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Hespergk vortragen, also das dy gebrechen zugleich auffgehaben und wider voreiniget etc. ferner nicht zu effern (eifern) noch zu gedencken, bey des raths straff.

2. beratschlaget, den kuttelhoff an eynen gelegern orth, domit von gerbern nichts unlustig zukomme, uff U. g. H. bevelh zu bauen etc.

Bartel Baritzsch. Freitag post Dorotheä (7. II) Paritzsch sagt, habs von seiner konst, so er in Doringen uberkommen, das er dy gicht und kranckeyten, dy kein artzt heylen kan, vortreibet und schetze suchet etc.

Ein creutz in wachse gedruckt mit hoer (Haar) umbwunden undern diln gefunden, mit den henden herfur gezogen hat Kilian Kalde selbst gesehen und lassen vorbrennen. Sein frau hat zuvor auch gesehen, das Baritzsch eyn wichsen (wächsern) angesicht in eynem buchslen und weis tuchlen darüber auch undern diln vorgezogen, hat im eyn seiden schnur dreier elen lang und dreierlei farbe lassen machen, eyns daumes dicken, roth, weis etc., hat im zu 10, 12, 14 gr. und also bey 1 ß gegeben, dovor und das ime Baritzsch sein kindt geschmiret und wollen heilen.

Thomas Frost sagt, Baritzsch sey zu seiner schwester kommen und gesaget, sy sey umbs heupt vorterbet, und hab all molh gelt wollen haben zu 10, 12, 14 gr., hat nits geholffen, haben zu 5, 12, 14 gr. zu trencken (Tränken) mussen geben.

Sey eyner von der Polßnetz komen und gesaget, wi in seinem hause gelt solle ligen etc. Hat Baritzsch gesaget, er wolle es finden. Ist er mit gezogen und in Gutners keller gesucht und gesagt, es sey weg etc. Dorzu hat im Blasius sein bruder von Gutners wegen 10 gr. in dy apoteck gegeben, haben ine mussen kostfrey halden.

Zu Camentz hat im eyner wollen 100 fl. geben, wo er geld funde. Hat er gesagt, es lige eyn kessel vol geld an golde. Haben im doruff 5 gr. vor ertzney hirzu gehorende in dy apoteck gegeben. Hat nichts ausgericht, sey buberey.

(Nachschrift:) Am tage Valentini (14. II) in ansehung seins armen weibs und kinder zu burgen, handen und vortrag gelassen, mit erinnerung, wurde er meher befunden ader ergriffen werden mit wahrsagen, schetzsuchen ader dergleichen, dodurch dy leute betrogen etc., sal es im zu leib und halß gedeien und gestrafft werden etc. Hat daruff bey seinem eyde bewilliget und mit uffgerackten fingern mit vleys zu halden.

Valten Fuhrmann zugesagt, mit seim bruder nach dem fastenmargkt 30 gr. vor ihrer schwester gerade[1] zu geben.

Hueren. Mitwoch noch Appoloniä (12. II) hat der burgermeister angezeigt, das ime der cantzler von wegen M. g. H. uff dy supplication des raths der unzuchtigen weiber halben, wy sie inn kleydung erbarn frauen und burgerin gleich gehen, dise antwurt gegeben. M. g. H. hette gutten gefallen in dem das der rath dis vorgenohmen, derhalb soll der burgermeister ader richter dyselben weiber, als dy Staudrian, dy Joachimstalerin, Schürtz-Annan und welche dy sint etc. beschicken und ine vorhalden, wy das M. g. H. und der rath beschlossen und also haben wolten, das ir keine nicht tragen sollen keine korsche (Pelzrock), kein bereit (Barett) wider gefüttert noch ungefuttert, kein schwartzen mantel und kein fehmen (buntes, geflecktes Pelzwerk) ader grohmetzen (?). Wurd aber sulchs ubergangen, so wurd man sy an den orth fuhren, do sy hin gehoren etc.

Hans Konig bitt umb beide jarkoche etc. Ist vorschuben uff eyn ander zeit, weil itzundt wenig herrn vorhanden. (Nachschrift:) Freitag post inventionis pueri hat im der rath uff sein anregung vortrostung gethan, so vil dismal auch hern vorhanden gewest. Er solle uff dy faste (Fastnacht), wan dy hern beysamen, wider anregen, es solle vorhoffens seins teils nit gebrechen haben.

Becker. Freitag am tage Valentini (14. II) dy becker allesampt vorgefordert und nachdem sy zum offtern strefflich befunden in dem das sy das broth rocken und weysens (roggenes und weizenes) vil zu klein backen und offtmals begriffen, ists ine itzmals nachgelassen und angezeigt, das uffn montag das broth sal besichtiget werden, und welchs zu klein befunden, sal alsbald zuschnitten (zerschnitten) werden und daruber gestrafft werden etc.

Veit Meltzer begert in den gelassen guttern Burghart Richters teylung zu halden etc. Daruff angezeigt, er soll eyn zeit geduld tragen, weil der alde neulich vorsturben, ab sein son uff ostern mocht heimkommen, wi botschafft kommen, das er noch am leben, dy alde inn guttern bleiben lassen. Und doruber, wan gleich theylung gehalden, so ließ man doch nichts ins land zu Behem disfals volgen, weil dy aus Behem nichts herausgeben etc.[2] Veit Meltzer bit bedenckzeit etc.

Freitag post inventionis pueri Bartel Bulman abschiedsbriff gebeten.

Heinrich Messerschmid und Lorentz Klehe haben gebeten vor meister Thomas, im dy badestube vorm thor zu lassen, sunderlich weil dy schwiger kranck leit (liegt) und sich mit ir voreyniget, bis auff ostern zu vorwalden. Doruff dy sache uffgeschuben, bis meher hern vorhanden, mitler zeit mag er wol zur schwiger hinein zihen etc.


  1. Über die Gerade, d. i. weibliche Kleidung, Schmucksachen etc., vgl. Richter II, 70.
  2. Erst 1547 wurde mit den Städten Brüx und Aussig ein Vertrag geschlossen, daß man Erbschaften gegenseitig verabfolgen wolle. Vgl. Ratsprotokoll A. II. 100 a/.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 165. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/168&oldid=- (Version vom 31.1.2026)