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5. der worffzins[1] sey keinesweges dem rathe anzunehmen, von den burgern zu ermanen neben dem geschoß, weil dy prister nicht meher den eyn schock doran nachzulassen bedacht, sunder dy priesterschafft solle selbst sulche zinse einbringen, wie sie wissen, dorzu ine dy gerichte zu vorhelffen.

6. was vor zinse uff den aufferkaufften garthen, der pristerschafft und andern zustendig, hinderstellig, sey U. g. H. anzulangen umb gnedige einsehung und das dyjenigen, so dy helffte ader meher an iren gerten behalden, ire zinse volkomlich vortretten und behalden etc. und sonst vorweist.

7. an U. g. H. zu suppliciren der heuser halben, so vor der stadt auffgericht, do zuvor keine feurstadt gewest, das nymanden zu gestatten, neu baustette hinder wissen und willen des rathes uffzurichten, und ab nicht dyjenigen, so vorn thoren des margkts gebrauchen, etwas gemeiner stadt zu guth reichen und geben sollen, sunderlich weil man in feuersnothen dy stadt offen (öffnen) und ine zu hulff kommen, auch schaden von ine gewarthen.

Dinstags post conversionis Pauli (28. I) beide rethe vorsammelt, handtwergen und gemeyne von wegen U. g. H. angezeigt, 1. das U. g. H. kurz nicht gestatten wolle, an heyligen und sontagen eynicherlei weyse zu arbeiten, kein holtz zu fuhren und nichts zu thun, dodurch dy heylige feyer gebrochen mag werden.

2. zum andern menniglichen gewarnet, das nymant uff der gassen bey abent schreyen und unfug uff der gassen uben sult. Es wirt eyn radt dy zeit uber etliche wechter zulegen; wirt ymandt begriffen werden, den wirt man gepurlich straffen. Derwegen ein yeder seine gesellen und gesinde dovor warnen, den sy vors sy zu antworten angesprochen werden.

3. des langen nachtsitzens halben, das hinforder dy gerichtsdyner umbgehen werden, und wer uber 9 hor (Uhr) befunden, zum gehorsam brengen etc. Sal nymand dy knecht mit unnutzen worten abfertigen[2].

4. Des worffzins halben, ab man den hinforder wolle geben. U. g. H. beger sey, der rath solten zu sich nehmen und bey den geschossen einfordern, oder ob man dy ablose etc.

Mitwoch post Pauli conversionis (29. I) Hans Schneiders son und edem (Eidam) von Tolkewitz ist angesaget, das sie ires kauffs außgeschniten zedel machen, und wo eyn rath wirt befinden zwuschen hir und Michaelis, das sie das guth bessern und in wirden halden werden, sal der kauff vortgang haben, wo nicht, wil der rath das guth selbst vorkauffen und sie ans gelt weisen. Ein halb ß sol der son dem vater uff mitefaste geben und der mutter 9 gr. hinforder uff pfingsten erbgelt.

Hans Hesperg. Freitag post conversionis Pauli (31. I) Hans Hesperg hat urlaub gebeten, so lange dy irrung zwuschen im und dem burgermeister Byner jungst dinstags vorgangen erhaben (erhoben) beygeleget worden, dy schlussel seins ampts dem rathe uberantwurt und gesaget, magister Lindener solle das vorwesen. Daruff der burgermeister geantwurt, er wuste ime keinen urlaub zu geben, sunder aldo sessen die hern, er wulde eyn radtschlag mit ine darüber halden. Ist Hesperg davon hinausgangen etc. Sulchs hat der sitzende rath bevolhen einzuschreiben.

Krommesehe. Krommesehen ist das alde des uffdeckers (Abdeckers) haus bey der saltzscheune an der Elbe in ansehung seiner vleyßigen dinst, dem rathe gepfleget und kunfftig zu thun erbottig, zugesaget, also das er eyn halb jar 30 gr. davon geben sal.

Dy fischer an der Elben. Laux Schiffhauer und Bartel Kromer sint durch eyn rath vortragen des frevels halben, so bemelter Schiffhauer Bartel Kromern zugefuget etc. dergestalt. Dyweil sie beide ire sache mechtlich uff ein rath nach langer underhandelung und anforderung gestellt, sal Laux Schiffhauer Bartel Kromern vor sein ausgegeben gelt und und scheden 2 alde ß, in 14 tagen beym richter niderzulegen, geben, sich mit den gerichten und balbirern vortragen und hinforder in freuntschafft zu geleben, fridlich mit worten und wercken zu halden, sampt iren vorwanten, desgleichen Kromer mit seinen sonen gegen Schiffhauern, bey peen (Strafe) 10 fl., welch teyl bruchig mit glaubwirdigen mennern uberweiset ader einicherlei ursach dem andern teil geben wurde, dem rathe zu geben. Schiffhauer hats dem alden Kromer und beiden seinen sonen abgebethen und sich voreyniget.

Vigilia purificationis (1. II) bede rethe vorsammelt gehandelt erstlich von der alden schule, dyweil dy der kirchen zustendig und mit dem maltzhauße vorkaufft etc. das dy vom keuffer wider umb zimlich gelt uffgelassen sol.

2. das eyn rath Hansen Hesperg keynen pfennig sonder rechtlich erkentnus geben wil etc.

3. Hansen Hespergs unfug wider den burgermeister. Hans Hesperg ist durch den rath gefordert und befraget, ab er sein sache beym rathe woll lassen bleiben. Doruff er geantwurt, er habe gestern umb einen urlaub gebeten, sich des rathsstuls zu enthalden, doch also lange er mit Gregor Bynern an den orttern und bey unvordechtigen richtern sein sache ausgefurt werde, alsden wil er sich aller gebur gegen dem rathe halden etc. Doch weil er befragt etc. bit er umb bedenckzeit und frist uff 2 tage.

Dornstags am tage Dorotheä (6. II) sint beide rethe vorsammelt und den burgermeister mit Hansen


  1. Uber den Worfzins vgl. Richter I, 273.
  2. Vgl. eine solche Verordnung von 1504 bei Richter II, 110.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 164. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/167&oldid=- (Version vom 30.1.2026)