Seite:Dresdner Geschichtsblätter Fünfter Band.pdf/182

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Fabian Fladen ist angesaget, das er in 14 tagen Michel Weidlichen zufriden stelle ader di 81 fl. bezale, anders sal die hulffe ergehen.

Freitag nach Luciä (15. XII) hat der rath 14 tage dem Polen gelaitte zugesaget, welcher Adam Notten (?) sein schuld zu geraumen tagzeiten gelassen etc.

Mithwoch vigilia Thomä (20. XII) haben Matz Hauben widerpart alle funffe mit handgelubd zugesaget und angelobet, inen an gleich und recht begnugen lassen, sollen in 14 tagen handelung gewarten als di mithwoch vor epiphaniä.

Kannegisser. Freitag post Thomä (22. XII). Peter Richter, Bastian Liborius ader Libers, Peter von der Sitte, Nickel von Jhene, Hans Sachsse unnd Merten von Wittenberg haben ausgesaget und bekant, das sie von Donat Drossen sohn Christoff Drosse nichts anders wissen dan ehre, redlickeit und alles guth, wollen in (ihn) ehren, fordern und alle guthe beweisen etc.

Pfundt sal zwuschen hir und ostern sein weib zu sich nehmen ader nicht im weichbild bleiben.

Der hutterin angesaget, das sie ire tochter Barteln irem manne nicht sal furhalten, zeiget ursachen an, das er sie yhr habe anheim geschickt und halte sie ubel, welcher ursachen nicht wol zu sagen, und sonderlich das er sie zwinge, gelt uffzuborgen und di leuthe zu betrigen; wo sie es nicht thun wil, das er sie mit nehsteln steuppe und schlahe etc., welchs die Grensingen erfaren und sie von Freiberg herab mit ir bracht.

Bartel Jentzschen und seim weybe angesaget, das sie sich beide selbst als alte vorstendige sollen weisen und widder zusammen zihen; wo nicht, sol ir keinem vorstattet werden, hirinne in der stadt weichbild ire nahrung zu haben, und dy frau sol vorkeuffen und weg zihen etc. Termin angesetzt bis uff trium regum.

Jacoff Kaphan sal sich in 14 tagen mit eym rathe umb den todschlag in seim hauß begunst und vorschwigen vortragen.

Der wayner in 4 wochen sal sein weip zu sich nehmen.

Freitag post innocentum (29. XII) ist Hans Rauchfuß zum marsteller angenohmen, hat mit hand und mund zugesaget, des raths dienst und geschefft mit vleis, als were es sein eigen, getreulichen was im zustehet zu vorsorgen. Sal den helfferknecht under im haben und sein gelt wochlich einnehmen, ime dovon zu lohnen. Kan er bisweilen one nachteil des raths arbet tranckgelt vordienen, doch das ers messig machen sol, ime ungehindert mit wissen des baumeisters widerfahren.

Die ut supra hat Ludewig Lincke gutwillig der Pompen alle dasjehnige nachgelassen, das er bei ir von wegen ires mannes zu fordern. Sal dovon di schulde bezalen wie sie weis, er wolle kein einrede haben. Hats dem burgermeister mit handtgelubd zugesaget, allein 6 schusseln halben wil er vorbehalten haben, so des langen Georgen gewest. Desgleichen hat Hans Lincke dem richter Doniden (Donat Fresser), dem es bevolhen, auch gethan.

1532.

Freitag post epiphaniä (12. I) Kilian Kranck und Greger Wese seint zu brezelbencken vorordent.

Was di pauer in breuheusern getrencke uff di wagen laden und follen (füllen), dovon dorffen sie nichts geben. Item wan sie den borgern mist ein tag fhuren, dovon geben sie nunt ein wegegeldt.

Dornstag den tag zuvorn hat M. g. H. vorordent und bevelh gegeben, wan man ein ader meher vom hoffegesinde – ausgeschlossen die vom adel, welche sich aller billickeit selbst halten und weisen werden – nach acht hor in eim schenckhauße befinden wirt, sollen sie mit gefencknus eingezogen und des morgens dem marschalh uberanthwurt werden, causa, das bei Jacoff Kaphan und Hans Deisselbach in 14 tagen noch einander in itzlichem hauße vom hoffegesinde ein mordt gescheen.

George Foltzsch und Jacoff Heuckelt (?) an einem und Andre Haudel von Zuschkewitz andres teils haben ire geprechen uff Matz Windisch, Wentzel Greger, Gorg Schuster und Symon Gißman gestalt eins kauffs halben. Was dieselbigen werden aussagen, dobey wollen sie es bleiben lassen, haben es also mit handgelubd zugesaget. (Randbemerkung zu Foltzsch:) sal Haudeln sein gelt unvorhindert herausgeben. (Desgl. zu Heuckelt:) hat di 4 ß zu geben uff sich behalten und den kauff beschlossen umb 54 ß.

Mithwoch post Felicis (17. I). Kaphan sol in 14 tagen 2 ß niderlegen doruff es der cantzler und Hans von Schonberg durch furbit betediget (vereinbart), von wegen das er ein uffruhr in seinem hauße lassen gescheen und sulchen den gerichten vorschwigen, dorin ein mordt gescheen. (Nachschrift:) ist zu 1 ß gelassen uff ir bit.

Pfarher uffm Lauenstein. Freitag post Anthonii (19. I) hat der rath den steinern stock, so sie von monchen zu Aldendresden gekaufft, erblich vorkaufft und umb 60 fl. gegeben, sal zwuschen hir und fastnacht 20 fl. und dornach alle jhar 20 bis zur bezalung geben, sal 40 gr. dovon geschoßgelt jherlich und 1 bir doruff zu brauen macht, uber ein jhar sal er anheben zu geben, dis jahr 1 alt ß. Sal so vil thun, was ein ander hauß und nicht den lehen incorporiren etc. Walpurgis sal er nichts geben, dornach uff Michaelis 20 und volgend Walpurgis 20 gr. und so fort.

Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 179. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/182&oldid=- (Version vom 7.2.2026)