Seite:Freiburg Bauten 122.jpg
Der nördliche Bacharm gibt zeitweise für die Wiesen zwischen Lehener- und Hugstetterstrasse und zwischen Hugstetterstrasse und Friedhof an der Friedrich- und Albertstrasse Wasser ab. Am Rottecksplatz nimmt er die Stadtbäche wieder an sich auf; bei der Johanniterstrasse hinter der Kuenzer’schen Cichorienfabrik wird der Stadtbach abgezweigt, der durch die Thennenbacherstrasse gegen den Friedhof und von da gegen den Mooswald fliesst, und in seinem unteren Lauf zeitweise wieder die benachbarten Wiesen wässert.
Grosse Wiesengebiete, auf der Gemarkung Freiburg allein gegen 300 Hectar, erhalten von dem Hauptbach am Rossgässle ihr Wasser.
Die Werkbesitzer, welche am Gewerbebach und seinen beiden Abzweigungen betheiligt sind, bilden die Runzgenossenschaft der Werkbesitzer. Die Wiesenbesitzer, welche ihr Wasser aus dem nördlichen Bacharm erhalten, bilden die untere Runz, jene, denen das Wasser des südlichen Bacharms zufliesst, die obere Runz der Wiesenbesitzer.
700 m unterhalb der Stauschwelle des Gewerbebaches in der Dreisam liegt das Dillenmühlewehr, durch welches das Wasser des Dillenmühlebaches abgezweigt wird. Er fliesst südlich der Dreisam zwischen dieser und der Schwarzwaldstrasse bis zur Schwabenthorbrücke. Das Gefälle, welches im Gesammten etwa 10 m auf 1100 m Länge beträgt, wird von vier Fabrikbetrieben genutzt, das Wasser theilweise auch zu Wässerungszwecken verwendet. Eine Runzgenossenschaft vereinigt die Betheiligten.
Der Dillenmühlebach führt höchstenfalls 500 Liter Wasser, vielfach erheblich weniger. Er ergiesst sich bei der Schwabenthorbrücke in den Kronenmühlebach.
Der Kronenmühlebach erhält, wie oben gesagt, bei der Schwabenthorbrücke das Wasser des Dillenmühlebaches und zu diesem Wasser aus der Dreisam, welches mit Hilfe einer dicht oberhalb der Brücke eingelegten Schwelle abgeleitet wird. Er durchfliesst die zunächst der Dreisam gelegenen Baublöcke des Stadttheils Wiehre, geht unter den Bahn her und nimmt seinen weiteren Lauf durch den Vorort Haslach, wo er, mit dem Hölderlebach zum Dietenbach vereint, die Gemarkung Freiburg verlässt.
Auch dieser Bachlauf, der auf ungefähr 3500 m Länge bis zum Dietenbach 31 m Gefälle hat, wird an 13 Stellen zu Wasserkräften für die verschiedenartigsten Unternehmungen ausgenützt und wässert
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 122. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_122.jpg&oldid=- (Version vom 18.12.2025)