Seite:Dresdner Geschichtsblätter Fünfter Band.pdf/179
Behmen schiffen ader etwas hinein furen sal, darumb das sie bey inen nichts wollen lassen schiffen, man brenge inen dan wahr (Ware) hinein, und dornach ires gefallens setzen, dadurch dy unsern hochlich beschediget etc.
Zum andern geratschlaget, das man uff eyn byer 14 ader 15 faß, darnach eyn maltz ist, gissen sal, damit der arme man und menniglich beym heuptgelt bleyben moge und das byr im alten kauffe behalte etc., dieweil das maltz teuer etc.
Item den preuern (Brauern) kein essen zu geben.
Ein maltz sal nicht mehr dan 30 scheffel haben und gemessen werden und nicht nach der gersten gerechent etc.
Item das man maltzschauer vorordene.
Mithwoch nach Leohnardi (9. XI) Michel Holtzeln vorboten, in kein byr noch weinhaus zu gehen in eynem jhar, auch kein spil zu treiben bey hochster buß. Hat es also mit handtgelubde zugesaget zu halten.
Freitags post conceptionis (9. XII) das der Stammern Nickel Paul Frantzen richter von Ostra zun ehren geschulden und belestiget, derwegen inen Paul Frantz vor dem gericht vorgenommen umb geburliche rechtfertigung etc., als hat der Stammern Nickel uff gutlich underhandelung eins erbarn raths sulchs volgender weise abgebeten. Also, das er inen geschulden und beschweret, hab er ime ursache dozu gegeben und es sey in trunckenheit gescheen, doran hab er ime unrecht gethan, mit bit, sulchs ime umb gotes willen zu vorgeben, dan er wisse nichts von ime dan ibs und guts. Sal im dy unkost, dorein er inen gefurt, als 4 ald ß wider geben zwuschen hir und ostern und bey dem richter alhir einlegen. Wurde er hiruber ferner mit worten ader wercken sich vorgessen und Paul Frantz inen uberkommen, sal er dy stat meiden etc.
Jacoff Hundorff sal Lindenern vor sein raum geben 2 ß als uff ostern eins (unvollendet).
Mithwoch nach circumcisionis (4. I) haben die viermeister der tuchmacher als Caspar Graupitz, Anthonius Mager, Paul Petzsch und Nickel Rabetasche angezeigt, was schaden von der rouffwolle kommet, derwegen sie im handtwerge jung und alt beschlossen, das hinforder nymand sulche rouffwolle bey 1 fl. peen arbeten sollen, mit bit, sulch ordenung zu bestetigen. Als hat eyn erbar rath sulche scheden, so von der rouffwolle kommen, zu gemutte genohmen, beradtschlaget und auch vor gut angesehen, das sie nymand arbeten solle, und also dis statut confirmirt.
Item es hat auch der rath uff ansuchen der viermeister vorordent, das kein meister uber vier kemmerin (Kämmerinnen) halten solle.
Dornstag nach oculi (16. III) beschlossen durch beyde rethe, das man dy gotslesterer straffen solle offentlich inhalt der gestalten nottel[1].
Item der bruderschafft halben S. Niclas etc.
Item Hans Hesperg hat gentzlich vorzihen und ausm herzen vorgeben die injurien und schmach, so im vom burgermeister Hans Gleinig solten widerfahren sein, und wil inen und die seinen ehren und fordern (fördern) und alles guts bezeigen, allein do beneben gebeten, ap er ader seine erben mochten derwegen angefahren werden, das eyn erbar rath wolle dis eindechtig (eingedenk) sein. Die hinderstellige summa, so er dem burgermeister Gleinige solte schuldig sein, wil er uff erkenthnus des raths gestelt haben. Doruff hat der burgermeister Gleinig Hans Hespergen auch alles vorzihen, domit er inen hin und wider geschmehet, injurirt und ausblasinirt, allein di schuld wil er unvorgeben sonder entricht haben inhalt seiner handschrifft.
Anno etc. im 31 ten Peter Byener burgermeister.
Er Franciscus Arnoldi hat den laden under dem rathhauße, so seine mutter in mittung gehapt, auffgelassen, welcher Merten Schmeissern gleicher gestalt zugestelt, das er seine zinse zu geburlicher zeit sol geben. Actum freitag nach cantate (12. V).
Klotzsche hat die Freibergische fhure[2] dem rathe uffgelassen, ist Jentzschen vorgunst uff eyn halb jhar mit ime zu vorsuchen etc.
Mithwoch post exaudi (24. V) hat der rath den armbrustschutzen 10 fl. an stat des zyhnen gefeßes, so uff alle sontage in schutzengraben gegeben ist wurden, hinforder zu geben zugesagt, damit sie eyn tuchgewant keuffen und alle sontage von pfingsten bis uff Michaelis eyn hosentuch dorumb zu schissen etc. haben konnen, dokegen das faß byr uff pfingsten und eyns uff Johannis abgehen sal, und sollen alle diejenigen, so an heiligen tagen im schützengraben kurtzweilen, durch sich selbst ader andere an ire stadt uff Johannis im harnisch gehen.[3] Dergestalt sollen den buchssenschutzen auch 10 fl. gegeben werden[4].
Freitag nach exaudi (26. V) hat der rath Hieronymo Braunsbergen aus gonst nachgelassen, das er zu seinem hauße an der ecken neben Baltzer Petzschen hauße, so zuvor Valten Hemmerlen gewest, dy
- ↑ Vgl. Richter II, 149.
- ↑ Gemeint ist wahrscheinlich die Herbeischaffung des Freibergischen Bieres für den Ratskeller.
- ↑ Vgl. Richter, das Johannisspiel zu Dresden, im Neuen Archiv für Sächs. Geschichte IV, 101 ff.
- ↑ Zu dieser Nachricht über die Ersetzung der Zinnprämien durch „Hosentücher“ bei den Schützengesellschaften vgl. noch folgenden Ratsbeschluß v. J. 1545: „Hackenschutzen. Ein rath hat beschlossen und gewilligt, das sie den hackenschutzen alle suntag wollen 6 gr. zum vortheil geben, darfur sie ein stuck zyn alle mhal beym kannegisser nemen sollen.“ (A. II. 100 a Bl. 22 b.)
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 176. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/179&oldid=- (Version vom 6.2.2026)