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genohmen, in thorm gesatzt zu underste[1]. Er sagt, er konne wider gewalt nicht.

Sonnabents noch cantate (16. V) ist Melcher Gerbern von wegen des raths aus eintrechtigem beschluß bevolhen, im gehorsam uffm rathhauße zu bleiben, der unfuglichen wort halben, so er im rath hiruber und dem burgermeister licentiato (Naumann) in seiner behausung gegeben, nemlich das er offentlich gesaget, man thu seinem sone unrecht etc., im rath geredt, man handle alles unordentlich und one grundt.

Frantz Gerber ist ausgeborget also, wan er selbst vorschafft und nicht dy borgen (Bürgen), das der steg wider gelegt ist, sal er ausgelossen werden, und vor dy ubertrettunge sollen borge sein Gorg Ule und Anthonius Scheffer, das sich Frantz Gerber kegen eynem erbarn rath zu vortragen etc. (Nachschrift:) Dy borgen haben angesaget, das der steg geleget. Doruff dem boten (Ratsdiener) bevohlen, Frantz Gerbern auszulassen.

Caspar Fischer ist ausm gehorsam gelassen, das er sich hinforder nicht anders kegen seinem weibe halden solle, dan es man und weibe geburt, und solle sie straffen, wi einem fromen manne zustendig, ap si bruchig, und hinforder der bierheuser sich eusser, wi bisher von ime befunden. Wirt er sich anders bezeigen, wolle sich eyn rath wissen ken ime zu halden.

Freitag post ascensionis (22. V) den alden Kirschten sein burgerrecht uffgesagt. Ist zuvor beschlossen, das all den pauern ir burgerrecht sall auffgesagt werden, dieweil sy kein geschoß geben.

Mitwoch noch exaudi (27. V) hat eyn erbar rath mit Jobst Kothwigen eyn erblichen kauff gemacht umb das hauß, so itzund uffgericht neben Gorgen hauße etc. also das der rath gedachtem Kothwigen sulch hauß vor hundert fl. gegeben, uff tagzeit zu bezalhen wie volget: uff Johannis schirst 20 fl., Michaelis 20, ostern im 29ten 20 fl., Michaelis dornoch 20 fl. und uff ostern im 30ten 20 fl., sall 15 gr. ein halb jar geschoß geben und 11/2 byer zu brauen haben. Doch hat ime der rath eyn halb byer dis jar bauens halben nochgelassen.

Dem haußmann sein urlob gegeben, sein bestes zwuschen hir und Michaelis zu suchen.

Dem schulmeister 1 ß an sein schulden nachgelassen, das ander 1 ß 7 gr. ausm uberlauff des altars Colditz. Das hinderstellig 1 ß sal er bezalen. Actum ut supra. Ist ime auch das hinderstellige nochgelassen in ansehung, das er eyn zeit lang kranck gelegen.

Beschlossen den baccalaureum supremum zur schulen zu vorwesen zu vorordenen, doch das er zu gelegener zeit magister werde.

Dornstag noch exaudi (28. V) handtwergen und gemeinen angesagt, das eyn erbar radt entschlossen, das, man hinforder, so sie vorbott (zur Versammlung berufen), eyn guthe virtelstunde will lassen leuthen (läuten), und wer nicht, so man mit leuthen uffgehort, vorhanden, wil der (fehlt: rath) geburlich straffen und auch alsbald sie fordern, domit sie nicht lange uffgehalten etc.

Es ist auch U. g. H. briff und ausgegangener druck vorleßen etc. seins inhalts.

Beschlossen, den worffzins anzunehmen und den pristern jherlich 10 fl. zu geben widerkeuflich.

Mithwoch nach Viti (17. VI) beclagen sich dy kleinschmide, das ine dy seiffensieder mit den buden bedrangen. Ist dem richter bevolhen uffzusehen.

Item uber Valten Fuhrman, das er uberzinte striegeln vorkeufft. Ist in angezeigt, eyn rath achts dovor, es soll ine geringen schaden zufugen, sunderlich weil es pfennigwerck ist und von kromern gefurt wirt doch wil man dornoch sehen etc.

Michel Stutzen eyn gr. vom raum vor sein fenstern uffgesatzt, sal hinforder 6 gr. zinsen.

Freitag post Viti (19. VI) endtlich beschlossen mit her Baltzern vor sich und ander mit vorwanthen und eynung gemacht, das eyn erbar rath dy wurfzinse zu sich gekaufft, also das den pristern eyn rath vor obgemelte zinse jherlich 31/2 ß geben, also lang sie abgelost mogen werden 1 fl. mit 10 etc.

Lorentz Frentzin uf sein anforderung des vorkauften hauses diser abschiedt gegeben. Nachdem im handel befunden, das nach absterben Gorg Heuptmans weibs, der Gorg Frentzin tochter, das hauß, so ir in der theilung geschatzt und vor iren veterlichen antheyl zukohmen, bemelter Gorg Frentzin irer mutter wider enheim in dy schuß (Schoß) gefallen und alsden dy mutter bemelt aus anliegender notturfft sulch hauß irem eidem Gorg Heuptman eyns bestendigen kaufs erblich vorkauft, welchs nicht unbillichen gescheen zur vorgleichung der wolthat, dy Gorg Heuptmann der mutter, seiner schwiger, bezeget und sonst nichts von seinem weibe bekohmen und also onera matrimonii vorgebens ertragen, auch dy mutter ander gutter als ecker, dy nutzlicher und on alle fahr zu erhalden, darkegen unentpfremdet heldet, hat eyn rath vor billich angesehen, das der son Lorentz seiner mutter uffgerichten kauff, den sy aus wichtiger ursachen gethan und des fug und recht nach gestalten dingen gehabt, unangefochten bleiben lisse und nicht zu rutteln vornehme, was seine eldern bekrefftiget, in ansehung, das er den falh von seiner mutter nicht erlebet und domit dy mutter nicht vorursacht, auch iren drittenteil ime zu entpfremden, welchs sy nach statut, wilkor und gewonheit diser stadt billich thuen mochte.


  1. Städtische Gefängnisse, „Bürgergehorsam“ genannt, befanden sich sowohl im Rathause wie in einem der Tortürme, vgl. Richter II, 78.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 169. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/172&oldid=- (Version vom 4.2.2026)