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sie mehrfach die Besitzer gewechselt hat, in den Händen der städtischen Heiliggeistspital-Stiftung.
Gleich Anfangs trennt der Karthausbach sich in zwei Arme, von denen der eine die abwärts vom Wehr zwischen Dreisam und Karthäuserstrasse belegenen Wiesen der Beurbarung bis zur Karthäuserbrücke wässert, während der andere Arm sein Wasser den Triebwerken der Karthause zuführt.
Heute werden die im Karthausbach eingerichteten Gefälle nicht ausgenützt, da die Säge, als nicht mehr lohnend, abgerissen wurde und die Mühle abgebrannt ist. Ueber die Verwendung der Wasserkräfte für einen anderen Zweck ist Bestimmtes noch nicht beschlossen.
Die Wassermengen, welche der Karthausbach führt, sind, wie bei den anderen Gewerbebächen, recht schwankende, je nachdem eben die Dreisam reichlich oder wenig Wasser hat. Bei genügendem Wasserstande in der Dreisam wird der Karthausbach etwa 1½ cbm Wasser führen.
Der Karthausbach, welcher sich hauptsächlich neben der Karthäuserstrasse hinzieht, hat bei 1200 m Länge etwa 12 m Gefälle, von dem nur etwa 3 m für die vorerwähnten Triebwerke bei der Karthause ausgenützt waren.
Dicht oberhalb der Karthäuserbrücke kann der Bach durch seinen Leerlauf in die Dreisam zurückgeführt werden. Gewöhnlich fliesst er aber bei der Karthäuserbrücke in den Bachlauf, welcher einfach »Gewerbebach« benannt ist, weil er für die frühere Stadt Freiburg, die nicht die jetzige Ausdehnung hatte, der einzige Gewerbebach war.
Der Gewerbebach beginnt bei der Karthäuserbrücke, oberhalb welcher in die Dreisam eine Stauschwelle eingelegt ist.
Er ist der bedeutendste von allen Gewerbekanälen Freiburgs.
An seinem Ursprung nimmt er das Wasser des Karthausbaches in sich auf. Nach kurzem Lauf durch einen Tunnel fliesst er neben der Karthäuserstrasse, kreuzt kurz oberhalb der Fabrik von Mez Vater & Söhne unter dem Heinrichs-Brückchen die Strasse, fliesst dann am Fusse des Schlossberges bis zum Schwabenthorplatz, und gibt unterwegs bei der Fabrik von Carl Mez & Söhne Wasser für die Stadtbäche ab. Am Schwabenthorplatz durch ein Gewölbe verdeckt, tritt er an der Gerberau wieder zu Tage und nimmt seinen Lauf, theilweise über- und eingebaut, zwischen dieser Strasse einerseits, der Insel und der Fischerau andererseits bis zur Kaiserstrasse.
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 120. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_120.jpg&oldid=- (Version vom 15.12.2025)