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backen, handhaben und schutzen, dornoch sich ein iglicher zu richten.

Desgleichen angesaget, wan meher felh und mangel an semeln ader brote wirt befunden werden, wie nehst 2 tage gescheen, so wil eyn rathe iglichen besondern straffen. Hat der burgermeister bevolhen einzuschreiben.

Dinstags noch letare (24. III) ist meister Bastian eyn nagelschmiedt von Freiberg uffgenohmen und im zusage gescheen, das er 2 jar sal geschoßfrei sitzen und 400 ader 500 zigel zur anrichtung vom rathe bekomen, sal sein abschiedt vom rathe zu Freiberg bringen.

Dornstags nach letare (26. III) nach essens, als man hat wollen dingen[1], ist Renßpergk heuptman zum Tharandt im radt erschynen, hat im der burgermeister angezeigt U. g. H. bevelh, nemlich das er vom uffgerichten kauff mit Hansen Hering umb sein hauß troffen abtretten und denselben kauff Jobst Rauten, Hansen Herings stiffsone, gestaten sall.

Freitag nach letare (27. III) ist Jobst Kotwig im rath erschynen und zum andern geeffert mit bittung, desselbigen sich zu erinnern, das er zuvor unlangest nach bescheenem kauff des hauses etwan magister Henniges, so er gekaufft und vom kauffe abgewest, in sitzendem rathe gesaget, das er wolle vom kauffe abtretten. Wurd sichs aber befinden, das der kauff eynem andern zu guth gemacht, also das er Rudeloff das hauß nicht behalden wurd, so wolde er sich seiner gerechtigkeit nicht ubergeben haben.

Meltzer. Den meltzern ist angesagt nach gewonheit und altem herkommen, das nach ostern kein meltz er meher maltz machen sal bey peen 10 fl. unnachleßlich dem rathe zu geben. (Nachschrift:) Ist ine uff ir bitt nachgelassen, dy begossene maltz zu vormeltzen acht tage nach ostern.

Hans Heringen und Jobst Rauten angesagt uff erkentnus M. g. H., das dem heuptman vom Tharant 30 fl. zu reukauff von Jobst sollen gegeben werden von dem eingelegten gelde, und dornoch jherlich 10 fl. zu iglicher gemachten tagzeit bis 30 fl. uber dy gemachte kauffgeldessumma entricht zu geben, als uber eyn jar 70 fl., dornoch des volgenden jhars auch 70, dornoch 60, letzlich 50 fl.

Saltz. Freitag nach judica (3. IV) sint beide rethe vorsammelt gewest. Erstlich gehandelt, das dy von Aldendresden saltz bey feßlen vorkeuffen. Ist itzt eyn feßlen bey Ficklern befunden und gekommert, das eyn burger doselbst zu Aldendresden vom rathe genohmen und eynem pauern beym Konigsteyn an schuld gegeben. Beschlossen, man solle es herein nehmen mit wissen und willen des amptmans und dy von Aldendresden lassen klagen.

Zum andern ist Hespergs halben gehandelt. Doruff beschlossen, das im eyn rath aus gnaden und gutwillikeit, nicht aus pflichten ader gebur in ansehung seiner vleyssigen muhe, so er in einbringung der alden schulden thut und hinforder dem rathe und gemeinen guthe wasserley weyse zu bescheen thuen sol, funffzig gulden an sein alden schulden erlassen will. Umb dy andern schulde wil eyn rath zu gelegener zeit sich auch der gebur anhoren lassen, wi dieselbigen und anders hinderstellig sal bezalt werden. Hats Hans Hesperg angenohmen und seinen vleys forthin zu thun zugesaget.

Zum dritten Frantz Schmeissers busse halben gehandelt. Beschlossen, das er 5 ß geben sall darumb das er des burgermeisters geboth nicht gehalten und geringe gerste under gutte gemenget. Ist im hernoch zu 10 fl. uff sein vleyssiges bitten gelassen.

4. Burgermeister Naumans geschoß gemindert uff 2 ß. Wechtergeld, weil er des raths, darff er nicht geben.

Freitag nach ostern (17. IV) Hans Deisselbach hat gebeten, weil sein haus 2 alde ß etliche groschen schosst, das ime auch zur vorgleichung mehr byers geben in ansehung, das er sein haus hocher zu bauen bedacht. Ist beschlossen, er solle den baue anfangen und uffführen. Wurd eyn rath befinden, das er U. g. H. und gemeiner stadt zu ehren, ime zu nutz bauen wirt, solle er wider vor eyn rath kommen, wolle sich eyn rath aller gebur beweisen[2].

Dy schmide begern, das der neu nagelschmiedt nicht anders mocht einkommen, denn das er sich dermassen, wi ir eyner thuen muß, erzege. Ist geanthwort, eyn rath wolle inen beschicken und mit ime dovon handeln.

Freitag nach Georgii (24. IV) Hans Konigen seyn teil an der jarkochen wider uff eyn jar zugesagt und das ander bis uff Michaelis. Wirt er sich der gebur und den leuthen ausrichtung pflegen, sal er forder guth anthwurt erlangen.

Valten Schmieds und Paul Jahns sache. Mitwoch noch misericordias domini (29. IV). Her Veit zeget an von wegen der Valten Schmiden, das Valten Schmiedt am todtbette sich mit Paul Morgenstern (übergeschrieben: Jahn) und Wentzeln berechent, und nochdem befunden, das Wentzel etliche schulde aussenstehen und etliche schock fische vorhanden hat, ist voreynigung gescheen, das bemelter Wentzel dy schuld eynmahnen und dy fische vorkeuffen solle, dorvon die 57 fl. hinderstellig genanten Paul Morgenstern bezalen,


  1. An die Ratssitzung pflegte sich die Gerichtssitzung anzuschließen.
  2. Während die nach dem Brande von 1491 vom Herzog Albrecht erlassenen baupolizeilichen Vorschriften und die von ihm ausgesetzten Vergütungen (vgl. Richter II, 329) nur eine größere Feuersicherheit bezweckten, scheint der Rat hier zum ersten Male auch für die Verschönerung eines Hauses Vorteile gewähren zu wollen.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 167. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/170&oldid=- (Version vom 3.2.2026)