehmer. Vgl. Richter III, 284.
  2. Hieronymus Emser, der bekannte Hofkaplan Herzog Georgs und streitbare Gegner Luthers.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 159. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/162&oldid=- (Version vom 26.1.2026)