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Poppe, und Johanne Magdalene als Ehefrau des Obrist von der Armee Friedrich Gottlob v. Haugwitz. Nach zweimaliger Vererbung des Grundstücks unter den Nachkommen des Chn. Immanuel Eichler erwarben es die Gebrüder Carl Gottlob und Ernst August Klepperbein am 27. Januar 1823 zu dem schon 102 Jahre ihrer Familie gehörenden Nachbarhaus für 14000 Thlr. hinzu.

Auch dieses Nachbarhaus, nach der Galeriestraße zu gelegen, hat der berühmte Johann Melchior Dinglinger drei Jahre besessen. Es war im Besitz des Goldarbeiters Joh. Friedr. Neumann im April 1718 subhastiert, von dem Advokaten Chn. Wilh. Ziegra erstanden worden, dieser trat am 16. April 1718 sein Recht an Dinglinger für den Erstehungspreis von 2500 Thlr. bar ab[1]. Schon am 29. April 1721 kaufte der Materialist Otto Klepperbein das Haus für 4000 Thlr. bar[2], welches Dinglinger „seinem unlängst seelig verstorbenen Hrn. Bruder“, dem Kgl. Hofemailleur George Friedrich Dinglinger und dessen Familie zu bewohnen eingeräumt hatte. Zu dem Hause gehörte ein halbes Weißeritz-Röhrwasser, die Brauberechtigung zu jährlich 1½ Gebräu Bier, „zwei kupferne Kessel hinten in der Badstube, 2 eyserne Windöfen und einige Schränke auf den Gängen“; 172 Steuerschock ruhten darauf. Auch dieses Haus brannte im Juli 1760 mit ab. Im Besitz der Firma C. G. Klepperbein wurden später beide Häuser vereinigt und erhielten die gemeinsame neue Brandkataster-Nummer 245 und die Hausnummer Frauenstraße 9.

Bei Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen Heft 23, Seite 683 wird das zweite Haus, welches bis 1839 die alte Brandkataster-Nummer 398 trug und das Dinglinger tatsächlich erst 1718 erwarb, offenbar mit dem von mir eingangs behandelten Haus, das Dinglinger bis zu seinem Tode besaß und das die älteste Brandkataster-Nummer 399 führte, verwechselt[3].

Das andere als Dinglinger-Haus bekannte Grundstück Jüdenhof 5, Ecke Sporergasse[4], kaufte der Goldarbeiter George Christoph Dinglinger[5], ein Bruder des berühmten Melchior Dinglinger, am 22. April 1716 von dem Kgl. Hof-Einkäufer Abraham Thäme, welcher es „von Grund aus neu erbaut“ hatte, für 7000 Thlr.[6]. Die Zahlung erfolgte in zwei Raten von je 3000 Thlr. zur Oster- und Michaelismesse 1716, die dritte Rate wurde zu Ostern 1717 mit 1000 Thlr. bezahlt. Zu dem Hause gehörte ein halbes Hoch-Plauisches Röhrwasser und die Brauberechtigung zu jährlich zwei Bieren; 175 Steuerschocke ruhten darauf. Am 9. Oktober 1747 wurde der Sohn des Besizers, der Goldarbeiter Friedrich Dinglinger, und dessen Muhme Frau Sabine Elisabeth Hofmann, Ehefrau des Dr. jur. und pract., späteren Akzisrat und Akzis-Kommissar Christian Gotthold Hofmann, laut Testament mit dem Hause beliehen[7]. Frau Hofmann war die Enkelin des Erblassers. Die Witwe des George Christoph Dinglinger, Frau Marie Catharina Dinglinger, erhielt als ihr eheliches Einbringen 2000 Thlr. Hypothek an dem Haus zugeschrieben, wovon sie 1200 Thlr. am 17. April 1748 an den Ratsmaurermeister J. Chph. Berger abtrat. Wegen einer von dem Kauf- und Handelsmann Joh. Gottfried Müldner ausgeklagten Schuld wurde das Grundstück am 22. August 1768 von dem Advokat Friedr. Aug. Ermel sub hasta erstanden[8], dieser trat sein Lizitationsrecht am 13. Oktober desselben Jahres an den Hofbeutler Carl Gottlob Schräger ab für den Erstehungspreis von 6250 Thlr.[9]

Zum letztenmal treffen wir den Namen Dinglinger in den Kauf- und Kontraktbüchern am 1. Februar 1768, wo die Witwe des Juweliers Johann Gottfried Dinglinger, Frau Christina Elisabeth Dinglinger geb. Behnisch, das Haus Kleine Brüdergasse 6, welches sie am 20. Dezember 1762[10] erkauft hatte, dem Schneider Joh. Michael Glaser käuflich für 2100 Thlr. überließ[11]. Der Erwerber hatte das Haus schon am 1. Dezember 1764 mit Vorbehalt des Wiederkaufsrechtes für die Verkäuferin zunächst auf vier Jahre für 1800 Thlr. gekauft[12]. Bei diesem Besitzwechsel lasteten auf dem Hause 600 Thlr. Hypothek, sowie 1315 Thlr. Forderung des Käufers und 105 Thlr. Prozeßkosten.

Auch in der Pirnaischen Vorstadt war die Familie Dinglinger kurze Zeit ansässig, denn am 2. Januar 1711[13] kaufte Frau Catharina Barbara, Herrn George Friedrich Dinglingers[14], Königl. Poln. und Kurf. Sächs. Amalirers Eheliebste geb. Gutermann, von dem Knopfmacher J. George Philipp sein zwischen Sekretär Nothnagel und Posthalter Mierisch auf der Pirnaischen Gasse vor dem Pirnaischen Tore innen gelegenes Haus, Hof und Garten für 450 Thlr., davon 60 Thlr. an bisherigen Baukosten. Der Nachbar, Posthalter Joh. Michael Mierisch, kaufte das Grundstück für 500 Thlr. baren Geldes von dem hinterlassenen unmündigen Sohn Georg Friedrich Dinglinger, Sohn der Frau Catharina Barbara Dinglinger, und zwar mit Vollwort seines


  1. Kaufbuch 1717 Bl. 398.
  2. Kaufbuch 1720 Bl. 416.
  3. Siehe auch ebenda S. 691.
  4. Gurlitt, Bau- und Kunstdenkmäler Heft 23 S. 687.
  5. Gestorben 1745.
  6. Kaufbuch 1714 Bl. 448. Thäme hatte das Grundstück 1708 erkauft.
  7. Kaufbuch 1747 Bl. 172.
  8. Rachel, S. 68.
  9. Kaufbuch 1768 Bl. 307 u. 308.
  10. Kaufbuch 1763 Bl. 43.
  11. Kaufbuch 1768 Bl. 241.
  12. Kaufbuch 1765 Bl. 141.
  13. Kontraktbuch des vorm. Stadtgerichts im Archiv des Kgl. Amtsgerichts, 1710 Bl. 367.
  14. Bruder des Joh. Melch. Dinglinger, † 24. Dezember 1720.
Empfohlene Zitierweise:
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912). Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung., Dresden 1909 bis 1912, Seite 95. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_F%C3%BCnfter_Band.pdf/98&oldid=- (Version vom 6.2.2026)