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Kurz, weitere Unternehmung am 25. unterblieb gänzlich. Man überließ dem schwachen Gegner wieder die Initiative, die man durch den Vormarsch glücklich an sich gerissen. Wie es dennoch möglich wurde, für den 26. August folgenden Befehl zu geben, ist bis zur Zeit nicht aufgeklärt. Schwarzenbergs Disposition für den 26. lautete:
Hauptquartier Nöthnitz, 25. August 1813.
„Bei Eintreffen der Civallartschen Division und der beiden Divisionen des linken Flügels wird die Sicherheit des letztern dadurch veranlaßt, daß Löbtau und die Gegend bei den Schusterhäusern bis an die Elbe vom Feinde gereinigt wird. Hierauf werden 5 Kolonnen[1] gebildet.Sowie Löbtau genommen ist, werden vier der zwölfpfündigen Positions-Batterien bei Löbtau aufgefahren, um die Friedrichstadt zu beschießen. Die Reiter-Divisionen Nostitz und Lederer stellen sich en reserve zwischen Coschütz und Kaitz, mit dem rechten Flügel links seitwärts des Ortes. Sämtliche übrige Truppen bleiben im Lager in Bereitschaft . . . . Ein Kosaken-Regiment streift gegen Bautzen, ein anderes leichtes Kommando unter Oberst Seslawin setzt bei Brießnitz über die Elbe und streift bis Radeberg[2]. Das Beschießen der Stadt und das Vorrücken des linken Flügels erfolgt mit dem Schlage 4 Uhr.“
Das Ganze sollte Demonstration, also Manöver bzw. Erkundung sein, eine Angriffsdisposition war der Befehl wiederum nicht. Den Vormarsch am zeitigen Morgen und dann die Beschießung der Stadt erst 4 Uhr abends kann man sich nur als ein äußerst vorsichtiges schematisches Verfahren und, wie auch Friederich hervorhebt, nur durch den Glauben erklären, das
Oberkommando habe eine uneingeschränkte Zeit vor sich,
- ↑ Nach Aster S. 158: „Angriffskolonnen“.
- ↑ Rechtzeitige Nachrichten über feindliche Truppenbewegungen auf den von Nordost auf Dresden führenden Straßen haben diese Detachements nicht gebracht.
- ↑ Die Disposition Schwarzenbergs ist in der Lüdtkeschen Schrift unvollständig angegeben. Für ihre Beurteilung ist aber völlige Wiedergabe nötig. Der Wortlaut hier ist nach Friederich, I. Band, S. 447/448) und nach Aster (S. 157 ff.) – beide in wesentlichen Punkten übereinstimmend – angeführt. Aster weicht nur von Friederich insofern ab, als nach ersterem auch für die I. und II. Kolonne das eventuelle Eindringen in die Vorstädte vorgeschrieben war, während nach Friederich dies nur für die III. Kolonne vorgesehen blieb. Nach Lüdtke S. 37/38 ist das eventuelle Eindringen in die Vorstädte sowohl der I. Kolonne als auch den gesamten österreichischen Kolonnen vorgeschrieben gewesen, den letzteren nur unter der seltsamen Bedingung „wenn das ohne Menschenverlust geschehen kann“. Es muß das befremden, denn ohne Kampf war doch ein Eindringen in die vom Gegner besetzten Vorstädte unausführbar. Wie soll also ein Eindringen ohne Menschenverlust erfolgen können? – Die einem kräftigen Willen nicht entsprungene, auf positive Resultate nicht lossteuernde Disposition ist in Aster S. 160 ff. einer eingehenden Betrachtung unterzogen.
dafür angeführt, daß solch Unternehmen, falls man eben Willen dazu hatte, dann besonders aussichtsvoll werden mußte, wenn man nicht bloß die Wittgensteinschen Truppen, sondern auch die Kleistschen und österreichischen vordersten Kolonnen rechtzeitig zum Vorgehen aufgeboten und zugleich die schon nahen Reserven herangezogen hätte, um Nachdruck für ein siegreiches Vordringen durch die Stadt zu erlangen.
Dr. Otto Richter (Hrsg.): Dresdner Geschichtsblätter Band 4 (1905 bis 1908). Wilhelm Baensch Dresden, Dresden 1905 bis 1908, Seite 49. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dresdner_Geschichtsbl%C3%A4tter_Vierter_Band.pdf/52&oldid=- (Version vom 30.1.2025)