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den uberlauff im vor dy muhe und arbeit halten. Welchs Paul angenohmen und doruff 33 fl. von Wentzeln entpfangen, derwegen er billich dy hinderstelligen 24 fl. von ime zu ermanen. Das es dermassen gescheen, sagt bemelter prister, er habs gehort, sey dobey gewest.
Dornstags nach misericordias domini (30. IV) ist der naue radt eingesessen.
Fleischer. Sonnabend nach Walpurgis (2. V) den fleischern angesagt, das sie nymanden das fleisch in bencken sollen vorkeuffen, sundern vor den bencken, zum andern das sie kein vorkaufft fleisch ader das kein (gen, nach) hoffe gehort, in bencken lassen hengen.
Fleischatzung. Fleisch geschatzt rindern zu 5 ₰, schopsen 6 ₰, kelbern zu 7 heller, gerings zu 3 ₰.
Her Hans von Schonberg bit vor Jobst Rauten, das in eyn erbar rath zum byerschencken, wo das vorledigt, fordern und annehmen wolde.
Dinstags noch jubilate (5. V) Goschman und Hans Pragern angezeigt von wegen F. G. (Fürstlicher Gnaden), das si irer wisen an der Rampischen gassen gebrauchen mogen, uber acht tage wirt man den rasen ausstechen[1] und inen etwas, was billich, darumb pflegen.
Ludwig der alde bote ist wider angenohmen dergestalt, er soll seins ampts gewertig und mitler zeit in hoffnung sein, ab sich des margk- (unvollendet; fehlt wohl: meisters ampt vorledigen wurde).
Schneider ausfall. Freitags noch jubilate (8. V) Wilhelm von Karlewitz beclagt sich uber dy schneider, das sie in seiner obrigkeit und ausserhalb der meylen wegs eingefallen und eyn schneider auffgehaben etc., mit bit, dy schneider dohin zu weissen, das dy seinen ungeirret etc. Were es aber gemeyner stadt letzlich, er wolde sich gerne der gebür halden, als er allezeit sich freuntlich mit den burgern gehalden etc. Dy schneider antworten, was sy gethan, sey gescheen mit wissen und willen des amptmans, und des sy guth fug und recht, dan es innnerhalb der meylen gelegen etc. Darauff Karlewitz geantwortet, er sey es zu erweisen erbottig und auch durch M. g. H. zugelassen, allein unkost zu vormeiden, rege er beym erbarn rathe an umb einsehung, und wan er zuvor durch eyn erbarn rath ader auch vom handwerge ersucht, er wolle der sachen wol rath funden haben, dan er noch erbottig, wan er gleich eynes thuens gut recht und fug hette, und solt gemeyner stadt nachteylig seyn. Er wolle uff ersuchung des raths sich freuntlicher weyse halden.
Deme nach hat der rath mit Karlewitzen nach gehaltenem rathschlag geredt. Nachdeme dy meister nicht ander meynung dy sache getriben, dan das sie guth fug und recht gehabt, darumb das Sedlitz[2] innerhalb der meylen gelegen und keine vorwerthe gerechtigkeit aldo und noch nicht anders wissen tragen. Idoch aus gutter nackbarschafft wollen dy schneider disem schneider, so sich under ime nidergelassen, sein leben lang vorgonnen, aldo zu erbten, doch das er keinen gesellen halde noch jungen lehre, und hinforder keinem mehr zu gestatten, es were dan das sulchs als recht erweist wurde etc. Welchs Karlewitz in bedencken genohmen und gebeten, sein anthwurt in 14 tagen anzuhoren.
Kilian Thomas von Leuben under Herman von Tauschwitz gesessen darumb das er den pfarrer von Plauen vorm Sehethor mit blosem gewere angefertiget mit dreuworten (Drohworten), er wolle im den kop von eynander hauen etc., ist er gefengklich durch den amptman eyngenohmen und den gerichten uberanthwort, drey tage gesessen und wider ausgelassen, das er dem rathe 1/2 ß zu busse geben und eynen vorstand machen sall, sich ferner fridlich zu halden und mit worten und wercken nicht zu vorgreiffen etc. Ist zu sulcher busse gelassen in ansehung seins armuts und kleinen kindern etc. Caspar Lorentz und Hans Golner sint burgen davor wie vormerckt und das berurt gelt uff Bartholomei falle etc.
Mitwoch noch cantate (13. V) geradtschlaget, das man das nau gepauete hauß neben Georgen hauße des rathsdiener vorkeuffen und umb 40 ß geben, doruff 15 gr. geschoß setzen sal.
Beschlossen, das man 8 gr. uff itzlichen garten, so uffm acker dy Scheibe genant uffzurichten gesonnen, jerlichen zins setzen und eynen garten umb 10 ß geben wolle.
Zwyne herrn des raths von Aldendresden haben meister (Name ausgelassen) dem wagner, so des alden Thomas Reussen hauß gekaufft, seines wesens wi ubelich kuntschafft geben.
Frantz Gerbern bevolhen, den steg vor der tuchmacher ferbhauße, doruff sie dy geferbten tucher spuelen, so er den tuchmachern vor seiner thoer abgeworffen, wider zu legen ungeacht seiner ausflucht.
Freitag nach cantate (15. V). Schulmeister hat dy schule uffgesagt und vor seinen baccalaureum gebeten.
Frantz Gerber zeiget an, er wolle den steg nicht legen, so wolle er auch nicht gestatten, denselben zu dolden, zum dritten haben ime dy tuchmacher gedreuet, sein leder im wasser abzuhauen. Wurd sulchs gescheen in seiner gegenwertigkeit, so wolle er sy wider hauen etc. Doruff beschlossen, dyweil befunden, das der steg uber. vorwertte zeit aldo gewest, so solle er ine wider legen. Ist umb sein frevel und unfugsame worth in gehorsam
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 168. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/171&oldid=- (Version vom 4.2.2026)