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berieselt werden dürfen, während dieser langen Frist die gesammte Spüljauche auf dem Rest untergebracht werden. Allzu rasch darf aber die Jauche durch den Boden auch nicht durchsickern, weil sonst die Stoffe nur ungenügend zersetzt werden. In dichten Böden ferner und auf Flächen mit hochstehendem Grundwasser muss selbstverständlich ein rascherer künstlicher Ablauf stattfinden. Um nun einen freieren Betrieb zu ermöglichen, hat man je nach den Boden- und Grundwasserverhältnissen erheblich höhere Wassermengen als die oben berechneten 3 Secundenliter der Berechnung des Drainnetzes zu Grunde gelegt. Die verschiedenen stärkeren Grundwasser-Adern sind jeweils besonders abgeleitet. Die Drains haben 1,5–2 m Tiefe und bei den neueren Theilen der Anlage Abstände von 8–10 m. Auch die ältesten, mit grösseren Abständen ausgeführten Drainnetze werden aus den gleichen Gründen zur Zeit in kleinere Systeme mit geringeren Entfernungen der Drainstränge umgebaut. Die Sammler münden in die Abzugsgräben mindestens 20 cm über der Sohle. Diese Gräben sind daher 2–2,5 m tief in das Gelände eingeschnitten.

Bei der gesammten Bodenbeschaffenheit erschien es gerathen, die Querdrainage durchzuführen, d. h. die Saugstränge quer zum stärksten Gefälle und die Sammler in dieses selbst zu legen. Bei der Längsdrainage, bei welcher umgekehrt die Sauger in das stärkste Gefäll und die Sammler quer zu diesem gelegt sind, hätte möglicher Weise eine von dichtem Boden umschlossene, in der Richtung des stärksten Gefälls verlaufende wasserführende Sandader unberührt bleiben und nach wie vor ihre Umgebung durchnässen können. Die Querdrainage bietet den weiteren Vortheil, dass sie sich durch Einsetzen von Stauventilen leicht zu einer Staudrainage umgestalten lässt. Dabei bekommen die Sauger ein durchschnittliches Gefäll von 0,2 % nach den Sammlern, welche ihrerseits mit 0,3–1 % Gefäll verlegt sind.

Das starke Gefäll der Abzugsgräben ermöglicht es, diese ohne wesentliche Beeinträchtigung ihres Zwecks an geeigneten Stellen zeitweise aufzustauen und das schon einmal durch den Boden gesickerte Wasser nochmals zur Ueberrieselung zu verwanden. Auch dasjenige des Hauptabzugsgrabens kann auf die 27 ha grossen, mit Wässerungseinrichtungen versehenen Wiesenflächen unterhalb des Mundenhofs geleitet werden.

Hierdurch wird eine vollständigere Ausnutzung der Dungstoffe nebst gründlichster Reinigung der Abwasser erreicht und zugleich in trockener Zeit eine willkommene Vermehrung der verfügbaren Wassermenge geschaffen.

Empfohlene Zitierweise:
: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, Seite 163. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Freiburg_Bauten_163.jpg&oldid=- (Version vom 29.12.2025)