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gekommen oder, da einer sich eingefunden, alsofort
wieder weiter gereiset, sowohl auch unsere Ausgelernte,
welche sich nach ausgestandener siebenjähriger Lehre recht
nach dem Degen sehnen, alsofort auf- und davon
gemachet“. Da auch der Hofmaler Pöppelmann und
andere Maler schriftlich bezeugten, daß sie in letzter
Zeit zu ihren Arbeiten für den König nicht mehr das
nötige Gold in Dresden bekommen, sondern von
auswärts hätten beziehen müssen, ward das Gesuch
bewilligt[1].
Es ging den Verboten des Degentragens ganz wie denen des Duells: sie blieben trotz der angedrohten Strafen auf die Dauer unbeachtet. In einem Mandat von 1743 wurde geklagt, daß das Degentragen „fast durchgehends wiederum eingeführt und allgemein werden wollen“. Das Recht dazu wurde wiederholt auch bei den selbständigen Bürgern auf die Angehörigen des Gelehrten-, Künstler- und Kaufmannsstandes und der feineren Handwerke eingeschränkt. Die Zuwiderhandlungen der Handwerker haben aber anscheinend nicht eher aufgehört, als bis ihre wirtschaftlichen Verhältnisse durch die Verheerungen des siebenjährigen Krieges so gedrückte geworden waren, daß sich der Luxus des Waffentragens von selbst verbot.
Bei der leichtfertigen Wirtschaft, die unter August den Starken und seinem Nachfolger am Hofe, beim Adel und in der Beamtenschaft herrschte, konnte es nicht ausbleiben, daß sich auch in den Kreisen der Bürgerschaft die Begriffe von Ehre und Pflicht lockerten und daß in der städtischen Verwaltung der Geist der Unordnung und Gewissenlosigkeit einriß. Kurz aber schlagend gekennzeichnet wird dies durch die Bemerkungen, die in einem Verzeichnisse der Ratsmitglieder im Kämmerei- Inventarium von 1727 (Ratsarchiv A. XV. 31 w.) einzelnen Namen beigefügt sind und aus denen hervorgeht, daß in den zwanziger und dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts nicht weniger als acht Ratsherren auf unrühmliche Weise aus dem Rate ausgeschieden sind. Sie lauten:
Die Vierteljahrsschrift Dresdner Geschichtsblätter wurde regelmäßig fortgesetzt; die zweite Nummer war dem 700jährigen Gedenktag zwar nicht der Stadtgründung, die in Dunkel gehüllt ist, aber doch der erstmaligen Erwähnung Dresdens gewidmet und brachte ein Faksimile der denkwürdigen Urkunde mit dem Datum Dresden am 31. März 1206. Von den Mitteilungen des Vereins erschien das 19. Heft, enthaltend einen von Dr. Viktor Hantzsch auf Grund der gedruckten Universitätsmatrikeln bearbeiteten Beitrag zur Gelehrten- und Familiengeschichte: „Dresdner auf Universitäten vom 14. bis 17. Jahrhundert“. Auch seinen zahlreichen geschichtlichen Bilderwerken fügte der Verein ein neues hinzu: die erste Abteilung einer vom Vereinsvorsitzenden zusammengestellten und mit erläuterndem Text versehenen „Dresdner Bilderchronik“, die auf 12 großen Lichtdrucktafeln zeitgenössische Darstellungen von Dresdner Begebenheiten aus dem 16. und 17. Jahrhundert wiedergibt; die Mappe wurde wiederum unentgeltlich an die Mitglieder verteilt. Für ein vom Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz herauszugebendes Werk „Die Burgen und vorgeschichtlichen Wohnstätten der Sächsischen Schweiz“ bewilligte der Verein einen Beitrag zu den Druckkosten. – Die Reihe der Vorträge wurde in dem geräumigen und schön ausgestatteten neuen Saale des Stadtmuseums am 18. April mit einem Vortrage des Seminaroberlehrers Cand. rev. min. Sigismund über Dreißig Jahre Dresdner Kunstausstellungen 1801–1830 wieder aufgenommen; weiter sprachen am 17. Oktober der Vorsitzende Dr. Richter über das Dresdner Vogelschießen im Jahre 1660, am 14. November der Schriftführer Archivar Dr. Beutel über die Dresdner Kommunalgarde und am 12. Dezember Archivrat Dr. Beschorner über Untergegangene Dörfer in der Umgegend von Dresden. – Der Sommerausflug wurde am 17. Juni nach der Bergstadt Annaberg unternommen, und zwar von Flöha ab mit Sonderzug; es beteiligten sich daran leider nur etwa 60 Mitglieder. Unter
- ↑ C. XVII. 23 b.
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 4 (1905 bis 1908). Wilhelm Baensch Dresden, Dresden 1905 bis 1908, Seite 151. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_Vierter_Band.pdf/156&oldid=- (Version vom 19.2.2025)