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Gründung neuer Kolonialschulen zu leiten, wozu die Freimüthige Sachsenzeitung Jahrg. 1849 Sp. 677 ironisch hinzufügt: „wahrscheinlich um die Beduinen zu demokratisieren“. Hier in Zürich wirkte Z. mündlich und schriftlich eifrig für Köchlys Berufung an die Züricher Universität, und mit großer Freude erfüllte es ihn, als er seine Bemühungen mit Erfolg gekrönt sah und Köchly im April 1850 daselbst eintraf. Im Verkehr mit diesem und andern bedeutenden Männern bildete sich Z. weiter; die Zeit der Ferien wurde zu gemeinsamen Wanderungen in die Schweizer Berge benutzt. 1852 erhielt er eine Anstellung an der Kantonsschule Zürich und zwar in der Industrieabteilung; an dem weitern Ausbau dieser Anstalt beteiligte er sich in hervorragender Weise und erwarb sich namentlich um die kaufmännische Abteilung große Verdienste. So kam es, daß ihm bald die Leitung der Schule übertragen und der Titel Professor erteilt wurde, auch erhielt er 1859 durch Schenkung das Bürgerrecht der Stadt Zürich. Die Stellung als Rektor bekleidete er von 1855–69, war dann aber noch Lehrer an der Schule bis zum Frühjahr 1874, in welchem Jahre eine schwere Krankheit ihn zur Aufgabe seines Lehramtes nötigte. In seinen letzten Lebensjahren betätigte er sich noch als Korrespondent verschiedener Zeitungen und übernahm gegen Ende der 70ger Jahre die Redaktion der Winterthurer Nachrichten. Er starb am 8. April 1880. Der Nachruf, den das Winterthurer Blatt ihm am 17. April widmet, zollt seiner Lehrtätigkeit volles Lob; infolge seines freundlichen, leutseligen Wesens, mit dem sich jedoch große Energie verband, war er bei all’ seinen Schülern sehr beliebt, und sein prächtiger Humor gewann ihm schnell die Herzen seiner Umgebung. Über seine öffentliche Tätigkeit sagt schließlich der Nachruf folgendes: „Er besaß ein organisatorisches Talent, das ihn an die Spitze der verschiedensten Gesellschaften und Vereine Zürichs führte; als Organisator bei Schützenfesten erwarb er sich geradezu einen Namen, und die Polizeiordnung, die am eidgenössischen Schützenfeste in Zürich und Basel gehandhabt wurde, rührt von ihm her. Sein scharfer Einblick in die verworrensten Verhältnisse, seine klare Disposition in den schwierigsten Fragen war allgemein bekannt und wurde er in mancherlei Fällen in und außer dem Canton zu Rate gezogen. Sein offenes ungescheutes (!) Wesen, das manchem Hyperdemokraten und Demagogen auf den Finger klopfte, gewann ihm freilich auch Feinde, die ihn angriffen und persönlich angriffen, daß er infolge der Überladung mit Ehrenämtern seinem Amte nicht mehr wie nötig vorstehe. . . Der schweizer. demokrat. Bewegung war er trotz seiner Antecedentien abhold. Seine Stellung zur kantonalen Politik war die eines Liberalen, der sich nicht scheute, auf das Gute wie Ungesunde sowohl im eigenen Lager wie in jenem der Gegner hinzuweisen und die Feile der Rüge in aller Schärfe da anzusetzen, wo er es für nötig fand, bald hüben, bald drüben; sein selbständiger, fester Charakter ließ ihm keine Schablonenpolitik zu. Zum demokratischen Teil der zürcherischen Lehrerschaft trat er nach seinem Rücktritte von der Professur noch in scharfen Gegensatz, woraus sich mitunter eine scharfe Polemik entspann. . . Doch hatte er in allen Fällen des öff. Lebens in selbstlosester Weise jederzeit nur das allgemeine Wohl im Auge, war jedoch der Ansicht, daß viele Wege nach Rom führen und[WS 1] nüchterner, gesunder Sinn nebst eigener Erfahrung u. fester Überzeugungstreue dem freien Manne zur Richtschnur dienen sollen.“
This text is not in public domain, Hans Beschorner died 1956.
(Note from A. Wagner 2024)
(
gemeinfrei ab 2027)
Anmerkungen (Wikisource)
- ↑ Vorlage: nnd
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 4 (1905 bis 1908). Wilhelm Baensch Dresden, Dresden 1905 bis 1908, Seite 123. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_Vierter_Band.pdf/128&oldid=- (Version vom 27.1.2025)