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Am tage cathedra Petri (22. II) haben sich dy tischer uber Lorentz Gansaugen beclagt, sunderlich Storm, das er ine zwier (zweimal) umb gotis willen gebeten, er wolle im eyn fuder brete, so vor seiner thoer gehalden, lassen, er habe das gelt in der handt und woll es von stund an bezalen, hat nicht mogen gescheen. Item er hat ine wollen mit gericht auffhalden, ist davon gefaren. Der ander bey Ranischen wonend hat eyn mandel umb bar gelt von ime wollen bezalen, hat ime keins lassen wollen, er wolle ine nicht segespene lassen. Desgleichen dy andern meister sich beclagen, das dy breth uberheufth (?) und doch schwerlich zu bekomen etc. hat ime gelt ins haus geschicket. So hat Cristoff Polirer itzunt zu Michel Eldian gesagt, er wolde gerne 1 ß (Schock) brete haben und 25 gr. Gansaugen geben, er wil sie im nicht lassen.

Ist beschlossen in gehorsam zu nehmen und hinder wissen des raths nicht wider heraus zu lassen, wirt sich eyn rath ferner wol wissen zu halden der gepur. Kein tischerbrett kompt mer herein, Gansauge hat sie vor allen mülhen vorsprochen. Bitten dy tischer umb sicherung. (Am Rande:) Ist zum andern geeffert durch dy meister freitag post Mauritii (25. IX).

Nickel Traspe eyn leyneweber beclagt sich, das man ime seine tochter uffm handtwerge nicht woll lassen erbten (arbeiten) etc.

Mitwoch noch invocavit (4. III) meister Hans der bader von Aldendresden durch Hans Deisselbachen umb dy stube geworben. Ist beschlossen uff meister Thomasen und disem angezeigt, in acht ader 14 tagen stille zu stehen wollen.

Den geschickten von Raudenitz, so eynem erbarn rathe briffliche urkund irer anligenden noth halben bracht[1], ist dise anthwurt gegeben. Ein rath wolle moglichen vleys vorwenden, das 2000 fl. ader was man auffbringen kan, mogen ausgericht werden, und was hirin vorfuget, zwuschen hier und mitfaste inen schrifftlichen zur anthwurt geben etc.

Presnitz schenck. Dornstag nach invocavit (5. III) hat der burgermeister Byner angezeigt, das der cantzler gestern ime gesaget, das M. g. H. gesagt, es wolle sich nicht leiden (darüber geschrieben: sey nicht von noten), das zwene fursten in eynem lande sein. Derwegen wo sich der kretzschmar zu Preßnitz nicht der gebur mit schencken halten wurd, solte sich eyn rath kegen ime wie zuvor gescheen erzeigen. Sein f. G. wollt nicht haben, das man tagleistung (Verhandlung) darumb mit dem bischoff[2] haben soll etc.

Mitwoch nach reminiscere (11. III) sint in sitzendem rathe erschynen dy wirdigen prior und prediger ausm kloster zu Aldendresden und Caspar Thorler U. g. H. kammermeister erzalt, nochdem ein rath dem kloster 500 fl. vor das stucke acker dy Scheibe genant an der Pirnischen strassen gelegen sampt zugehörigen gerten, welchs des walhbaues halben erkaufft, domit dy ausgekaufften gerte erstattet werden, schuldig, das sie bemeltem hern kammermeister, domit sie sich wider mit getredewachs zu ergetzen, dorkegen eyn stucke acker vor 400 fl. abgekaufft, daruff gebeten sulche 400 fl. zu vorgnugen ader zu vorzinsen sampt dem ubrigen hundert fl. Ist beschlossen, das eyn rath uff nachlassung und bewilligung des kammermeisters 500 fl. jhe das 100 mit 5 fl. zu vorzinsen jerlich solt vorpflicht sein und der kammermeister den monchen 100 fl. hinausgeben, uff zwue tagzeit, dy helffte uff Michaelis kunfftig anzuheben und uff Walpurgis anno etc. 29 auch 121/2 fl. und hinforder. Doch hat sich der rath voreiniget, das sie sollen macht haben, dy helfft ader gar, wan es inen gelegen und in vormogen, ablegen, ein halb (darüber geschrieben: virtel) jar zuvor ansagen.

Freitag noch reminiscere (13. III) Arnolt Mollern sein hauß gelihen in sitzendem rathe, als er burger wurden, ist zuvor in gerichten von seinem vorkeuffer uffgelassen.

Steffan Fehrman in gehorsam genohmen, darumb das er gesagt, ein rathe schreibe, was er wolle.

Mitwoch noch oculi (18. III) by Baltzer Petschen sal ir brauhauß mit zigel decken ader man wirt sie uber eyn jar nicht lassen breuen.

Noch mittage hat Hans Hammer seins ampts halben vom spital rechnung gethan.

Darnach gehandelt, das alle hausknossen vorn thoern sollen bezeichent werden mit irem gesinde und kindern, ordnung zu machen des mussigen volgs halben etc., dy kinder in dy schul[3] zu thuen etc., heymborgen zu bestellen und eyn bettelvoyt, item fluhrschützen zu vorordnen. Item der betler halben, dyselbigen auch vorzeichen und besichtigen, mendicantes validos urbe pellendos.

Item Fabian Fladen ist das rest anno im 24., so er selbst bezalen sold und doch zuvor durch Franz Molern ermanet, dy helffte erlassen.

Ranisch, Schmeisser, Eldian und Pfol sollen dy hausknossen (fehlt wohl: verzeichnen).

Becker. Freitag noch oculi (20. III) den beckern allsampt gesaget, das ein iglicher backen sal, so vil er zu vortreiben weis und kan, und sal nymanden ansehen, es sei viermeister ader nicht, sie haben ordenung ader wies gesein kan. Doruber wil eyn rath dyjenigen, so


  1. Raudnitz war vermutlich abgebrannt.
  2. Der Meißner Bischof war Lehnsherr von Briesnitz.
  3. Hieraus geht hervor, daß schon vor Einführung der Reformation Kinderschulen, jedenfalls Privatschulen, in den Vorstädten bestanden.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 166. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/169&oldid=- (Version vom 31.1.2026)