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margkt auffheben, sunder dyselbige gerechtigkeit uffm margkt sal dem boten bleiben, wi zuvor gewest, auff das sich nymand zu beclagen, der margkmeister wolle sich zun leuthen nottigen, und sollen beide der margkmeister und bote vleissig achtung zu haben eyn iglicher, was im zustendig. Ist in angesagt vigilia Bartholomei (23. VIII).

Eodem die ist durch den burgermeister von des raths wegen eyn hulffstag wider Hans Hornig angestelt, wo er dy leuthe nicht bezalt als morgen uber acht tage etc.

Volgendes tags sint bede rethe vorsammelt gewest, ist geratschlaget erstlich von dem weinschencken, ab dy cleinen handtwerge auch wein zu schencken sollen macht haben. Daruff beschlossen, das alle handtwergker sollen wein schencken wie vor alders, domit der wein, weil alhir ein weinwachs got lob, wi sunst ander stete mit anderem begnadet, hirin in der stadt bleiben und nicht in frembde stete gefurt moge werden. (Diese Begründung des Beschlusses ist durchgestrichen und dafür an den Rand geschrieben: domit eynigkeit und gehorsam zu erhalten, widerwill, gezencke vormieden werden.) Doch das es zuvor U. g. H. angezeigt und allenthalben, was uff beiden seiten zu bewegen, noch notturfft werde angezeigt.

Zum andern des maltzes und gersten halben beschlossen, das der burgermeister mit dem landvoigt wolle reden zu vorschaffen bey den von Pirne, das dy gerste nicht hocher itzmals den umb 8 gr. und das maltz 2 gr. meher solle vorkaufft werden.

Den nackbarn bey Fabian Fladen herfur ist bevolhn, dy atzocht (aizucht, Schleuse) in acht tagen zu reynigen, und an welchem der fehl befunden wirt ader prophet (Privet) ader schweinstall doruff bauen, der sall ins raths gehorsam und buß fallen etc. actum vigilia Bartholomei (23. VIII).

Bornmeyster im Loche. Mitwoch nach Bartholomei (28. VIII) sint Nickel Nahel und der schwartzferber im Loche zu bornmeistern vorordent.

Mats Poppe hat eyn supplicacion an rath uber dy viermeister der tuchmacher geantwortet, haben dy tuchmacher bedencken uffn nehsten freitag zu anthworten und Poppen mitler zeit sein handtwerg widder gegeben.

Frantz Schmeisser und Melcher Gerber vortragen, das Schmeisser dy sieben fuder mist, so er hat lassen wegk fuhren, sampt dem achten fuder, so geladen, sal behalden und sich darumb mit Clotzschen vortragen, welcher ferner mit Melcher Gerbern, von dem er stroe daran genohmen, wol wirt wissen sich zu halten. Den hinderstelligen sal Melcher Gerber behalten, nach seynem gefallen domit zu gebaren, und sollen beide wi zuvor gutte freunde und schweger sein, eyner dem andern was lieb und freuntschafft erzeigen, zuvor weil sy beide des raths und derwegen nicht wol anstehen wurd, sich mit einander zancken und uneynigen.

Lorentz Graeln hat der burgermeister von wegen des raths angesagt, das er zwuschen hir und Michaelis seyn hauß betzihen ader vorkauffen sall. Ist ime in sitzendem rathe freitag post Egidii (6. IX) auch gesagt.

Steurmeister. Freitag post Augustini (30. VIII) Christoff Thormitz ist auffgenohmen zum steurmeister (Steuermann des Ratsschiffes) in ansehung, das er besessen (ansässig), in seinem thuen vleyssig und sunderlich das er bekant und lange zeit uff der Elbe gefarn, das also zu vorhoffen, er solle zutreglicher und dem rathe nutzbar sein.

Dy hausgenossen sollen dy Katzbach helffen reumen nach alder gewonheit. Welcher es nicht vormag, soll nach seinem vormogen uffs baumeisters erkentnus gelt geben.

Schuster. Gorg Symon hat sich beclagt, nachdem ine dy viermeister der schuster zum schuschauer gekorn, wy ubelich, das er mit unnutzen worten beschwert und vorcleinet, inmassen Jentzsch sein mitgesell im angezeigt. Derwegen gebeten, gonstige einsehung zu thun etc. Doruff der rath beschlossen, das er wie geschehen hinfurder dy schue besichtigen mit vleys solle unangesehen ir keins einrede, solle auch dermassen dem gantzen handtwerge in beysein ires herren, so vom rathe zugegeben, angezeigt werden.

Tuchmacher Matz Poppe. Dy viermeister der tuchmacher des itzigen und vorgangen jars haben ir anthwurt auff Poppen supplicacion gethan, erstlich das Poppe mit unwarheit den rath berichtet, indem das er anzeigt, es solle ein nauickeit (Neuigkeit) sein, das dyjenigen, so warff zu spinnen außtragen, sollen darumb gestrafft werden, so es doch vor 18, 20, 30 jarn gehalden, gewilliget durch U. g. H. rethe, desgleichen vom erbarn rathe vor guth gantzer stadt, arm und reich zutreglich angesehen nachgelassen etc. Und nach vilfeltigem handel (Verhandlung) hat eyn rath beschlossen und zur antwurth gegeben, eyn rath wisse sich zum teyl zu erinnern, das vorgangen jharn, inmassen durch U. g. H. rethe beschehen, dem handtwerge nachgelassen, dise und andere stucke, so dem handtwerge und gemeyner stad zu nutz und gedeien reichen, zu machen, auffzurichten, dy ubertreter zu straffen etc. Derhalb seh es eyn rath nach vor guth an, das uber disem mit ernst gehalden werde, derwegen auch eyn rath sulche in ir confirmation zu setzen geneigt, und was dem handtwerge arm und reich nutzlich und fromlich zu sein befunden und durch dy viermeister desgleichen vom gantzen handtwerge bewilliget wurde, soll vorher des raths daruber gehalten und geschutzt werden. Und dyweil Maths Poppe in disem stucke offtmals bruchig befunden, welchs er zuvor hat helffen bewilligen, und dyjenigen, so es uberschritten,

Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 160. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/163&oldid=- (Version vom 27.1.2026)