Seite:Freiburg Bauten 011.jpg

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Der schwarze Jura (Lias) tritt am Lehener Berg und Schönberg auf, viel verbreiteter und mächtiger ist der braune Jura (Dogger), der vor allem einen grossen Theil der Schönbergkuppe, dass unter Löss vergraben den Stock des Tunibergs bildet; sein wichtigstes Glied, der Hauptrogenstein oder Hauptoolith liefert in den zahlreichen Steinbrüchen am steilen Westabhang des Tunibergs ein sehr geschätztes Material. Bemerkenswerth ist auch sein Vorkommen am Kaiserstuhl bei Riegel und Bahlingen und besonders in der Mitte des Gebirgs bei Schelingen, wo die Berührung mit den vulkanischen Massen ihm ein krystallinisches Gefüge gegeben hat.

Der weisse Jura endlich tritt nur an wenigen Stellen des Schönbergs auf und nur in geringer Mächtigkeit.

Alle diese Glieder des Jura sind überaus reich an Versteinerungen. Auch auf die Menschen haben diese Zeugen aus uralter Zeit ihres Eindrucks nicht verfehlt. Findet man doch an den Giebeln gar mancher Häuser in den Dörfern um den Schönberg ein Ammonshorn eingemauert!

Von den Gliedern des Tertiärs gehören nur noch wenige den Vorbergen an, so die Kalksteine und die Konglomerate der Schönbergspitze, ebenso die Thone und Mergel am Nordende des Tunibergs. Einer noch jüngeren Zeit entstammen die Bohnerzthone, die sich in den Spalten und Klüften des Kalks allenthalben im Gebiet verbreitet finden. In ihnen trifft man auch Ueberreste grosser Säugethiere an, wie des Mastodon und des Rhinoceros.

Als Bildung der tertiären Zeit sieht man noch den Kaiserstuhl an, jenes Gebirge vulkanischen Ursprungs, das mitten aus der Rheinebene aufsteigt. Seine Kammlinie verläuft etwa von Südwest nach Nordost und lässt nach allen Seiten Thäler und Schluchten ausstrahlen, nach Osten kürzere, nach Westen ein längeres, tief eingerissenes Thal, das den einzigen beträchtlicheren Wasserlauf enthält, während sonst das Gebirge sehr wasserarm ist. Die nach Westen verlaufenden Kämme und Gebirgszacken sind von einer ganz eigenartigen landschaftlichen Schönheit.

In der Mitte des Kaiserstuhl liegt ein Klotz von sedimentärem Gestein und zwar Jurakalk (s.  o.) der metamorphosirt ist. Um ihn herum lagern sich allseitig die vulkanischen Gesteine und zwar in grösster Ausdehnung Thephrit, der an wenigen Stellen im Osten und Westen von jüngeren Phonolithkuppen durchbrochen ist. Rein vulkanisch sind endlich noch die beiden vereinzelt stehenden Hügel, der von Breisach und der Limberg bei Sasbach, der erste aus Tephrit, der andere aus Basalt und Limburgit gebildet. In den vulkanischen

Empfohlene Zitierweise:
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_011.jpg&oldid=- (Version vom 21.11.2025)