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und Südwestwinde müssen an den Steilabhängen des Schwarzwalds rasch in die Höhe steigen, kommen dadurch in kältere Luftschichten und müssen daher einen Theil ihres Wassergehalts abgeben. Draussen in der Ebene, nur wenige Kilometer vom Rand des Gebirgs entfernt, liegen die Regenverhältnisse ganz anders. Schon der Kaiserstuhl ist erheblich weniger regenreich als Freiburg, und noch viel mehr ist dies der Fall im linken Theil der südlichen Rheinebene, wo z. B. Kolmar weniger als 500 mm Regenmenge hat.

Die Vertheilung auf die Jahreszeiten ist so, dass im Winter im Ganzen und an den einzelnen Tagen die geringsten Niederschlagsmengen fallen. Von dem regelmässigen Steigen und Fallen dieser Mengen im Lauf des Jahres machen die beiden Monate April und October eine Ausnahme, der erste als verhältnissmässig trockener, der andere als besonders nasser Monat. Besonders der April zeigt auch die grösste Zahl schöner Frühlingstage, wieder ein Beweis, auf wie schwachen Grundlagen die Volksmeteorologie steht, die den April so unverdienter Massen in einen übeln Ruf gebracht hat. Dagegen zeigt die Vertheilung der Regenmengen auf die einzelnen Tage ein fast gleichmässiges Anschwellen vom Minimum im Februar bis zum Maximum im Juni und eine eben solche Abnahme wieder bis zum Februar, letztere nur durch den October unterbrochen.

Die Zahl der Schneefälle, die Dauer und Tiefe der Schneebedeckung steht ganz im Einklang mit der Höhenlage von Freiburg.

Einen wesentlichen Einfluss auf das Freiburger Klima übt die Vertheilung der Winde. Wie schon erwähnt, ist Freiburg gegen die kalten Ost- und Nordostwinde durch die vorgelegten Berge geschützt, lässt dagegen die Süd-, Südwest- und Westwinde frei einströmen. Die Häufigkeit und Vertheilung der Winde ist aus der folgenden Tabelle zu ersehen:

Häufigkeit der Winde in Procenten:
N NO O SO S SW W NW Stille
7 Uhr Vorm. 10,8 4,5 5,0 21,5 9,9 20,9 5,2 10,8 11,4
2 Uhr Nachm. 14,0 3,2 1,4 3,8 7,0 24,5 12,9 27,8 5,2
9 Uhr Nachm. 5,0 4,2 8,8 30,7 7,6 20,8 4,5 8,9 3,5
auf den ganzen Tag berechnet Freiburg 9,9 3,9 5,1 18,7 8,6 22,0 7,5 16,3 8,0
Karlsruhe 2,6 27,1 6,0 3,2 2,8 44,0 1,5 2,6 10,2

Empfohlene Zitierweise:
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_016.jpg&oldid=- (Version vom 21.11.2025)