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(Verhandlung) leiden etc. Ulrich Schutzmeister anthwurt, er konne auch handelung gewarten, allein was er geredt, das wisse er nicht zu widderuffen. Hat kein handel wollen stat haben.

Freitag post Bonifacii (11. VI) hat der geschickte Merten Manewitz zu Freiberg Melcher Gerbern uff sein vleissige bitt acht tage frist gelassen, darumb das derselbige Melcher Gerber bericht, das er einen boten nach gewisser kuntschafft ghen Breßlaw geschickt, des zukunfft er alle stunden gewertig, doraus zu erkunden, wi es eyn gelegenheit umb den handel etc. Doch also, wu obgenanter Merten Manewitz mitler zeit nicht zufride gestellt, das alsdan schleunige hulffe an (ohne) allen vorzug, wi uf heutte hett sollen gescheen, ergehen sall. Actum ut supra.

Dem baccalaureo Peltz Mertens sone haben di viermeister nachgelassen, wan eyn banck ledig, so sal er macht haben, diselbige zu belegen.

Valten Schonhirsch und Ulrich Satler haben Hansen Schonhirsch ausgeborget, mit handgelubd selbschuldig zn hafften, das er sich zwuschen hir und Michaelis mit dem rathe umb 10 ß vortrage von wegen seins ungehorsams und mutwilligen gezenck etc. und das ers mit worten und wercken fridlich halte. (Nachschrift:) Der rath hat dy straffe zu sich genohmen; wan der wein geraten ader man dingen[1] wirdet, wil sich der rath wissen zu halden.

Mithwoch nach Viti (16. VI). Burgermeister Hans Gleinig beclagt Melcher Gerbern, das er im 200 fl. geligen geldes schuldig etc. Doruff sich Melcher Gerber bewilliget, den burgermeister nach stadt gewonheit in 14 tagen mit borgen (Bürgen) ader gelde zufride zu stellen; wo nicht, das dy hulffe (Hilfsvollstreckung) ergehen soll etc.

Mats Poppe. Mithwoch nach assumptionis (18. VIII) ist Matz Poppen aber in gehorsam genohmen, das er eyn viermeister geschlagen und etliche des raths mit bosen worten beschwert etc. und wider ausgelassen, also das er 31/2 ß zwuschen hir und nativitatis Mariae niderlegen sal etc. Notandum, wirdt er widerkommen selbst und gnade bitten, sall im gnade widerfaren. (Nachschrift:) Ist im zu 1 ß gelassen.

Dinstag vigilia nativitatis Mariä (7. IX). Nachdem Gorg Goltschmidt Wolff Schneidern, so das Elbenthor schleust, doselbst im thor, als her hat wollen schlissen, nehst vorschinen sontag nach Bartholomei mit der faust ubel geschlagen und meister Ulrich Schützmeister, weil es vor seinem hause gescheen, auch helffen reuffen etc., derwegen sie beide Gorg Goltschmidt und der schutzmeister in gehorsam genohmen uff bevelh M. g. H., als hat sie der rath uff heutt loßgeteilt, also das iglicher 1/2 schock zu buß geben soll. (Randbemerkung:) Notandum, M. g. H. hat selbst dy leuthe uff der brucken von der holtzbrücken an zum rathe geweist etc.

Frantz Schmeissern angesaget, das er nicht meher denn eine ader zwue factoreien haben soll, domit nymand der fisch halben beschwert werde etc.[2]

Melcher Gerber hat angelobet, den burgermeister Hans Gleynig zwuschen hier und dem neuen jar zu bezalen, wo nicht, so hat er gewilliget schleunige hulffe zu leiden, inmassen alle recht und gericht doruber ergangen. (Am Rande:) 130 fl. uf Galli dy helffte.

Sonnabend Galli (16. X) hat Gansauge in sitzendem rathe bewilliget und mit handgelubd zugesaget seinen gleubigern Cuntz Affen und Urban Schuman 104 fl. 15 gr. heuptsumma acht tage nach nehstkunfftigen Dresdenischen margk im rathe einzulegen, welche 104 fl. 15 gr. bemelte gleubiger durch iren geschickten unvorzoglich bekommen. Die expens und unkost sollen durch den rath uf dieselbige zeit taxirt und von Gansaugen auch alsbald erstattet werden. Wirdet aber Gansauge beweislich machen konnen, das im die angezeigten gleubiger widerumb schuldig, haben sie zugesaget, inhalt voriges receß vor iren ordentlichen richtern zu gleich und recht stille zu stehen.

Mithwoch post Lucä (20. X) sein beide rethe vorsammelt wurden und erstlich uff bevelh U. g. H. etliche herrn mit dem stadtschreiber khen Leiptzk zu zihen verordnet.

2. beschlossen zu vorbitten, das sich keyn gesell am tantze vordreien (verdrehen) noch anders eyn jungfer uffzihen dann wi zu Leiptzk gehalden wirt, als das nicht dy jungfern hin und widder sollen gezogen und gefurt werden.

3. dem haußman zum heiligen Creutze und zweien glocknern nicht zu gestatten, in dy hochzeit zu gehen[3].

Niderlage. Mithwoch vigilia Martini (10. XI) hat der burgermeister Zcodtfridels knechten von Pirn nachgelassen, eyn wagen mit heringen an der Elben niderzulegen, doch das alle gebur dy niderlage belangend gegeben werde, dis malh aus gunst. Es sein aber fast alle herrn in sitzendem rathe dowidder gewest und wollen haben dy niderlage uffm margkte zu halden.

Bierbrauen. Mithwoch nach Martini (17. XI) haben beyde rethe beschlossen und handtwergen und gemeyn angesaget, das eyn ider vor weyhenachten mochte brauen, so vil er geschicken kan und im zutreglich, uff das hernach eyner den andern nicht bedrangen


  1. S. oben. – Der Rat pflegte in den ihm zinspflichtigen Dörfern Kötzschenbroda und Zitzschewig im Herbst zur Weinlese Gerichtstag zu halten. Vgl. Richter II, 15.
  2. Vgl. oben S. 172.
  3. Zum Musikmachen.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 174. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/177&oldid=- (Version vom 6.2.2026)