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zu bezalen, und hat sich also exceptione Vellejani[1] geschutzt. Ist daruff beschied gegeben, eyn radt wisse dy fraue ferner doruber nicht zu weißen, sunder dy gleubiger mogen sich des rechten halden etc.

Thomas Frost, Valten Wayner. Mitwoch noch Felicis (15. I). Thomas Frost beclaget sich uber Valten Wayner, das er im sein zedel, doruff dy rechnung zwuschen inen beiden gestanden, unfuglicher weis zurissen (zerrissen) und mit füssen getreten habe. Doruff Valten Wayner des nicht gestendig zu sein geantwort und gesaget, er habe im eyn hantschrifft zurissen, doruff er im zu viel geschriben etc. Hat der rath doruff erkant und eyn tag gestellet, sich mit eynander zu berechen, wi sie sich beruffen, und mitler zeit sich eyner gegen dem andern fridlich zu halden bey des raths gehorsam, und wan dy rechnung bescheen, sich freuntlich vortragen auch ab irrung entstehen wurde, dyselbige an rath gelangen zu lassen etc.

Der Christman hauß. Dem steinmetzen, so der Christmanin haus gekaufft, von des raths wegen bevolhen, kein gelt auszugeben, sunder wan dy tagezeit kommet, in dy gerichte zu legen, bis dy irrung zwuschen bemelter Christmanin mit irem ehemanne vortragen. Actum ut supra.

Freitag post Felicis (17. I) Jacoff Weyßen von des raths wegen und U. g. H. sein straffe zu geben angesagt.

Messerschmids ehbruch. Der messerschmied, so dy Merten Messerschmieden geelichet in der kleinen Brudergassen neben Schonhansen wonhafftig, ist wider gefengklich eyngenohmen des ehbruchs halben, so er mit eyner dirnen begunst (begangen), weil er nicht hat am gelde zu bezalen etc., das er am leibe pusse (büße), was im seins armuts halben und das man besorgt, er mocht dem weibe und kleinen kindern entlauffen, zu 2 ß gelassen.

Niderlage. Eodem die ist dem alden Jobstel und Gansaugen angezeigt, das sy dy niderlage nicht vor den thoern (Toren), sunder uffm margkte halden sollen. Haben sich beclaget, das dy knechte dy niderlage nicht reyn halden. Ists den knechten mit ernste bevolhen.

Dy durchfahren und nicht abeladen, sollen dem rathe dy gutter vorrechten, doruff dy knechte achtung zu geben, welche von eyner thonnen 1 alden heller zu fordern, wan dy gutter ins landt hineyn gehen; wan sy abe und auffladen von 1 thonnen 1 neuen ₰ (Pfennig); wan dy knechte keren, eyn halb stubichen byer von jhenen, so der niderlagen pflegen.

Schuster, gerber. Freitag post Vincentii (24. I). Dy viermeister der schuster haben neben den gerbern gebeten, zu vorzeichen, wy ine zuvor mitwoch noch Martini nehstvorgangen (13. XI. 1527) zugesagt durch eyn erbarn rath, nemlich das eyn rath, so weit ir weichbild reicht, keyne vorkeuffer der leder zu dulden, auch ab yemandt uberkommen, der sich ausserhalb ires handtwergks vorkeuffens der leder pflegen und gemeyner stadt beschwerung durch sulch auffkeuffen und vorkeuffen zufugen wurd, das derselbig geburlich gestrafft sal werden, doch mit vorbehaldt das eyn rath sulchs allzeit nach erkentnus besserung gemeyner stadt zu andern. Welchs vom amptmann dergleichen auch zugesagt treulich und ungever (ohne Hinterhalt) etc. Uff bemelten tag mitwoch noch Martini sind angezeigt, so dy leder uffkeuffen, zwene Hunichen hinderm alden Sehe, Peter Chrauspe zu Freiberk, Paul Strosberg, Simon Pfundt von Girßdorff, Borisch von Nauslitz, Simon Kuntze, Lorman von Dolen, Donat Hempel, Tzocke von Wilßdorff, Brosius Ebert von Hockendorff und Michel Schuster zum Ohorn.

Hutter. Den huttern uff ir ansuchen zugesagt am wochenmargkte am montag keynem frembden zu gestatten, dy gezogene hütte feyl zu haben.

Sonabent am tage conversionis Pauli (25. I) beide rethe vorsammelt. Erstlich auff bevelh U. g. H. beschlossen, dy wache uffn abent und sunderlich auff heyligen tagen, weil der muttwill mit geschrey und singen uber dy zeit fast uberhandt nimpt, mit desta stercker zu bestellen, dy fruhe ortten (Frühkneipen) vor der messe durch den richter und gerichtsknechte abzustellen und zu wehren.

2. ist des raths vortrostung, U. g. H. werde gemeyne stadt nicht hocher zwinigen noch etwas fordern, dan in S. f. G. zuschreibung begriffen und uffm landtage bewilliget etc.

3. weil vil gerthe vorm Pfortlen durch den baue (Festungsbau) abgangen und dy burger neben andern derwegen große beschwerung befinden, sunderlich der kuchenspeise (Küchengewächse) halben, das das stucke acker dy Scheibe genant an der Rampischen gassen gelegen den monchen von Aldendresden vor 500 fl. ab, gekaufft, dyselbigen zu vorzinsen yhe das 100 mit 5 fl. und mit der zeit zu entrichten, dyweil mans keiner weyße ubergehen mag, uff das dy außgekaufften garten aldo erstattet mogen werden.

4. moglichen vleys bey U. g. H. vorzuwenden, domit das schencken und brauen zu großem nachteil gemeiner stad gereichend mag uffm lande abgeschafft werden als zu Preßenitz mit dem frembden byer, zu Serckewitz, Catitz, Rypchen etc.


  1. Das Senatusconsultum Vellejanum erklärt das Eintreten von Frauenspersonen für fremde Verbindlichkeiten im Hinblick auf ihre Rechtsunerfahrenheit und Geschäftsunkenntnis, sowie auf die Schwachheit des Geschlechts für unwirksam. Vgl. Salkowski, Institutionen, 9. Aufl. S. 451.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 163. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/166&oldid=- (Version vom 30.1.2026)