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Hier theilt er sich in zwei gleich starke Arme. Der nördliche Arm folgt der Nordseite der Schlachthausstrasse, kreuzt die Belfortstrasse, tritt neben der Löwenstrasse wieder zu Tage, kreuzt diese und fliesst in einem Gewölbe parallel zur Werder- und Rotteckstrasse, und unter dem Rottecksplatz hindurch, nimmt dann seinen Lauf, theils offen, theils gedeckt, durch die Baublöcke zwischen Rosa- und Friedrichstrasse bis zur Bismarckstrasse, wo er überwölbt im Gehweg liegt und fliesst dann offen, die Baublöcke durchschneidend, bis an die Südostecke des Landesgefängnisses, Ecke der Johanniter- und Sautierstrasse, von wo ab er die Grundstücke der Zähringerstrasse an ihrer Rückseite begrenzt. An der Kreuzung der Zähringerstrasse mit der Eisenbahn verlässt er das Weichbild der Stadt und dient auf der Freiburger Gemarkung nur noch Wässerungszwecken. Sein Hauptlauf geht von dort am Rossgässle und Mooswald entlang gegen Vörstetten und weiter, wo wiederum die Ausnützung zu Wasserkräften erfolgt.
Der südliche Arm des Gewerbebaches folgt von der Kaiserstrasse der Nordseite der Blumenstrasse, nimmt seinen Lauf unter dem Alleegarten hindurch bis zur Fabrik von Philipp Anton Fauler und kommt an der Faulerstrasse wieder zum Vorschein. Er durchquert dann den Bahnhof und ergiesst sich jenseits desselben neben der Gasfabrik in die Dreisam, wenn das Wasser nicht in den Wiesen unterhalb des Stadttheils Stühlinger bis gegen Betzenhausen zur Wässerung benutzt wird, was allerdings während des grösseren Theiles des Jahres geschieht. In der Fauler’schen Fabrik nimmt dieser Bachlauf einen Quellwasserlauf auf, der bei dem Baublock zwischen Schwabenthorstrasse, Wall-, Dreisam- und Marienstrasse entspringt.
Das Gefälle des Gewerbebaches von der Karthausbrücke ab, sowie seiner beiden Arme bis zur Eisenbahn bei der Zähringer- und bei der Faulerstrasse ist fast vollkommen zur Gewinnung von Wasserkräften ausgenützt.
Das Gefälle von der Einlaufschwelle bei der Karthausbrücke bis zur Zähringerstrasse bei der Eisenbahn beträgt auf ungefähr 5200 m Länge etwa 38 m, dasjenige von der Einlaufschwelle bis zum Bahnhof bei der Faulerstrasse auf ungefähr 3200 m Länge etwa 29 m. Der Gewerbebach führt, wenn er seine volle Wassermenge hat, etwa 2500 Liter; bei sehr trockener Zeit sinkt er aber gelegentlich bis auf etwa 1000 Liter herab.
26 industrielle Unternehmungen der verschiedensten Art, Papier- und Seidenfabriken, Spinnereien, Mühlen etc., erhalten durch ihn einen Theil ihrer Betriebskraft; bei den meisten muss eine Ergänzung durch Dampfkraft stattfinden.
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 121. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_121.jpg&oldid=- (Version vom 15.12.2025)