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dieser Thätigkeit durch ausgedehnte Kanalisierung vorläufig ein Ende gesetzt. Die alten verlassenen Flussläufe sind häufig noch an der sumpfigen Beschaffenheit des Bodens erkenntlich, so im Süden von Freiburg längs der Höllenthalbahn ein alter Dreisamlauf; und in grösserem Massstab haben in dem sumpfigen, zum Theil vertorften Mooswald die Dreisam, Glotter und Elz, die früher in nahezu südlicher Richtung dem Tuniberg entlang dem Rheinthal zuströmten, ihre Spuren zurückgelassen.
Aus dem Rheinthal, das in sehr mässiger Senkung sich im Ganzen von Süd nach Nord erstreckt, steigen zu beiden Seiten niedrige terassenförmig geschichtete Berge auf, die nahezu ausnahmslos aus jüngeren Sedimentgesteinen aufgebaut sind. Das ist die Zone der Schwarzwaldvorberge. Hinter diesen erst erhebt sich in steilerem Anstieg das Massiv des Schwarzwalds und der Vogesen; beide bestehen der Hauptsache nach aus Urgesteinen. Diese drei Gebiete – Rheinebene, sedimentäre Vorberge und krystallinisches Gebirgsmassiv – können wir allenthalben in der oberen Rheinebene in meist scharfer Sonderung unterscheiden. Eine Lücke findet sich nur im Innern der Freiburger Bucht, wo auch die Vorberge bis auf geringe Reste versunken sind, so dass hier die Schwarzwaldberge unmittelbar steil aus der Ebene heraufsteigen.
Der Boden der Ebene besteht aus dem Schotter, den der Rhein und die Schwarzwaldbäche herbeigetragen oder umgelagert haben. Das von ihnen hergeführte Material kann man leicht als Schwarzwaldkies und Rheinkies unterscheiden. jener besteht nahezu vollständig aus dem Gneis, der das Massiv des ganzen Flussgebiets der Dreisam und der Elz bildet. Hier ist, entsprechend dem grösseren Gefäll, feiner Sand selten. Am häufigsten sin die groben Wacken bis zu 20 und 30 cm Durchmesser; auch sind sie bei dem geringen Weg, den sie erst zurückgelegt haben, noch nicht sehr weit abgerundet und abgeschliffen. Die Grenze zwischen Schwarzwald- und Rheinkies verläuft diesseits des Kaiserstuhls etwa in der Verlängerung der Axe des Tunibergs nach Nordosten gegen das Hecklinger Schloss hin. Jenseits dieser Linie besteht der Boden ausschliesslich aus Rheinkies in verschiedener Aufbereitung und aus verschiedenem Material, das zum Theil dem südlichen Schwarzwald und den Vogesen, zum Theil dem Jura, dem Kaiserstuhl und den Alpen entstammt. Durchweg aber sind die Stücke weit stärker abgerundet als die Schwarzwaldkiese. Insbesondere den aus den Alpen stammenden Quarzgeröllen entnimmt die Stadt Freiburg ein ebenso schönes und dauerhaftes, als eigenartiges Material zur Deckung der Gehwege.
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_008.jpg&oldid=- (Version vom 21.11.2025)