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Weißeritz ausm rohrkasten vor der badestuben, wan ader so vil es der bader geratten (entraten) kan, in sein brauhauß fhuren mag zu seiner nodturfft zu gebrauchen, doch vorbeheltlich weil sulchs precario und aus gonst nachgegangen, das es vor keine gerechtigkeit und eigenthumb sal angezogen, sonder wan es dem rathe gefellig ader bedorfftig sein wurde, ires gefallens und nodturfft abgeworffen werden.

Mockerische pauern, so ecker in der stadt flur haben. Mathe Palitzsch und Philip Palitzsch zu Mockeritz haben zugesaget und gewilliget, ir burgerrecht wider zu vorschossen, damit inen der radt ire ecker in der stadt fluhr gelegen betreiben und wegegelt nicht geben dorffen etc.

Freitag nach Jacobi (28. VII) Cuntz Taschner und Hans Schmidt an eynem unnd der senckeler anders teils seint durch eyn radt, dohin sie es mechtiglich gestalt, irer geprechen, als solt Cuntz Taschner gesaget, wi der senckler Hans Schmieden dem schneider seine felh solt als eyn boßewicht geferbet haben etc., endtlich vortragen und wider voreiniget, das die genanten Cuntz Taschner und Hans Schmidt offentlich bekant, das inen nicht anders vom senckeler bewust, dan alle redlichkeit, auch nichts von ime dan alle guth und redlichkeit wissen, und solche ausgeflogene rede sal dem senckler unvorweislich sein und sulchs sal bey peen 1 silbernen ß nicht meher gedacht werden.

Freitag nach vincula Petri (4. VIII)., Jacoff Hundorff hat sein sache, das inen Gorg Waygener eyn schalck und boßewicht geschulden etc., dem rathe mechtig anheim gestalt, desgleichen Gorg Wagener etc. hat sich darzu bekant und sage es nach (noch), er hab ime drey rade gestolen und inen keller vorstackt etc., welchs Hundorff verlegen (verleugne), das er ime die rade zugesaget, wi er auch vorm richter Wolff Reichen bekant, das er sie ime vor seine mühe gegeben, doruff er sie, domit sie nicht am wetter vortorben, in keller beschickt etc. Discussum quod fecit animo injuriandi et illegitimo modo, ergo punibilis, sal inn thorm gesatzt und eyn tag ader 2 gehalten werden. Uff erkenntnus des raths hats der wayner Hundorffen abgebethen und gesaget, das er inen zun ehren geschulden und geschmehet, das habe er gethan aus bewegtem zornigem gemutte und wisse nichts von ime dan alle redlikeit und alles guth und bitte inen umb gottes willen ime sulchs umb zu vorgeben. Doruff ist der wagener in gehorsam genohmen und den viermeistern Hundorffs unschuldt angezeigt. (Am Rande:) Nickel Nael und Jacoff Hornig haben inen außgeborget sonnabent dornach.

Seeler. Die ut supra seint der seeler stricke zuschnitten und Hans Deisselbachs und Hans Golhd in der Seehgassen wahr (Ware) befunden, di eigene gemachte wahr der frembden gemeß und also beide der einheimischen ungemeß etc.

Di langen strenge sollen hanff sein und kein wergk eingezogen haben.

Sollen keine frembde wahr herein fhuren nach von frembden keuffen, die nicht den iren gleich sei, und wuh uffm marckten einichs hereinbracht wurde, so der einhemischen nicht gemeß, dieselbigen ader derselbige sal allein uff eynem orth feil haben etc.

Rauths und Peter Schuster. Die ut supra nach mittage sein Josep Rautte und Peter Kretzschmar der schuster irer geprechen des vorkaufften hauß halben durch den burgermeister Peter Byener und den stadtschreiber, uff welche sie mechtiglich ire sache gestalt und mit handgelubd zu halten zugesagt etc., endtlich vortragen. Nachdem Peter Kretzschmar Rauten sein hauß abgekaufft, doruff 100 fl. gegeben und 100 fl. schuldig, die er nicht vormag zu geben, und also das hauß Rauten wider eingereumbt, welchs er auch vorbeut, und der schuster die angegebene 100 fl. vorlisen (verlieren) muste, ist es gemittelt, das Raute ime widderumb 50 fl. geben sol als uff Galli schirstkunfftig 20 fl., uber eyn jhar aber 20 fl. und uff Galli im 33. di letzten 10 fl. (Nachschrift:) Doruff hat er den weinberg zu Zuschkewitz (Zitzschewig), so er von Valten Schein erbeut und vom rathe zu lehen ruret, zu einem willigen underpfandt eingesetzt und damit, wi sichs geburt, vorsichert. Actum sonnabend nach Laurentii (12. VIII) im 31. in sitzendem rathe. Sonnabent nach Pauli conversionis (27. I) im 32. hat Peter Kretzschmar bekant, das ime Michel Weidling doruff von wegen Jost Rauten 7 ß entricht hat, und gebeten sulchs zu vorzeichen.

Sonnabend darnach (5. VIII) ist handtwerge unnd gemeyn vorsammelt unnd inen angezeigt, erstlich das die nodturfft erfordert, anzuheben zu meltzen, derwegen die feuerstette in maltzheusern zu fertigen, auch achtung zu geben, das der kauf an der gersten nicht zu hoch zu steigern. Item die feuerstette in breuheusern zu fertigen, mit erinnerung wo nicht, so sollen die bosen feuermauern eingerissen werden.

2. Das auff bevelh U. g. H. nymant ausgissen sal bey peen 5 gr., so ufft dis ubertreten, und sonderlich kein mistjauchen ader pfützen.

3. Es sal nymandt bei leip und gut keinen herbergen, die aus dem sterben kommen, nach auffnehmen ahne wissen und willen des rathes, auch kein obist bei den Behemen keuffen.

4. Es sal aller aberaum aus der stadt an die Elben bei Ficklern an die mauer gefurt werden und sonst an keinen ort, uf bevelh U. g. H.

5. Es sal nymandt die schwein uffm margkte und gassen umblauffen lassen. So offt der botte (Ratsbote)

Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 177. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/180&oldid=- (Version vom 7.2.2026)