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Die Karthäuserbrücke wurde in der Nacht vom 8. auf den 9. März 1896 durch ein Hochwasser der Dreisam, wie solches bisher noch nicht dagewesen war, zum grössten Theil hinweggerissen. Das durch den Damm gebrochene Wasser wurde an dem unterhalb der Brücke seitlich belegenen Sandfang wieder in den Fluss zurückgelenkt.
Die Brücke bleibt zunächst unverändert. Sollte aber, was sehr wahrscheinlich ist, der Sandfang aufgehoben werden, wenn einmal eine Strasse am Südufer der Dreisam bis an die Karthäuserbrücke geführt wird, dann muss auch die Brücke erweitert werden, weil sonst bei einer ähnlichen Katastrophe das neben die Brücke durchbrechende Wasser nicht mehr gleich unterhalb in den Fluss zurücktreten, sondern sich verwüstend weiter gegen die Stadt wälzen würde.
Vor dem erwähnten Hochwasser führte an der Fabrikstrasse ein 1868 erbauter Steg über die Dreisam, der nur dem Personenverkehr diente. Er hatte 18 m Lichtweite und etwa 1,5 m Breite.
Die Fluth riss ihn fort. Inzwischen ist er aushilfsweise durch einen Holzsteg ersetzt worden, aber voraussichtlich wird schon im Jahre 1899 an seiner Stelle, um dem gesteigerten Verkehr Rechnung zu tragen, eine Fahrbrücke, für welche der Plan noch nicht feststeht, zur Ausführung gelangen.
An Stelle der Schwabenthorbrücke bestand seit vielen Jahrhunderten eine Brücke im Zuge der Landstrasse vom Rhein in den Schwarzwald, Ursprünglich wohl in Holz erbaut, hat sie gewiss manche Wandlungen durchgemacht.
Die im Jahr 1896 fortgerissene Brücke war eine Steinconstruction aus drei Bogen mit 8,80, 8,80 und 6,30 m Lichtweite, daran anschliessend das Gewölbe des Kronenmühlebaches.
Auch diese Steinbrücke hatte jedenfalls schon Jahrhunderte lang gestanden.
An die Steinconstruction waren beiderseits für den Fussgängerverkehr Stege angehängt, auf der einen Seite aus Holz, auf der andern aus Eisen.
In der Nacht vom 8. auf den 9. März 1896 legte sich vor die Brücke eine Anzahl von Telephonstangen, welche die Dreisam fortgerissen hatte, dann eine Menge von starkem Rundholz, das nicht zum Abschwimmen gebracht werden konnte, und das Wasser staute sich an.
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 126. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_126.jpg&oldid=- (Version vom 19.12.2025)