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Die damals an allen Brücken gemachten Erfahrungen haben dazu geführt, nicht nur die fortgerissene Brücke in veränderter Gestalt wieder aufzuführen, sondern auch die Erneuerung der Kaiser- und Gartenstrassenbrücke in Aussicht zu nehmen, da auch diese sich als ungenügend für die Abführung aussergewöhnlicher Wassermengen erwiesen hatten.

Vom Staat wurden der Stadtgemeinde Zuschüsse für diese Neubauten in Aussicht gestellt.

Alle Brückenneubauten sollen für die Wasserabführung reichlich genügende Abmessungen erhalten. Die neue Schwabenthorbrücke jedoch besitzt mit Rücksicht auf die senkrechten Mauern, welche hier die Dreisam einfassen, eine Lichtweite von nur 25,2 m.

Nach dem verheerenden Hochwasser wurde der Stadtgemeinde der Vorschlag gemacht, die Dreisam auf einer längeren Strecke innerhalb der Stadt beiderseits mit Mauern einzufassen, allein dieser Gedanke fand keinen Beifall, weil das landschaftliche Bild durch die Umgestaltung der Ufer hätte leiden können. Man zog vor, das bisherige Profil mit Vorland und Böschungen beizubehalten. In Folge davon ergaben sich für die übrigen Brücken Lichtweiten von 34 m.

Von der Sohle bis an der Unterkante der Brückenconstruction soll durchweg eine Höhe von mindestens 3,7 m eingehalten werden (2,5 m für Hochwasser, 1,2 m für schwimmende Gegenstände. Diese Abmessungen erscheinen mehr als reichlich und sind bei den gegebenen Verhältnissen für eine gefällige Gestaltung der Brücken sehr erschwerend.

Für Steinbrücken ist neuerdings von der Staatsbehörde das Zugeständniss gemacht worden, dass der Bogen am Widerlager 1 m tiefer, also auf 2,7 m über der Flusssohle hinabgehen darf.

Die folgende Beschreibung führt die Brücken flussabwärts angeordnet vor.


1. Karthäuserbrücke.

Die Karthäuserbrücke, oberhalb der Stadt gelegen, hat keinen grossen Verkehr zu bewältigen. Sie ist 13,80 m weit, 4,60 m breit, aus Blechträgern auf gemauerten Widerlagern, die auf Felsen gegründet sind, hergestellt.

Das Hochwasser vom März 1896 hat sie allerdings überdauert, sich aber dennoch als ungenügend erwiesen. Das Wasser staute sich bis an die Unterkante der Eisenconstruction und suchte seinen Weg ausserdem über den tiefer gelegenen, quer durch das Thal zur Brücke führenden Sandfang hinweg, der überschwemmt und dann zerrissen wurde.

Empfohlene Zitierweise:
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_125.jpg&oldid=- (Version vom 19.12.2025)