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dorffe, in ansehung auch das der wein theuer und vertorben und zeitlich heuer angefangen zu brauen.
Item publicirt, das sich nymandt uffm tantzhauß vordreen nach gewhere tragen solle etc.
Mithwoch nach Thomä (22. XII) Paul Zschippichen mit seiner schwiger vortragen umb die 800 fl., das das hauß Hans Spigeln am kauffe volgen sall und Paul Zschippichen die 400 fl. am kauffgelde bekommen. Was dy Dannigeln (?) sonst an farender habe als hausgerethe und was dasselbig ist, wil sich eyn (fehlt: rath) bevleissigen, abs sie mochte zufride gestellt werden.
Mithwoch nach invocavit (9. III) Bernt Buchfhurer angesaget, das er etwan 14 ß als vor 2 schiff kalkstein geben ader vorkauffen und wegziehen sal, darumb das er uber manchfeltig vorbot U. g. H. Martinsche und Zwingelische bücher feylh gehabt etc.[1]
Die ut supra hat der rath dy expens Cuntz Affen und Urban Schuman wider Lorentz Gansaugen belangend uff 10 fl. taxirt und gewirdiget, welche 10 fl. gemelter Gansauge den obgedachten entrichten soll.
Dem neuen ferber, so etwan bey Greger Steinert gearbet, auffgenohmen, vorgonst zu arbeten, wil ime Peter Byner in seinem heuslen vorm Willischen thor zu wohnen vorgonnen, und wan eyn rath eyn ferbhauß rolle (?) bauen wird, sal er umb zimliche widerstattung gefordert werden.
Anno 30 bey burgermeyster Byner.
Marsteller. Marsteller sal nicht uber 12 hunner (Hühner) halten und allein eyn schwein etc. Ein Bock, keine zigen.
Asmus Lohe. Ein raum dem neuen tißer (Tischler) umb 5 ß gelassen, sol jherlich 8 gr. zinsen, wils uff Michaelis uff eyn malh niderlegen und umb ein erbarn rath zu gelegener zeit, wi man sein bedarff, vordienen.
Freitag nach ascensionis (27. V) ist Melcher Gerber in gehorsam genohmen, darumb das er Wolff Reichen diezeit richter ubel gescholden und geschmehet hat offentlich uffm margkte vor allem volcke. Item er hat inen auch geschulten und geschmehet, das er ime sein maltz geschatzt, dorzu inen der rath vorordnet und schwerlich vormocht etc. Uff dis malh hat der geduld mit ime getragen, aber der andern injurien mit der zeit wil der rath wol masse und gepurliche straffe finden.
Freitag nach Petri und Pauli (1. VII). Blasius Schuster der meltzer hat sein hoffstadt im Loche dem rathe vor 28 ß erblich vorkaufft. Umb d tagezeit will sich der radt freuntlich kegen im bezegen.
Frombde bier in der stadt. Der pfarher doctor Petrus hat in sitzendem rathe ausgesaget, das im gros entkegen, das uff Johannis nehstvorschinnen so vil geste uff der pfarre gewest. Derwegen zugesaget, weil es dem receß entkegen etc., so sol es hinforder nicht meher gescheen und uber eyn jar wil er dy kannen vorschlissen und sich aller gepur gegen eym erbarn rathe und gemeyner stadt halten etc.[2]
Karlewitz hat dem burgermeister zugesaget, man sal das hauß, so zum altar trinitatis uffm rathhause gehorig, Doctor Blasio vorkeuffen, er Ernst von Schonberg wil es gegen U. g. H. und menniglich vorantwurten etc.
Mithwoch nach visitationis (6. VII) hat Hans Hesperg sein sache mit Ulrich Schutzmeister vorneuet in gegenwertigkeit der schutzen.
Freitag nach Jacobi (29. VII) sein handtwerge und gemeyn gefordert und inen von wegen U. g. H. angezeigt das keyn eynwohner jemands frembdes und sunderlich von den ortern, do das sterben ist, one wissen und willen des raths, bürgermeisters ader richters sal eynnehmen nach herbrigen. Wurd uber das aus irem vorlassen (Nachlässigkeit) das sterben bey jemand eynkommen, sol derselbige dy stadt ein halb jhar meiden und dorzu an leib und gut gestrafft werden.
Item bey wem feuer wurd auskommen und derselbe sulchs vorschweigen und nicht ausschreien, der sal auch an leib und gut gestrafft werden.
Item des ausgissens halben eyn maß zu machen etc.
Freitag nach Laurentii (12. VIII) sein dy pauern, so in Baltzer Dodeners heuß gefrevelt, etliche burger geschlagen, vorwundt etc. dermaß loßgegeben, das sie 4 ß sollen niderlegen allenthalben und den barbirer zufride stellen.
Freitag nach Bartholomei (26. VIII) hat Merten Claus der tuchmacher mit handtgelubde zugesaget, das er nicht mehr spilen wil, es sey alhir ader anders wuh, und wan er uberfunden, das er eynich mal uber 3 gr. spilen wirt, sal er in gehorsam genohmen unnd zum tieffsten in thorm geworffen werden, welchs dy tuchmacher bey gleicher straffe, wo si es erfarn, ansagen sollen etc.
Freitag nach Mauritii (23. IX) hat der schulmeister sein abschiedt erlanget etc.
Maltz und bierbrauen. Sonnabend nach Michaelis (1. X) sein beide rethe vorsammelt und erstlich angezeigt, das dy rethe zu hoffe von wegen U g. H. bevelh gegeben, das nyemand von hinne in
- ↑ 1523 waren wegen des gleichen Vergehens zwei fremde Buchhändler gefangen gesetzt worden, vgl. Dresdner Geschichtsblätter I, 85. Über die Lieferung ganzer Schiffsladungen Steine als Strafe vgl. Richter II, 86.
- ↑ Über den unberechtigten Ausschank fremden Biers auf der Pfarre vgl. Richter II, 266 ff.
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 175. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/178&oldid=- (Version vom 6.2.2026)