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Stamern Nickel. Stamern Nickel wider zum brauer auffgenohmen, doch also, das er alle wochen 10 gr. beym pfanhern eynlegen sall, domit seyn schulde bezalt werden.
Sabatho post omnium sanctorum (9. XI) dem haußman (Kreuzturmwächter) urlob gegeben, ab her nachmals vleyssiger wurd sein, doch mit vorbehalt.
Hans Heringen sein burgerrecht uffgesagt ut supra, darumb das er nicht in gehorsam gegangen uff bevelh des raths, so er doch den knechten bey treuen und eren und verlihrung des handtwergs angeglobet, irem bevelich sich zu halden etc.
Ficklern und Peterman angezeiget, etwan ire heußer zu bezihen ader dy burgerliche nahrung zu vorlassen.
Meister Caspar der moller. Sabatho noch Leonhardi (9. XI) ist in sitzendem rathe beschlossen, das der moller meister Caspar sol angenohmen werden also, das er allzeit dis jar uber uff Martini anzufangen dy dritte metze von allem getrede und maltz und der rathe zwue haben soll. Der rath sall wagen und pferde schicken, alle noddurff dazu vorschaffen, dagegen der moller eyn fuhrknecht halden mit essen und trinken vorsorgen, dem der rathe lohnen wirt.
Her Wentzel Kuhemoller. Mitwoch noch Martini (13. XI) ist von des raths wegen her Wentzel Kuhmollern altaristen gesagt, weil bey ime vorgangen tag am abend in seiner feurmaur feur auskomen und nicht gemeldet, derwegen er dem rathe ein silbern schock zu geben pflichtig und bußfellig wurden. Wil eyn rath sulch schock doch uff ferner bedencken uff sein entschuldigung und bitt itzmals bey sich halden, mit anzeigung, das er ferner vleyssiger in seim hauße auffsehen und sich boser ader vordechtiger personen enthalden wolle, domit von seinetwegen keine vorwarlosung ader schaden entstehen und seiner person unvordechtig und unbeschulden bleiben mogen.
Dornstag post Martini (14. XI) sind bede rethe vorsamlet und erstlich von wegen burgermeister Naumans uff anregen des cantzlers, das man ime etlich gelt des sindicats halben zu geben gehandelt etc. Zum andern der zinse halben, so uff den vorbauten und auserkaufften gerten stehen etc.
Valten Schmieds erben schulden. Freitag post Martini (15. XI) Jacoff von Schonbergs son von wegen der Schmide, seiner armer leuthen (bäuerlichen Untertanen), ist mit der nachgelassen witwen Valten Schmids aller ansprach vortragen, also das dy frau iren schwegern den Schmiden uff nehstkunfftig Walpurgen 8 fl. und uff weyhenachten uber eyn jar auch 8 fl. geben sall etc.
Brauer. Mitwoch noch Elisabeth (20. XI) Paul Frantz zum brauer angenohmen an Mittiches stad etc. Juravit more solito.
Zschutzschkewitz brauhauß. Sonabent noch Elisabeth (23. XI) ist in sitzendem rathe berathschlaget, dyweil sich der kretschmar zu Zschutzschkewitz eyn brauhauß zu bauen, auch eyn malh gebrauen und also eyner nauigkeit underfangen, derwegen der rath von Meissen umb beystand und hulffe, sulch beginnen beiden steten zu nachteil vorgenohmen, den rath alhir angelanget, das man den schosser ansuchen, zum gebrauen byer eynen kommer (Wegnahme) gestaten und gescheen lassen, wir darneben dem kretzschmar vorbitten, sich dis gebrauen byers zu schencken enthalten bis zu außtrag der sachen etc. Ist gescheen.
Vigilia Barbarä (3. XII) Nickel Reichel von Aldendresden und die lange Lorentzen sint mit zu kurtzen elen (Ellen) begriffen. Ist in dismalh nachgelassen, doch mit anzegung, wan sye wider betroffen, sie mit straff des rechten vorzunehmen etc.
Hans Hering. Vigilia Nicolai (5. XII) Hans Hering ist wieder ausm gehorsam gelassen, dorein er genommen, das er dem richter und rathe zum offtern, wan man noch im geschickt der schulde halben, ungehorsam aussenbliben, mit anzegung, nochdem im zuvor sein burgerrecht auffgesagt und er sich doch nicht dornach gehalten, das er zwuschen hir und fastnacht vorkeuffen sal etc.
Sonnabent post Nicolai (7. XII) Frantz Schutzen gegen Ranischen uber 1/2 byer itzunt zugegeben von wegen seiner kranckheit, doch hinforder, weil er nicht bauet, sol er nicht meher dann 1/2 byer zu brauen recht haben.
Dy Egerin. Vigilia nativitatis domini (24. XII) der Egerin angezeigt, das eyn rath wil bezalt sein, derhalben moge sie sich also schicken, auff das sie nicht ferner anzulangen.
Hans Hammer zum molhherrn (Mühlherrn) vorordent, in der molh zuzusehen.
Christoff Kromerin gesagt, der Wentzel Kromerin kein gelt zu geben etc.
Balbyrer. Vigilia circumcisionis domini (31. XII) sint alle meister des balbirhandtwergs in sitzendem rathe erschynen und ist ine aus bevelh des rathes bey eyds pflichten angezeigt, das sy keinen vorwundten binden (verbinden) sollen, der richter ader scheppen haben dann wissen darumb ader den vorwuntten besichtiget etc.
Mitwoch nach epiphaniä (7. I). Der alden Lawen tochter von S. Annanbergk spricht, sy sey Burckart Botnern und den andern nichts schuldig, sondern haben sy irem manne ichtwas geborget, sollen sy inen manen, und sonderlich weil dis gelt von irer mutter erbfalh ir zustendig, dovon si nicht pflichtig, des mannes schulden
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 162. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/165&oldid=- (Version vom 4.2.2026)