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bin dagegen, daß man jetzt, in einer Zeit solchen Schwankens, wo noch so vieles zu ordnen, noch so vieles im Sichgestalten ist, über eine ferne Zukunft vorausbestimmt, sondern will, daß man je nach den Wechselfällen der Zeiten Änderungen offen läßt.

Ja, schlimmer, ich habe die Überzeugung, daß eine Partei, um ein preußisches Erbkaisertum möglich zu machen, Österreich absichtlich herausdrängt. (Dahin rechne ich den ehrenwerten Gagern nicht.)

Dies wird Ihnen meine Abstimmungen erklären. Ich kann nicht läugnen, ich bin in sehr niedergeschlagener Stimmung. Möge die Ihrige zuversichtlicher sein.

Ihr ergebenster
H. Wuttke.“


Ein Apotheker-Lehrvertrag 1718.
Mitgeteilt von Carl Hollstein.

Frau Anna Rosinen Müllerin Apothekerin Contract, so zwischen derselben und Moritz Racheln wegen Erlernung der Apotheker-Kunst aufgerichtet worden.

Im Nahmen der Hochgelobten heiligen Dreyfaltigkeit! Sei hiermit Kund und zu Wißen, Wie ich Moritz Rachel von Hier gebürtig, mit gutem Wißen und ein-Willigen meines Vormundes Herrn Carl Heinrich Kriegs mich wohlbedächtig zu tit. Fr. Anna Rosina gebohrne Staarosin, Weil. tit. Herrn Jodoci Müllers, Apothekers in der Königl. u. Churfl. Residenz-Stadt Dresden nachgelaßener Witben, vor einen Discipel die Apotheker-Kunst zu erlernen auf Sechs Jahr lang, als von Ostern anno 1718 bis Ostern anno 1724 versprochen. Gelobe und Verspreche demnach, bey obgedachter Fr. Müllerin als meine Lehrherrin mich allezeit fromm, getreu, fleißig, ehrlich, hurtig und auffrichtig zu verhalten, auch mich in keinerley Wege von jemand will verführen laßen, noch ohne Vorwißen meiner Frauen oder Vorgesetzten Provisores oder Gesellen etwas umsonst ohne Geld, es sey auch was es wolle, weggeben. In wehrenden meinen Sechs Lehr-Jahren soll und will ich mir nicht gelüsten laßen, etwann ohne erheblichen Ursachen auszutreten, über Nacht ausen zu bleiben oder gar davon zu gehen, Wenn ich auszugehen nöthig, um Vergünstigung bitten und meinen Vorgesetzten Nachricht davon zu geben, aller Näscherey, wie sie auch Nahmen haben mögen, und sonderlich des Branndtewein-Trinckens will ich gäntzlich meiden und mich nicht gelüsten laßen, Was mir an meiner Wohlfahrt Schaden bringet, zu thun, vielmehr dahin Trachten, dasjenige nach allen Vermögen zu verrichten und also zu verhalten, wie es einen gehorsamen, frommen Discipel zukommet. Auch will ich diese 6 Jahre über Kein Geld bey mir tragen noch herbergen, sondern alles, Was ich bekomme, meinem Herrn Vormund Carl Heinrich Krieg aufzuheben geben und von ihm abfordern, Was ich zu meiner Nothdurft nöthig habe. Die Kirche und Gottesdienst will ich ohne Noth niemahls versäumen oder an statt derselben unter der Predigt andere verdächtige böse Gänge gehen, sondern mich in allen so verhalten und aufführen will, daß meine Herrschaft und der Herr Vormund Ehre und Freude von mir haben sollen. Im Fall ich aber vorsätzlicher Weise meiner Frau Lehrherrin Schaden verursachen oder wohl gar Wißendlich etwas entwenden würde, davor mich Gott in Gnaden behüten wolle, So soll mein Herr Vormund dasjenige, was mir gezeiget werden kann, von meinen Vermögen solches ersetzen. Das mitgebrachte Bette, so gut ich es diese 6 Jahre über zu gebrauchen habe, soll sodann meiner Lehrherrin hernach verbleiben. Dagegen verspricht mir meine Frau Lehrherrin, daß Sie mich diese 6 Jahr über zuförderst zu Gott und seinen Wort treulich halten, mit nothdürftiger Speiß und Tranck versorgen, zu meiner profession und aller nöthigen Wissenschaften sorgfältig laßen anführen, mit einem guten Testimonio wegen meines Wohlverhaltens nach verfloßener Zeit beehren, auch so viel möglich vor eine Condition vor mich sorgen und in allen Begebenheiten recommendiren will. Daß nun dieses alles fest und unbrüchlich auf beyden Seiten gehalten werde, ist dieser Contract doppelt zu Papier gebracht, Von beyden Theilen eigenhändig unterschrieben und mit gewöhnlichen Petschafften bedrucket worden. So geschehen in Dreßden Ostern Anno 1718.

(LS.) Anna Rosina Müllerin,
Verwittbete
Apothekerin.
(LS.) Moritz Rachel.
(LS.) Carl Heinrich Krieg
als Vormund.
Confirmirt Dreßden, am 21. April Anno 1718.
(Kaufbuch 1717 Bl. 453/454 im Amtsgerichtsarchiv.)




Zur ältesten Ansicht der Stadt Dresden.


Die Erläuterungen, die ich dem im Jahrgang 1906 dieser Blätter auf Seite 90 wiedergegebenen Kupferstiche Heinrich van Cleefs[WS 1] beigefügt habe, bedürfen einer Berichtigung. Nach wiederholter Prüfung des Bildes bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß das rechts vom Brückentore emporragende schmale Bauwerk mit gotischen Erkern und spitzem Dach nicht, wie ich früher meinte, die Alexiuskapelle und überhaupt nicht ein auf der Brücke stehendes Gebäude, sondern den

Anmerkungen (Wikisource)

Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 15. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/18&oldid=- (Version vom 20.1.2026)