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Die Hauptsammler sind weit genug, um auch das Wasser der Altstadt aufzunehmen und nur einzelne der älteren Verbindungsglieder mussten[WS 1] durch weitere Kanäle ersetzt werden. Auch sonst haben nur an sehr wenigen Stellen alte Kanäle ausgewechselt werden müssen.
Da nicht auch sämmtliches Regenwasser den Rieselfeldern zugeführt werden kann, musste für besondere Auslässe gesorgt werden, welche bei Regengüssen den Kanalinhalt anderweitig abführen, und zwar sollen diese Regenauslässe in Thätigkeit treten dürfen, wenn der Kanalinhalt so verdünnt ist, dass die Abflussmenge 350 Liter für den Tag und für den Kopf der angeschlossenen Einwohnerzahl erreicht.
Die Regenauslässe ergiessen sich in die vorhandenen Wasserläufe. Die nördlichen Kanalsysteme[WS 2] benutzen hierfür nach wie vor die Fortsetzung des Gewerbebaches von der Kreuzung der Zähringerstrasse und der Eisenbahn gegen den Mooswald und Vörstetten hin.
Da mit der Vergrösserung der Stadt die zu bewältigende Regenwassermenge stetig wächst, so wird dieser Bachlauf dereinst, wie theilweise schon jetzt geschehen, erweitert werden müssen. Im Mooswald kann er dann leicht in die dortigen natürlichen Wasserläufe vertheilt werden, so dass den Ortschaften unterhalb nicht mehr Wasser zufliesst, als die vorhandenen Rinnsale bequem zu fassen vermögen.
Die übrigen Kanalsysteme leiten ihre Regenauslässe in die Dreisam, wobei darauf geachtet ist, dass der Einlauf des städtischen Schwimmbades oberhalb der Auslässe liegt, so dass das Badwasser nicht verunreinigt werden kann.
Für das selbstständige Kanalsystem der Karthäuserstrasse besteht in der Gerberau ein Regenauslass in den Gewerbebach, weil die Kanäle am unteren Ende der Karthäuserstrasse zu einfachem Anschlusse nicht weit genug waren. Es fliessen jetzt die gewöhnlichen Niederwasser in das unterhalb gelegene Kanalsystem, grössere Regenmengen dagegen in den Gewerbebach.
Die Regenauslässe nach der Dreisam sind mit Klappen oder Thoren versehen, die das Eindringen etwaigen Hochwassers in die Kanalisation verhüten, sich jedoch öffnen, wenn grössere Regenmengen die Kanäle füllen.
Die Kanalgefälle gehen grösstentheils nicht unter 1:200 hinunter; als Mindestgefälle kommt jedoch für den Umfassungskanal, der vom nördlichsten Punkte der Stadt die Abwasser dem Rieselfeld zuführt, 1:1000 vor.
Die günstigen Gefällverhältnisse bewirken die Reinigung fast ohne jede mechanische Beihilfe. Eine Spülung der Kanäle erfolgt allmonatlich
Anmerkungen (Wikisource)
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 152. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_152.jpg&oldid=- (Version vom 26.12.2025)